Osterfest trainiert die Seele

"Das Kreuz ist wie ein Crosstrainer, das Feiern des Osterfestes wie das Training im Fitnessstudio", meinte Pfarrer Sven Grillmeier in der Auferstehungsfeier der Osternacht. Man tue sich, seinem Leben und seiner Gesundheit etwas Gutes.

Erstmals begehen die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach und Mockersdorf die Karwoche und das Triduum Sacrum mit der Auferstehungsfeier in der Pfarrkirche Kirchenlaibach.
von Autor HAIProfil

Erstmals feierten die Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach und Mockersdorf die Karwoche und das Triduum Sacrum in der Pfarrkirche Kirchenlaibach. Bei der Liturgie wirkten Pfarrgemeinderäte, Ministranten und Lektoren beider Pfarrgemeinden zusammen. Der katholische Kirchenchor unter seinem neuen Leiter Lars Amann gestaltete die Liturgie der österliche Tage musikalisch, unterstützt von Gesangs- und Instrumentalsolisten.

Inspiriert von Gesprächen mit Ministranten, die in der Fastenzeit das Fitnessstudio besuchten, so Pfarrer Sven Grillmeier in seiner Predigt in der Auferstehungsfeier, habe ihn die Frage nicht mehr losgelassen, was im übertragenen Sinn das Kreuz Christi mit einer Fitnessmaschine zu tun haben könnte. Ins Fitnessstudio gehe man, um fit und gesund zu bleiben oder um die Figur zu erhalten. Das Kreuz hingegen sei vor 2000 Jahren alles andere als eine Gesundheitsmaschine gewesen. Es sei als schlimmstes Hinrichtungswerkzeug aller Zeiten erfunden worden. Doch Jesus sei nicht am Kreuz geblieben, sondern er habe es zur Maschine für das ewige Leben gemacht. "Wenn wir diesem Kreuz Christi nachfolgen, dann machen auch wir für uns das Kreuz zu einer Lebensmaschine, zu einer Gesundheitsmaschine für Körper, Geist und Seele."

Zeichen des Lebens

Die Osterzeit lade zum Training mit und vor dem Kreuz ein. "Trainieren wir mit ihm unsere Seele, indem wir dem Auferstandenen folgen, der das Kreuz zum Zeichen des Lebens gemacht hat." In der christlichen Botschaft von Glaube, Hoffnung und Liebe stecke für jeden von uns ein kostenloses Trainings- und Gesundheitsprogramm.

Gelb-weiße Rosen, Osterglocken und Schleifendeko, grüner Ginster und Buchs dominierten zehn Tage lang in der Dreifaltigkeitskirche zu den Feierlichkeiten des Leidens und Sterbens sowie der Auferstehung Jesu Christi das Bild. Verantwortlich dafür zeichnete das Blumenteam um Angelika Walter und Renate Würfel. Am Gründonnerstag gedachten die katholischen Christen der Einsetzung der Eucharistie. Zum Auftakt des Triduums wusch Pfarrer Sven Grillmeier beim Abendmahlsgottesdienst zwölf Christen aus beiden Pfarrgemeinden die Füße. Nach dem Gloria verstummten die Glocken. An ihre Stelle traten hölzerne Ratschen und Klappen. Viele Gläubige folgten anschließend der Einladung zur Ölbergwache in der Seitenkapelle. Bis eine Stunde nach Mitternacht fand in der Taufkapelle die ewige Anbetung und Ölbergwache unter stündlicher Federführung von Frauenbund, KAB und Pfadfindern statt.

Nach der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu am Karfreitag mit anschließender Anbetung am Heiligen Grab sowie der Trauermette am Samstagmorgen wurde in der Lichtfeier vor der Pfarrkirche die Osterkerze entzündet und an die Gemeinde weitergegeben.

"Missa brevis in F"

Mit den Solisten Gabi Fees und Angelika Heier (Sopran), Julia Bäß (Alt), Josef Kohl (Tenor) gestaltete der katholische Kirchenchor die österlichen Tage, unter anderem mit dem Kyrie und Gloria aus der "Missa brevis in F" von Johann Valentin Rathgeber (1682 bis 1750) am Gründonnerstag, "Popule meus" von Ludowico da Vittoria (1548 bis 1611) am Karfreitag und dem Ordinarium mit Gloria, Sanctus und Agnus Dei aus der "Missa brevis in F" von Rathgeber in der Osternacht. Chorleiter Amann hatte zur Begleitung Johanna Nickl (Querflöte) und David Kirschsieper (Orgel) mitgebracht.

Nach der Auferstehungsfeier gab es für die Gläubigen aus den Händen der Geistlichen drei Körbe mit Osterbroten. Anschließend traf sich die Pfarrgemeinde zum Osterfrühstück im Pfarrheim. Das Osterhochamt in der Pfarrkirche Mockersdorf folgte am späten Vormittag, ebenfalls mit Segnung der Osterspeisen. Am Ostermontag wurden nach den Gottesdiensten die Fahrzeuge gesegnet sowie Christophorus-Plaketten und SOS-Aufkleber zum Kauf angeboten. Schließlich schickten Pfarrer Sven Grillmeier und Pfarrvikar Damian Proksch die Gläubigen auf den Emmausgang.

Der katholische Kirchenchor mit seinem neuen Leiter Lars Amann gestaltet die Liturgie der österliche Tage musikalisch, unterstützt von Gesangs- und Instrumentalsolisten

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.