09.07.2021 - 11:37 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Antrag an Marktgemeinderat Kirchenthumbach: Bund Naturschutz für mehr kommunale Biodiversität

Grünflächengestaltung – vielfältig, artenreich und insektenfreundlich: Auch für die Marktgemeinde Kirchenthumbach ist das ein Handlungsfeld, sagt der Bund Naturschutz. Er fordert deshalb ein Pflegekonzept für Grundstücke der Gemeinde.

Mehr arten- und blühreiche Flächen mit einer ökologisch ausgerichteten Grünflächen-, Gewässer- und Randstreifen-Gestaltung einschließlich fachlicher Begleitung nach Schulung des Bauhofleiters: Diese Forderung stellt die Ortsgruppe des Bund Naturschutz an die Marktgemeinde.
von Robert DotzauerProfil

Die Förderung der Biodiversität auf gemeindlicher Ebene sei nicht nur Verfassungsauftrag. Sie garantiere ebenso eine hohe Erholungs- und Lebensqualität und verschaffe der Gemeinde ein attraktives Image im touristischen Wettbewerb, stellt die Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN) in einem Schreiben an die Marktgemeinderäte fest. Vorsitzender Reinhold Wilterius verbindet dieses Bekenntnis mit einem Antrag an die Kommune, mehr Augenmerk auf die Grün- und Ökoflächen in kommunaler Hand zu legen.

Zur Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie und des Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ ist der BN-Ortsgruppe ein Blühpakt zur gemeindlichen Grünflächenpflege wichtig. Ökologisch ausgerichtete Grünflächen-, Gewässer- und Randstreifen-Gestaltung sowie - Pflege: Diese Anregung kombiniert der BN mit dem Wunsch nach einem Pflegekonzept, das die Arbeitsplanung erleichtere und einen Zuwachs an Artenvielfalt ermögliche, so die Botschaft des Ortsvorsitzenden an Bürgermeister und Markträte: Ein Vorschlag, der sich auch auf eine Initiative des Bayerischen Umweltministeriums stützt.

Bauhofleiter schulen

Zum leichteren Einstieg in das Thema erinnerte Reinhold Wilterius an Angebote der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, die Bauhof-Schulungen für mehr kommunale Biodiversität anbietet. Diese Möglichkeit sollte auch die Leitung des Kirchenthumbacher Bauhofes nutzen, meinte er. Wilterius regte zudem nach der fachlichen Schulung die Ausarbeitung eines Pflegekonzepts unter Nutzung öffentlicher Förderprogramme an.

Sein Wunsch zog im Gremium ein unterschiedliches Echo nach sich. „Man muss wissen, dass die Marktgemeinde einen Großteil der Flächen in die Betreuung der Landwirte abgegeben hat“, erklärte Bürgermeister Jürgen Kürzinger vorsorglich. Er sah einen Spagat, die Umsetzung des Blühpakts Bayern mit den Pflichtaufgaben der Marktgemeinde zur Pflege von Gräben und Straßenrändern in Einklang zu bringen.

Öko-Konto überprüfen

Für Josef Schreglmann war das Thema nicht neu. „Wir diskutieren immerhin um circa 200 Hektar Gemeindefläche“, stellte der CSU-Sprecher fest und monierte einen erheblichen Handlungsbedarf. Als notwendig erachtete er eine Analyse des gemeindlichen Öko-Kontos und die Klärung aller Fördermöglichkeiten. Biodiversität bedeute für die Gemeinde, zunächst mit einer Neugestaltung kleiner kommunaler Grünflächen zu beginnen. Dazu hilfreich sei auch eine Bauhof-Schulung.

Christine Smith empfahl ebenfalls ein Pilotprojekt, das zum Beispiel als Musterbeispiel ökologischer Pflege beworben und Nachahmer finde könne. An die Notwendigkeit, Gefahrenstellen zu mähen und Straßengräben wenigstens einmal jährlich zu säubern, erinnerte Winfried Sporrer. Ökologisch aufwertbare Flächen erkennen, darüber reden und mit Unterstützung von Experten pflegen, lautete die Empfehlung von drittem Bürgermeister Alexander Schatz, während Kollege Ewald Plößner anmerkte: „Jeder hat einen anderen Blickwinkel.“ Der zweite Bürgermeister erachtete die vom Bund Naturschutz angeregten Schulungsmaßnahmen für sinnvoll. Erfahrungen zu sammeln, sei von Vorteil.

Flächenbewirtschaftungskonzept erstellen

Auf die Interessenlage der Landwirtschaft und die Notwendigkeit der Verkehrssicherheit verwies Georg Adelhardt. Ein Flächenbewirtschaftungskonzept mit einer Beschreibung ökologisch aufwertbarer gemeindlicher Grundstücksflächen favorisierte Jürgen Geyer. „Man kann vieles besser machen“, erklärte er. Bürgermeister Jürgen Kürzinger hielt im aktuellen Informationsstadium einen Grundsatzbeschluss nicht für zielführend. Das Gremium einigte sich deshalb auf eine Weiterbearbeitung durch die Verwaltung.

Glasfaseranschluss

Nach Anfragen in der vorangegangenen Ratssitzung informierte Hauptamtsleiter Matthias Kroher über eine Angebotsanfrage für den Glasfaseranschluss des Rathauses an die Telekom vom 20. Mai 2021. Die Verwaltung warte immer noch auf das Kostenangebot, bedauerte Kroher. Erst nach dessen Eingang könne ein Förderantrag gestellt werden. Bürgermeister Jürgen Kürzinger verwies auf Kontakte mit dem Amt für Digitalisierung. „Dran bleiben“, hieß die Devise einiger Markträte. Auf Unverständnis stieß der sich hinziehende Netzausbau: „Wir wollen nicht die Letzten sein.“

Wasserversorgung

Ohne Einfluss auf die in den nächsten Wochen zu erwartenden Beitragsbescheide ist eine Änderung der Beitragssatzung zur Wasserversorgung. Der Beschluss führt lediglich zu redaktionellen Änderungen.

ILE-Gebühren

Wegen „objektiver Dringlichkeit“ fand die Gebührensatzung der ILE-Region Vierstädtedreieck Aufnahme in die Tagesordnung. Nach Maßgabe der Gründungsversammlung wird für die zehn Kommunen ein jährlich wiederkehrender Beitrag von 85 Cent je Einwohner erhoben. Die Zustimmung des Marktrats fand auch eine Einmalzahlung in Höhe von 6824 Euro als Erst- und Projektumlage.

Unimog wird verkauft

Im Informationsteil verkündete Bürgermeister Jürgen Kürzinger die Ausschreibung für den gebrauchten Bauhof-Unimog im Internet. Die Wunschpreis der Marktgemeinde beträgt 49.995 Euro. Erste Interessenten gebe es bereits. Einen Willkommensgruß im festlichen Rahmen soll es für den neuen Kommunal-Traktor geben. Die Gesamtkosten mit Anbaugerätschaften betragen rund 275.000 Euro.

Offene Ganztagsschule

Frohe Kunde gab es für die Offene Ganztagsschule. Jürgen Kürzinger berichtete von einer Förderzusage für Einrichtungsgegenstände in Höhe von 9700 Euro.

Sportplatz-Absperrung

Erneut fand das Thema der Sportplatz-Absperrung den Weg in die Ratsversammlung. Nach Rücksprache mit der Polizeiinspektion sollen Verkehrszeichen und Absperrpoller weiterhelfen, verkündete der Bürgermeister. Das Material sei bestellt. Mit einer Installation rechnet Kürzinger bis Ende Juli.

Regenrückhaltebecken

Widersprüchlich ist die Bewertung zur Schlussabnahme der Regenrückhaltebecken. Hintergrund der Diskussion sind laufende Fehlermeldungen. Im Gegensatz zu einer Aussage des Bürgermeisters in der Sitzung vom 5. Mai 2021 bewertete Jürgen Geyer die finale Schlussabnahme als vollzogen. Zum Schaden für die Marktgemeinde, wie er feststellte und auf eine Akteneinsicht des Marktgemeinderats verwies. Jürgen Kürzinger versicherte eine Aufklärung bis zur nächsten Sitzung.

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„Man muss wissen, dass die Marktgemeinde einen Großteil der Flächen in die Betreuung der Landwirte abgegeben hat.“

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