24.06.2018 - 15:10 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Bewegender Abschied

Ganze 32 Jahre lang leitete Pfarrer Konrad Beierl die Pfarrei Mariä Himmelfahrt. Nun nimmt eine große Trauergemeinde Abschied. Darunter sind 18 Priester, zahlreiche Ministranten und viele Vereinsabordnungen.

Beerdigung Beierl
von Autor RFÜProfil

(ü) Den "Trauermarsch" von Ludwig van Beethoven spielte Herbert Fraunhofer auf der Orgel, als 18 Priester, zahlreiche Ministranten und die kirchlichen und weltlichen Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen in das Gotteshaus einzogen. Pfarradministrator Pfarrer Helmut Süß, hieß als Hauptzelebrant, die Besucher des Requiems willkommen. Als Vertreter des Bistums und Bischof Rudolf Voderholzer begrüßte er Domkapitular Dr. Josef Ammer Süß erinnerte an den Primizspruch von Pfarrer Konrad Beierl "Die Freude an Gott ist unsere Kraft". An diesen Spruch habe sich der verstorbene Geistliche ein Priesterleben lang orientiert und er habe ihn auch bis zu seinem Tod begleitet.

Die Predigt hielt Prof. Dr. Hans - Georg Gradl, ein Sohn Kirchenthumbachs. Pfarrer Beierl begleitete und förderte den heute hoch angesehenen Priester und Theologen vom kleinen Ministranten bis zur Priesterweihe und darüber hinaus. "Ich habe Pfarrer Beierl erlebt, als einen, der auch persönlich sein Christsein, seinen Glauben lebte und nur so Menschen ansprechen und gewinnen kann." Gradl ließ zahlreiche Erinnerungen Revue passieren und erzählte von konkreten Erfahrungen und ließ dabei Pfarrer Konrad Beierl etwas lebendig werden. Diese Erlebnisse würden von einem Erbe erzählen, dass er hinterlassen und dem Vermächtnis "das er uns anvertraut".

Gradl erinnerte an einem Karsamstag in den 80er Jahren von einer Ministrantenprobe für die Osternacht. Zu den rund 30 Ministranten habe er gesagt: "Euer Dienst wird nur gut, wenn ihr auch versteht, warum ihr was tut, was der Sinn ist." Man habe ihm sein Priesterdasein abgenommen. Glauben, Christsein, das habe nicht nur die Liturgie und Predigt geprägt, sondern auch den Alltag und das Leben. An Pfarrer Beierl konnte man sich halten, da war Überzeugung im Spiel. Er war Pfarrer mit Leib und Seele ohne Starallüren und ohne Extravaganzen.

Gradl frischte auch an die unvergesslichen Ministrantenurlaube auf. 14 Tage habe er sich jedes Jahr Zeit genommen und habe dafür seinen Jahresurlaub geopfert. Während seiner aktiven Dienstzeit sei Konrad Beierl stets bescheiden gewesen. Auch von Krankheiten sei er nicht verschont geblieben. Er sei aber zu professionell gewesen, als das er groß über seine Krankheit gesprochen hätte.

Abschließend sagte Professor Gradl: "Wir schauen zurück. Und doch ist das Zurückschauen eigentlich zu wenig. Letztlich- meine ich- ehren wir nämlich unseren Verstorbenen nicht so sehr durch große Worte und beeindruckende Nachrufe. Wir ehren ihn- als unseren Pfarrer und Seelsorger- in dem wir ihn in Erinnerung behalten und in dem wir sein Werk weitertragen, den Samen hegen und pflegen, den er hier ausstreute, den Weg weiter gehen, den er als Priester hier verkündete und vorlebte."

Es sei kostbar und ehrenvoll, dass Pfarrer Beierl in Kirchenthumbach bestattet werde ja hier bestattet werden wollte. "Uns ist es ein Auftrag, dass mit ihm auch sein Wirken hier eingepflanzt wird, das wachsen und wuchern und Frucht bringen möge." sagte Gradl.

Musikalisch ausgeschmückt wurde das Requiem von Herbert Fraunhofer an der Orgel, den Leiterinnen des Singkreises und der Gruppe Augenblicke.

In einem Nachruf skizierte Domkapitular Dr. Josef Ammer das Priesterleben von Pfarrer Konrad Beierl. Am Tag der Auferstehung des Herrn -ein Zeichen der Hoffnung, sei er kurz vor seinem 76. Geburtstag verstorben. "Im ausdrücklichen Auftrag unseres Bischof Rudolf darf ich dem heimgegangenen Pfarrer BGR Konrad Beierl für die fast 48 Jahre Dienst als Priester im Bistum Regensburg aufrichtig danken" sagte der Domkapitular.

Für den Weihekurs 1970 sprach Pfarrer i. R. Klaus Poitsch aus Regensburg. Pfarrer Beierl sei 45 Jahre lang Sprecher des Weihekurses gewesen.

Der Sprecher des Pfarrgemeinderates Siegfried Failner stellte die Leistungen des verstorbenen Seelsorgers heraus. Durch sein segensreiches Wirken habe er viel Neues auf den Weg gebracht. "In seinem Wirken in den 32 Jahren konnten wir ihn als besonderen Menschen kennen und schätzen lernen" unterstrich Failner.

Bürgermeister Jürgen Kürzinger sagte, die Leistungen von Pfarrer Beierl verlangen nach einem großen Vergelt's Gott. Für seine Leistungen habe ihm der Markt die Goldene Bürgermedaille verliehen. Bürgermeister Josef Beimler aus Waldthurn, der Heimatgemeinde von Pfarrer Konrad Beierl sagte, der Markt Waldthurn und die Pfarrgemeinde seien stolz auf ihren Sohn Konrad und sein Lebenswerk. In seinen 48 Jahren als Priester habe er stets gute Beziehung zu seiner Heimatgemeinde gepflegt.

Nach dem ergreifenden Trauergottesdienst bewegte sich ein langer Trauerzug von der Pfarrkirche zum Friedhof, wo Konrad Beierl im Priestergrab seine letzte Ruhe fand. In diesem Gottesacker hat Pfarrer Beierl 744 Mitmenschen auf ihren letzten irdischen Weg begleitet. Die Beisetzungsfeier zelebrierte Dekan Pfarrer Thomas Jeschner aus Eschenbach. Die Blaskapelle intonierte als letzten musikalischen Gruß das Lied: "Näher mein Gott zu dir..."










Beerdigung Beierl
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