15.03.2019 - 15:20 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Entscheidung auf den Prüfstand stellen

In der Gemeinde brodelt es mit Blick auf das Thema "Schulhaus". Deshalb lädt die Christliche Wählergemeinschaft (CWG) zur Informationsveranstaltung: Ihr Ziel ist es, die Bürger "abzuholen".

Die CWG stellt sich der Diskussion zum Thema "Schulhaus". Vorsitzender Ewald Plössner führt durch den Abend.
von Heidi Stopfer-Wilterius (ILT)Profil

Der Gemeinderat hatte am 20. Februar einem Neubau des Schulhauses zugestimmt, über den Standort des Neubaus sowie die weitere Nutzung oder den Erhalt der bestehenden Schulgebäude ist jedoch kein Beschluss gefasst worden. „Wir sehen die Entscheidung zum Schulhaus als ein sehr wichtiges Thema für die Zukunft der Marktgemeinde“: Mit diesen Worten begrüßte Vorsitzender Ewald Plößner die zahlreichen Besucher, unter ihnen auch Räte verschiedener Fraktionen, in der Gaststätte "Zur Post". Die CWG wolle die Entscheidung des Gremiums zum Neubau noch einmal in der Öffentlichkeit zur Diskussion stellen.

In einer kurzen Präsentation stellte Plößner die aktuelle Faktenlage dar. Bereits nach wenigen Minuten wurde klar, dass es hierzu noch viele offene Fragen gibt. Die Entscheidung für den Neubau müsse aus Sicht vieler Teilnehmer definitiv noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden, erklärte der CWG-Vorsitzende. Auch wenn der Gemeinderat sich bereits für die Variante "Neubau" entschieden habe, sei es doch notwendig, sich über zusätzliche Möglichkeiten Gedanken zu machen.

Die anwesenden Gemeinderäte der SPD und aus Thurndorf standen neben den CWG-Räten offen Rede und Antwort. Die SPDler vertraten die Meinung, dass die vorliegende Machbarkeitsstudie ausreichend für die Entscheidung sei, das Thema schon viele Jahren diskutiert werde und nun abgeschlossen werden solle. Die Räte aus Thurndorf und der CWG zeigten sich für eine nochmalige Betrachtung dagegen aufgeschlossen.

In der Diskussion wurde moniert, dass dieses wichtige Thema in den vergangenen Jahren zu wenig in der Öffentlichkeit erklärt worden sei. Es sei richtungsweisend für die Gemeinde, daher sollten die Bürger nicht mit einer Entscheidung konfrontiert werden. Vielmehr müsse man gemeinsam Lösungen finden.

In der teils emotionalen Aussprache kam immer wieder die Bitte auf, den Beschluss doch noch einmal zu hinterfragen. Das Projekt sei zu umfangreich und in der Öffentlichkeit seien zu viele Fragen offen, als dass zum aktuellen Zeitpunkt bereits entschieden werden könne. Man war sich einig, dass neben einer Totalsanierung und einem Neubau auch noch andere Varianten bewertet werden müssten.

Zum Abschluss ging die Empfehlung an die anwesenden Gemeinderäte, zumindest eine weitere Möglichkeit „Teilabriss mit Sanierung und Teilneubau“ durch das Architekturbüro bewerten zu lassen. Außerdem erging der Appell an den Marktgemeinderat, die Entscheidung wegen der Wichtigkeit des Projekts nochmals zu hinterfragen. Sei es nicht ein Frevel, einfach Gebäude abzureißen, die das Ortsbild prägen, aber auch Ortsgeschichte schreiben?, fragten einige Bürger.

Hintergrund:

Projekt „Ersatzneubau versus Generalsanierung der Grund- und Teilmittelschule Kirchenthumbach“

Dem Marktgemeinderat standen am 20. Februar für eine Entscheidung zwei Modulationen zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zur Verfügung. Ausgearbeitet hatte die beiden Varianten das Architekturbüro Greiner. Eine dritte Variante, vom Kreisbaumeister 2017 ins Gespräch gebracht, Teilabriss und -neubau, wurde in der Machbarkeitsstudie nicht betrachtet. Modulation 1 beinhaltet eine Generalsanierung mit Teilneubau; die Kosten dafür wurden mit etwa. 6,1 Millionen Euro angegeben. Modulation 2 bewertet einen Neubau und wäre circa 740 000 Euro günstiger.

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