10.09.2019 - 11:11 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Fäden aus dem Lebensteppich ziehen

Ganz nach dem Motto "Auch Regen bringt Segen" lässt es der liebe Gott während der Lichterprozession beim "Dumbacher Bergfest" regnen. Von dem bisschen Nass lassen sich die Gläubige aber nicht abhalten.

Viele Gläubige nehmen an der Lichterprozession in Kirchenthumbach teil.
von Autor RFÜProfil

Auch wenn es nicht ganz so viele Teilnehmer wie in den Vorjahren gab, führte die Prozession zur Gnadenstätte hinauf. Die Marienfeier fand nicht im Freien, sondern in der Bergkirche Maria Zell statt. Die musikalische Gestaltung hatte die Gruppe "Augenblicke" übernommen und Pfarrer Augustin Lobo begrüßte die Gläubigen. Die Predigt von Pater Adrian Kugler vom Kloster Speinshart regte zum Nachdenken an. Im Mittelpunkt stand dabei ein Steintisch, ein fliegender Teppich sowie Fäden, die aus dem Lebensteppich gezogen werden können.

Kugler nannte ein Beispiel: Der Tisch ist massiv, seine Beine sind stark. Der Teppich bewegt sich auf gleicher Höhe wie die Tischplatte, aber er hat keine Stütze von unten. Schließlich sagt Gott: "Komm rauf." Hat man die Wahl zwischen Tisch und Teppich, ist die Entscheidung klar: Der Tisch sieht stabil aus und man weiß, worauf man steht. Man kennt die Ecken und Kanten, man ist sich sicher, nicht runter zu fallen. Gott aber sagt: "Nein, hier rüber."

Der Herr versichert: "Ich habe dich gerufen, und ich trage dich. Ich bin es, der dich halten wird." Schließlich gibst man, wenn auch zögernd, nach. Ordensmann Kugler betonte, dass es leicht falle, diese Geschichte auf die Gottesmutter Maria zu übertragen. Sie habe den Sprung auf den "unsicheren Teppich" gewagt. Sie habe sich eingelassen auf Gottes Wort. Sie habe "Ja" gesagt: "An mir geschehe, wie du es gesagt hast." Die sei heute in vielen Lebenslagen nicht mehr selbstverständlich.

Ein weiterer Faden aus Marias Lebensteppich sei gezogen worden, als sie ihren Sohn in einem Stall und nicht im Haus seines Vaters zur Welt bringen musste. Die größte Katastrophe sei gewesen, als Maria den Tod ihres Sohnes miterleben musste. Natürlich habe es auch viele freudenreiche Ereignisse in ihrem Leben gegeben, aber an den Fäden ihres Lebensteppich sei kräftig gezogen worden. "Was bedeuten die Fäden in unserem Leben?", fragte der Prediger. Ein Faden könne für Gesundheit oder Fähigkeit, Beruf oder Menschen stehen.

Gerade in schwierigen Situationen wisse man oft nicht, wie Gottes Plan für unser Leben aussehe. Man verstehe zwar nicht das Wie oder Warum, aber man sollte wissen, dass er die Menschen führt. So wie er Maria ihr ganzes Leben geführt habe. "Wir dürfen vertrauen, dass Gott die Situation kennt und das Ganze sieht. Wir sehen nur die Fäden, die aus unserem Lebensteppich gezogen werden und bekommen Angst." Pater Kugler beendete die Predigt mit den Worten "Bitten wir die Gottesmutter Maria, dass sie uns hilft, den Sprung zu wagen und darauf zu vertrauen, dass Gott es wirklich gut mit uns meint".

Der Festgottesdienst am Sonntagvormittag wurde im Freien zelebriert. Den musikalischen Part hatte der Chor "Martinsgänse" aus der Amberger Pfarrei Sankt Martin übernommen.

Viele Gläubige nehmen an der Lichterprozession in Kirchenthumbach teil.
Gemeinsam feiern die Gläubigen in der Bergkirche Maria Zell die Marienfeier.
Lichterprozession
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