28.04.2021 - 09:46 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Feuerwehr Kirchenthumbach: Sorgen um die Zeit nach Corona

Die Feuerwehr in Kirchenthumbach hat aktuell noch keine Probleme bei Einsätzen. Doch in Zukunft könnte dies schwieriger werden, fürchten die Kommandanten, denn es fehlt etwas ganz Entscheidendes.

Eigentlich herrscht vor dem Feuerwehrgerätehaus in Kirchenthumbach immer reges Treiben. Seit der Coronapandemie aber nicht mehr.
von Jürgen MaschingProfil

Eigentlich herrscht vor und im Feuerwehrgerätehaus in Kirchenthumbach am Donnerstag immer reges Treiben. „Der Donnerstag war immer der Tag in der Woche, wo die Feuerwehrkameraden sich hier trafen“, erinnert Kommandant Torsten Goss an schönere Zeiten. Seit Beginn der Pandemie ist dies aber vollkommen zum Erliegen gekommen. So auch an diesem Tag, als nach einem Einsatz eigentlich die Nachbearbeitung stattgefunden hätte. „Außerdem würden nun die Ausrüstungsgegenstände kontrolliert und gesäubert“, fügt zweiter Kommandant Fabian Leipold hinzu.

Zu113 Einsätze wurden die Feuerwehrler vergangenes Jahr gerufen, die First Responder zu 82. „Dies sind eigentlich zu den vorherigen Jahren relativ wenig Einsätze“, meint Goss. Die regulären Feuerwehreinsätze hätten sich von 2019 auf 2020 um die Hälfte reduziert. Die Einsatzbereitschaft der 46 aktiven Feuerwehrfrauen und -männer habe sich bislang aber nicht verändert, ist der Kommandant froh. „Sie kommen genauso wie vor Corona.“ Doch die Pandemie hinterlässt auch bei der Feuerwehr Spuren: Reinigungsarbeiten und Wartungsarbeiten werden nur noch einzeln erledigt. Bewegungsfahrten der verschieden Fahrzeuge finden ebenfalls nicht so häufig statt wie vorher. Es fehlt die Routine. „Eine sehr schwierige Zeit für uns Einsatzkräfte“, betonen Goss und Leipold. Die fehlenden Übungen haben auch Einfluss auf die Einsätze. „Es fehlt manchmal die gewisse ,Routine‘ am Anfang bei einem Einsatz“, merkt Leipold. Aktuell dürfen die Feuerwehren nur in Kleinstgruppen unter Corona-Bedingungen ihre Übung abhalten.

"Es fehlt manchmal die gewisse ,Routine‘ am Anfang bei einem Einsatz."

Fabian Leipold, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Kirchenthumbach

Die Jugendarbeit fand dagegen seit März 2020 nur online statt. „Dies ist für die Nachwuchsarbeit vollkommen untragbar. Theorie üben ist recht schön, aber nicht immer gut“, meinen die Kommandanten. 14 Jugendliche sind bei der Feuerwehr Kirchenthumbach, die seit über einem Jahr nur online geschult werden. Fehlende Motivation mache sich nun langsam bemerkbar. „Die Jugendlichen sitzen am Tag beim Homeschooling und haben dann am Abend nicht mehr viel Lust“, sagen die Feuerwehrler.

Goss und Leipold sind sich sicher, dass auch nach der Pandemie alles etwas anders sein wird. „Einsatztechnisch habe ich die wenigsten Bedenken“, meint Kommandant Torsten Goss zwar. „Denn wenn der Funkwecker schrillt, sind die Kameraden sofort aktiv.“ Doch der Übungsbetrieb werde immer mehr einschlafen, vermutet er. „Jetzt haben viele ein Jahr nicht viel gemacht.“

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