18.04.2019 - 15:01 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Gefährliche kleine Kristalle

„Drogen sind längst kein Problem der Großstädte mehr, sondern auch im ländlichen Raum verbreitet.“ Ein Polizist versucht deshalb, auf die Jugendlichen einzuwirken, um sie „stark im Leben ohne Alkohol und andere Drogen“ zu machen.

An vielen Beispielen zeigt Polizeioberkommissar Martin Behrendt auf, wie durch gezieltes Verhalten von Eltern und Jugendlichen den Verlockungen der Sucht begegnet werden kann. Aus seiner Berufspraxis schilderte er einige Fälle und wies auf einzelne Suchtformen hin. Ursachen für die Abhängigkeit können in Umwelt, Freunden, Familie und Gesellschaft begründet sein. Oft heiße es, "probier mal", und damit sei bereits der Einstieg erfolgt, aus dem sich die Sucht entwickelt.

Bei dem Präventionsvortrag, zu dem das Jugendforum Kirchenthumbach eingeladen hatte, zeigte Polizeioberkommissar Martin Behrendt zunächst einen Film über die Wirkungsweise von Drogen. Diese sind vielfältig: Einige putschen auf, "andere fahren runter". Drogen machen sehr schnell abhängig, und das Verhalten, wie in einem Rausch, kann nicht mehr kontrolliert werden. Man unterscheidet zwischen legalen Drogen, wie Alkohol, Zigaretten und Koffein, sowie illegalen Drogen. Dazu gehören Kokain und "Crystal Meth".

Letztere war auch der Schwerpunkt des Vortrags des Kontaktbeamten aus Grafenwöhr. "Crystal Meth" kommt aus Tschechien, ist relativ leicht herzustellen und deshalb billig und überall erhältlich. Die kleinen weißen Kristalle enthalten Batteriesäure, Abflussreiniger, Lampenöl und Frostschutzmittel. Zum Strecken verwendet man zerstoßenes Glas.

"Crystal Meth" werde von allen Altersgruppen konsumiert, wenn auch hauptsächlich als "Club Drug" in der Club-Szene oder bei Rave-Partys, merkte der Polizist an. Es handele sich um eine gefährliche und hochpotente chemische Substanz und - wie alle Drogen - um ein Gift, das hochgradig abhängig mache. Zunächst stimuliere es, dann aber zerstöre es den Körper systematisch. Es gebe einen ursächliche Zusammenhang zwischen seiner Einnahme und Gedächtnisverlust, Aggressivität und psychotischem Verhalten, hob Behrendt hervor. Auch könnten Herz- und Hirnschäden auftreten.

Während der gesamten Ausführungen wurden die Jugendlichen vom Referenten in den Vortrag einbezogen. Sie sprachen ebenfalls "Extasy", LSD, "Spice" und Kräutermischungen an. Der Polizist erklärte geduldig, wo die Drogen herkommen, was sie mit dem Körper anstellen und die Folgen.

Zum Schluss gab der Polizeioberkommissar den Eltern noch den Tipp, bei Anzeichen von Drogenkonsum nicht auszuflippen. Vielmehr sollten sie sich Hilfe bei einer Beratungsstelle, etwa der Caritas oder der Diakonie holen. Ganz wichtig sei es, die Bindung zum Kind nie zu verlieren. Am Ende bedankte sich Jugendbeauftragte Tanja Groß bei Martin Behrendt für den informativen und kurzweiligen Vortrag.

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