09.08.2018 - 11:30 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Der "Kick" ist der Sieg über sich selbst

Die Kirchenthumbacherin Martina Whitten hat Geschmack an Bodybuilding-Wettkämpfen gefunden. Erfolge stellen sich schnell en: Bei der "Deutschen" holt sie den Titel, bei der EM springt der sechste Platz heraus.

Stolz präsentiert die Kirchenthumbacherin Martina Whitten den Pokal, den sie für den sechsten Platz bei der Europameisterschaft Ende Juni in Bindlach erhalten hat.
von Autor LSTProfil

Symmetrie, Proportionen und harmonische Körperentwicklung - perfekt! Muskelmasse und -härte - perfekt! Gesamterscheinung und Ausstrahlung - perfekt! Die Kampfrichter der World Fitness Federation Germany (WFF) hatten aufgrund des starken Athletenfelds keine leichte Aufgabe.

Titel gesichert

Dennoch sicherte sich die 51-jährige Fitness-Trainerin und Ernährungsberaterin Martina Whitten in den vergangenen Wochen zunächst bei der Internationalen Deutschen Bodybuilding-Meisterschaft in Wunsiedel in der Kategorie "Damen Figure Masters über 45 Jahre" den Titel und landete mit dem Team Deutschland Ende Juni bei der Europameisterschaft in Bindlach bei Bayreuth nach dem Einzug in die Finalrunde in der gleichen Klasse auf dem hervorragenden sechsten Rang.

"In Bindlach waren 27 Nationen am Start, darunter auch WM-Teilnehmer", blickt die Kirchenthumbacherin zurück. Sie ist mit ihrem EM-Ergebnis mehr als zufrieden. Verständlich, denn im Vergleich zu vielen anderen Athletinnen ist sie erst seit drei Jahren auf Wettkämpfen unterwegs. Kein Wunder also, dass die DM- und EM-Pokale sowie die Urkunden dazu in den bestens ausgestatteten Fitnessräumen in ihrem Haus einen ganz besonderen Platz einnehmen.

Sportlich war Martina Whitten schon immer - dabei stand aber stets "nur" der Erhalt der Fitness im Vordergrund. Zu den Bodybuilding-Veranstaltungen kam sie eher zufällig. Am Wichtigsten aber ist ihr: "Ich möchte auch Frauen ab 40 zeigen, dass man durch richtige Ernährung und sportliche Betätigung gesund und fit älter werden kann. Dafür ist jeder für sich selbstverantwortlich", umschreibt die 51-Jährige, die bei der US-Armee einen Vollzeitjob ausübt, ihr Motto.

Kurse und Training

Seit ihrem 14. Lebensjahr treibt die Kirchenthumbacherin Sport. 2011 absolvierte sie bei Zumba-Fitness-LCC die Ausbildung zur Zumba-Trainerin, sie wollte jedoch mehr. Es folgten die B-Lizenz als Fitness-Trainer sowie 2013 bis 2014 eine Ausbildung als Ernährungsberaterin und Weiterbildungen in den Bereichen Massage, Autogenes Training, Body light-Abnehmkonzept, FaszienFit und Aqua-Trainer. Aufgrund ihrer Qualifikation bietet sie Aqua-Fitness-Kurse an der Volkshochschule in Pegnitz sowie funktionelles Training und Dance Fitness beim SV 08 Auerbach an.

Den Stein für die Bodybuilding-Wettkämpfe ins Rollen brachte ein Ernährungs-Workshop bei ihrem Arbeitgeber über MWR zur optimalen Wettkampfvorbereitung, an dem sie zweimal teilnahm. "Zu der Zeit bin ich schon vier- bis fünfmal pro Woche ins Fitness-Studio gegangen. Ich wollte dann selbst mal erleben, wie das ist, sich auf einen Wettkampf vorzubereiten und dabei mitzumachen", erinnert sich die 51-Jährige.

Zehn Kilo in zehn Wochen

Sie entwässerte ihren Körper, nahm in zehn Wochen zehn Kilo ab, ging 2015 bei der Internationalen Deutschen Junioren- und Masters-Meisterschaft über 35 Jahre (IFBB) in Hockenheim erstmals an den Start - und erreichte auf Anhieb den dritten Platz. Im gleichen Jahr qualifizierte sie sich beim Hell-Cup in Bad Ems für die Deutsche Meisterschaft in Bochum. Ein Jahr später belegte sie bei der Internationalen Masters-Meisterschaft in Offenbach den fünften Rang. 2017 folgte in Kulmbach der vierte Platz in der "Damen Figur Mastersklasse".

"Ich hatte Blut geleckt, wobei es immer Spaß machte und macht", sagt Martina Whitten. Muss es auch, denn in der Vorbereitung auf die Wettkämpfe läuft alles sehr strukturiert ab. Gegessen und getrunken wird strikt nach Plan. "Der Kick dabei sind nicht die Meisterschaften, sondern in der Vorbereitung der Sieg über sich selbst", erklärt die Kirchenthumbacherin.

Allerdings bereitet ihr das Ganze keine großen Probleme. "Ich bin eh ein sehr strukturierter Mensch, der auch in der Off-Season, also wenn keine Titelkämpfe anstehen, sich zu 95 Prozent sauber ernährt."

Rund zehn bis zwölf Wochen dauert die extreme Vorbereitungsphase auf die Wettkämpfe. In dieser Zeit trainiert Martina Whitten neben ihrem Fulltime-Job und den Kursen, die sie gibt, rund eineinhalb Stunden im eigenen Studio. Ein Aufwand, den sie jedoch auch sonst betreibt. Große Gewichtsschwankungen gibt es dabei nicht. "Die Gesundheit steht an erster Stelle. Ich nehme keine Zusatzmittel, Doping ist überhaupt kein Thema. Ich steuere alles durch die Ernährung."

Und das gelingt ihr perfekt. Bei den Meisterschaften bewerten die Richter in Runde eins die Figur aller Starterinnen - bei der EM waren es in Whittens Altersklasse acht - in der Front-, Seiten- und Rückansicht. Im zweiten Durchgang müssen die Teilnehmerinnen einzeln Pflichtposen vorführen.

Genau begutachtet werden hier der Doppelbizeps von vorne, die seitliche Brust, der seitliche Trizeps, der Doppelbizeps von hinten sowie Bauch und Beine. Auch eine Kür wurde bei der EM verlangt. Zusammen mit dem Gesamtbild legen die Richter dann die Platzierungen fest.

Familie geht vor

Durch den ersten Platz bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft (WFF) in Wunsiedel wäre Martina Whitten für die Ende Juni in Singapur Weltmeisterschaft qualifiziert gewesen. Aus zeitlichen und privaten Gründen musste sie aber passen, die Familie geht auf jeden Fall vor. Ein Ziel bleibt die WM dennoch.

"Der Mensch braucht Ziele, um sich weiterzuentwickeln", sagt sie und betont, beim Training weiterhin alles zu geben. "Die Qualifikation gilt für zwei Jahre. Wenn alles passt, werde ich auf jeden Fall dabei sein", so die 51-Jährige, die dann sicherlich wieder ihr Bestes abliefern wird. ___Weitere Informationen zu Martina Whitten gibt es im Internet:www.bodytreat.de

Konsequentes Training: „Der Kick dabei sind nicht die Meisterschaften, sondern in der Vorbereitung der Sieg über sich selbst“, weiß die 51-Jährige.
Der EM-Pokal und die Urkunde dazu haben in Martina Whittens Fitnessräumen neben den vielen anderen Auszeichnungen einen Ehrenplatz gefunden.
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