06.09.2019 - 11:26 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Kirchenthumbach: Schnellere Hilfe bei Notfällen

Die Marktgemeinde Kirchenthumbach soll eine First-Responder-Truppe bekommen. Damit kann in einem Radius von acht Kilometern um den Ort schneller Hilfe geleistet werden.

von Redaktion ONETZProfil

Uneingeschränkte Zustimmung fand in der Marktgemeinderatssitzung die Bildung einer First-Responder-Truppe bei der Feuerwehr. Das zusätzliche Glied in der Rettungskette zwischen den Ersthelfern und dem Rettungsdienst stellten die Rettungssanitäter Justin Goss und Marco Fraunholz umfassend vor.

Als Leiter des Projektes "First-Responder-Truppe" innerhalb der örtlichen Wehr gab der 19-jährige Justin Goss zu verstehen, dass die vorrangige Aufgabe sei, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen. Durch den Einsatz dieser Ersthelfer erhöhe sich die Chance, das Leben gerettet werden könne. Rückblickend erinnerte er daran, dass in der Vergangenheit 131 Rettungsdiensteinsätze zu verzeichnen waren, aber auch schon wiederholt in diesem Jahr. Das Einrichten einer First-Responder-Truppe begründete er damit, dass es in Kirchenthumbach seit dem Jahr 2000 keine Helfer vor Ort mehr gebe. Das Einsatzgebiet der First-Responder-Gruppe erstrecke sich künftig auf einen Radius von acht Kilometer rund um die Marktgemeinde.

Mit der Errichtung einer First-Responder-Truppe in Kirchenthumbach käme zu den vier in der nördlichen Oberpfalz bereits existierenden, eine weitere hinzu, hieß es weiter. Der Projektleiter konnte zudem die Crew der qualifizierten Ersthelfer vorstellen, die in der Kirchenthumbacher First-Responder-Truppe Dienst leisten werden, und somit aufgrund ihrer Ortsnähe sowohl durch ihrer Ausbildung als auch der zur Verfügung stehenden medizinischen Ausrüstung Patienten innerhalb weniger Minuten versorgen können.

Auch die finanziellen Aspekte waren in die Vorstellung des Konzeptes eingebunden. Nach den Worten des Projektleiters steht medizinische Ausrüstung bereits zur Verfügung. Die mit circa 3000 Euro bezifferten Anschaffungskosten konnten ausschließlich durch Spenden und Sponsoren finanziert werden. Die Kirchenthumbacher First-Responder-Truppe benötigt jedoch noch ein Einsatzfahrzeug sowie Einsatzkleidung. Auch hierzu gab sich Goss optimistisch, dass beides durch Spenden und Sponsoren finanziert werden könnte.

Das Finanzierungsmodell sieht vor, entsprechende Spenden nicht direkt an die Ortswehr zu überweisen, sondern an die Kommune, sagte er. Deshalb wurde angeregt, dass von der Marktgemeinde ein Spendenkonto eingerichtet wird und somit auch Spendenquittungen ausgestellt werden können. Bürgermeister Jürgen Kürzinger war beeindruckt und bezeichnete es als ein gut durchdachtes Konzept. Gleichzeitig dankte er den Initiatoren für die bereits geleistete Arbeit.

Info:

Abstimmung über nichtöffentliche Tagesordnungspunkte

Mit einem Abstimmungsmarathon, wenn auch auf Kurzdistanz, ging die Septembersitzung des Marktgemeinderates weiter. Dies bezog sich auf Tagesordnungspunkte aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung und die Genehmigung des Protokolls vom 7. August. Bezugnehmend auf die Bayerische Gemeindeordnung und die Geschäftsordnung der Marktgemeinde beantragte CWG-Fraktionssprecher Jürgen Geyer, dass ein nichtöffentlicher Tagesordnungspunkt vertagt wird und dieser inhaltlich mit der Rechtsaufsichtsbehörde abgeklärt werde. Acht Räte befürworteten den Antrag. Ein weiterer Antrag zur Geschäftsordnung wurde mit acht Stimmen abgelehnt. Ferner beantragte der CWG-Fraktionssprecher einen Anhang im Protokoll über die Sitzung vom 7. August. Dieser wurde von acht Räten abgelehnt. Letztendlich wurde das Protokoll mit 8:6 Stimmen genehmigt.

In der Haushaltssatzung in dem diesjährigen am 26. Juni verabschiedeten Etat hat sich in den Einzelplänen für den Verwaltungs- und Vermögenshaushalt ein Fehler eingeschlichen, hieß es. In den beschlossenen Einzelplänen wurden die Kreditaufnahmen in Höhe von 3,26 Millionen Euro veranschlagt. Die Haushaltssatzung hingegen habe eine Kreditaufnahme von 3,3 Millionen Euro ausgewiesen. Die Rechtsaufsichtsbehörde am Landratsamt Neustadt/WN teilte der Verwaltung mit, dass für die Änderung ein Beschluss des Marktgemeinderates notwendig ist. Dieser folgte ohne Gegenstimme.

Nicht geändert wird die Geschäftsordnung des Marktgemeinderates hinsichtlich der Zuständigkeiten des Grundstücks- und Bauausschusses mit Dorferneuerung. Nach der seit 5. Juni 2014 geltenden Geschäftsordnung ist der Grundstücks- und Bauausschuss mit Dorferneuerung berechtigt, Grundstücksgeschäfte, wie An- und Verkauf, Bestellung von Dienstbarkeiten und anderen Recht sowie die Ausübung von Vorverkaufsrechten, abzuschließen. Dies sollte auf Anregung der Notarin Eva-Maria Bernauer aus Eschenbach auf den Marktgemeinderat übertragen und somit der entsprechende Paragraf in der Geschäftsordnung geändert werden. Dies wurde insbesondere vom CWG-Fraktionssprecher Jürgen Geyer befürwortet mit dem Argument, notarielle und Grundstücksangelegenheiten seien Kernaufgaben des Marktgemeinderates. Nach eingehender Diskussion beschloss das Gremium, dass die Geschäftsordnung in der laufenden Legislaturperiode nicht mehr geändert wird.

Abschließend gab Bürgermeister Jürgen Kürzinger Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung bekannt, die sich auf Auftragsvergaben bezogen. Ferner informierte der Rathauschef über eine Informationsveranstaltung mit dem Ingenieurbüro Kaltenecker, in der das Konzept und die Vorgehensweise zum Wasserleitungsbau in Lenkenreuth diskutiert werden soll. Die Abgabe für den Architektenwettbewerb für den Neubau der Grund- und Mittelschule ist zudem auf den 1. Oktober terminiert.

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