12.03.2021 - 11:33 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Kirchenthumbacher Markträte fordern Bauland

In den Ortschaften um den Hauptort Kirchenthumbach fehlen Bauplätze. Diese Meinung vertreten sechs Ratsmitglieder aus den Ortsteilen. Das lässt auch die CSU-Fraktion nicht ruhen. Sie beantragt weiteres Bauland im gesamten Gemeindegebiet.

Nach der großzügigen Erschließung weiterer Baulandflächen im Gebiet am Sandbrunnen (unser Bild), soll die Baulandoffensive auf alle Ortschaften ausgedehnt werden.
von Robert DotzauerProfil

Ob Naherholungskonzept oder sauberes Trinkwasser, Schul- oder Kläranlagensanierung, Umgehungsstraße oder Verbesserungsbeiträge: die Gemeinderats-Fraktionen möchten mit schriftlichen Anträgen anschieben oder fordern Aufklärung. Thema war in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung auch die Baulandbeschaffung. Die Ratsmitglieder aus Thurndorf, Sassenreuth, Neuzirkendorf und Heinersreuth forderten Bürgermeister Jürgen Kürzinger und mit ihm die Verwaltung auf, geeignete Grundstücksflächen in den Ortsteilen zur Wohnbebauung zu „identifizieren“, Eigentümer anzusprechen und mit ihnen Möglichkeiten des Verkaufs an die Kommune und an Bauinteressenten zu erörtern.

Homeoffice verstärkt den Wunsch nach eigenen vier Wänden

„Gerade junge Familien interessieren sich für ein Leben auf dem Land“, argumentierten fraktionsübergreifend die Markträte Georg und Jürgen Adelhardt (Sassenreuth), Alexander Schatz und Georg Schraml (Thundorf), Winfried Sporrer (Neuzirkendorf) und Rudi Stopfer (Heinersreuth). Die Corona-Pandemie und die damit verbundene Zunahme von Homeoffice werde diese Entwicklung weiter beschleunigen, so die Begründung. Beispielhaft verwies dritter Bürgermeister Alexander Schatz auf den rechtskräftigen Bebauungsplan für das Baugebiet Kapelläcker in Thurndorf.

Kirchenthumbach: Wohnbauflächen stehen bereit

Kirchenthumbach

Bei soviel Power aus den Ortsteilen wollte auch die CSU-Fraktion nicht zurückstehen. Fraktionssprecher Josef Schreglmann hielt den Antrag der Kollegen zwar wichtig und für sinnvoll. Aber auch im Hauptort Kirchenthumbach bedürfe es weiterer Bauland-Erschließungen. Als Beispiel nannte er die rasche Bebaubarkeit von Grundstücken im Baugebiet „Im Anger“. Schreglmann hielt eine umgehende Erschließung für zielführend und beantragte die Einstellung entsprechender Haushaltsmittel in das Haushaltswerk 2021.

Bebauungspläne in den Dörfern entbehrlich?

Schreglmann erinnerte zudem an die Rechtskraft eines Bebauungsplanes in Thurndorf, der die Voraussetzungen für eine weitere Baulanderschließung schaffe. Dann richtete der CSU-Sprecher den Blick wieder auf den Hauptort und plädierte für eine Baugebietserweiterung am Sandbrunnen. Mit Nachdruck unterstützte er auch Forderungen aus den Ortsteilen, nach geeigneten Baulandflächen Ausschau zu halten. Allerdings hielt Schreglmann formelle Bebauungspläne in den Dörfern für entbehrlich. Stattdessen favorisierte er die Ausweisung von Bauflächen im Rahmen von Einzelgenehmigungen. Zusammenfassend wünschte sich der CSU-Mann einen konkreten Beschluss für die Etatplanungen und empfahl die Einschaltung kompetenter Ortsplaner.

Differenzierter waren die Vorschläge von Alexander Schatz. Der dritte Bürgermeister empfahl eine Prioritätenliste künftiger Planungsgebiete. Jan Wiltsch wiederum sah zwar Handlungsbedarf in allen Gemeindeteilen, erinnerte aber gleichzeitig an die Vorgaben im Flächennutzugsplan. Auch Georg Adelhardt schlug vor, sich zunächst am Flächennutzungsplan zu orientieren und zur besseren Übersicht die Zahl der Bauwilligen abzuklären. Mit Blick auf die Vorschläge von Josef Schreglmann zu Einzelgenehmigungen wusste Rudi Stopfer: „Der gute Wille der Genehmigungsbehörden hilft nicht immer weiter“. Der Heinersreuther regte deshalb geordnete Bebauungspläne in allen Ortsteilen an.

Die weiteren Vorschläge reichten von der Empfehlung zur Ergänzung des Flächennutzungsplanes bis zur Aufforderung an den Bürgermeister, bei Gesprächen mit den Grundstückseigentümern bebaubare Flächen herauszufiltern. Auf die ursprüngliche Forderung, konkrete Erschließungsmaßnahmen schon im kommunalen Haushaltswerk 2021 zu verankern, verzichtete das Gremium. Einen Zwischenbericht des Bürgermeisters erwarten sich die sechs Räte aus den Ortsteilen bis zur Maisitzung.

Bündelausschreibung zur Strombeschaffung

Einverständnis herrschte im Rat zur Strombeschaffung für die Jahre 2023 bis 2025. In Kooperation mit dem Bayerischen Gemeindetag bietet die Firma Kommunalberatung und Service (KUBUS) den bayerischen Kommunen und Zweckveränden zur Verfahrenserleichterung eine Bündelausschreibung für die Strombeschaffung für die Lieferjahre 2023 bis 2025 an. Der Markt kooperiert bereits mit KUBUS. Bei Wahlmöglichkeiten zwischen „Normalstrom“ und „100 Prozent Ökostrom“ entschied sich das Gremium für Ökostrom. Kämmerer Michael Eisner verwies auf Mehrkosten gegenüber Normalstrom von bis zu 0,5 Cent je Kilowattstunde. Die Höhe der gesamten Stromkosten der Kommune bezifferte Eisener auf derzeit zirka 308.000 Euro.

Umgehungsstraße

Bürgermeister Jürgen Kürzinger nannte beim Planfeststellungsverfahren für die Umgehungsstraße einen wahrscheinlichen Beginn noch in diesem Jahr. Derzeit prüfe das Staatliche Bauamt die Möglichkeit eines beidseitigen unselbstständigen Radweges entlang der Straßenstraße. Dabei sah Jürgen Geyer immer noch ein ungelöstes Problem. Der CWG-Rat verwies auf die in der Planung fehlenden Straßenquerungen für Fußgänger und Radfahrer.

Fischereiverein weiter Pächter

Aus nichtöffentlichen Beschlüssen des Bauausschusses gab der Bürgermeister die Verlängerung der Pachtverträge um 10 Jahre für den Kesselweiher und den Sassenreuther Weiher mit dem Fischereiverein Kirchenthumbach bekannt. Auch ein Vergabebeschluss für ein neues Sektionaltor im Feuerwehrhaus Thurndorf war Gegenstand der Information.

Flyer und Netzprobleme

Marktrat Philipp Kroher erinnerte den Sitzungsleiter an den versprochenen Flyer, der die Bürgerschaft anstelle der Bürgerversammlung über das kommunale Geschehen informieren solle. Möglicherweise werde dieser zusammen mit den VG-Mitgliedsgemeinden Schlammersdorf und Vorbach erscheinen, teilte der Bürgermeister mit. Erneut beklagten sich Mitglieder des Rates über die regelmäßigen Störungen des Mobilfunknetzes im Bereich Kirchenthumbach. Daniel Götz vermisste Interventionen des Gemeindechefs. „Jedes Mal gibt es im Gremium dieselbe Diskussion und es passiert nichts“, beklagte sich der CWG-Rat. Für Jan Wiltsch ist es keine Angelegenheit, die in den Verantwortungsbereich von Kürzinger falle. „Der Bürgermeister ist nicht der Vertreter der Telekom“! Vielmehr handele es sich um Verträge zwischen Privatkunden und dem Anbieter. Kürzinger ergänzte: „Wir können die Probleme nur ansprechen, lösen muss sie die Telekom“.

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