08.04.2019 - 09:52 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Kirchenthumbacher Schule wird abgerissen

Die Tage der alten Grund- und Teilmittelschule in „Dumba“ sind gezählt. Damit sind einige Gemeinderäte jedoch ganz und gar nicht einverstanden.

Für die Freiflächengestaltung soll das alte Schulgebäude in Kirchenthumbach komplett abgerissen werden.
von Hubert BrendelProfil

Im Zuge des beschlossenen Schulneubaus wurde den Planern zum Verfahren nach der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgV) die volle Planungsfreiheit auf dem gemeindeeigenen Grundstück erteilt. Zur anschließenden Freiflächengestaltung soll dann das alte Bestandsgebäude komplett abgerissen werden, hieß es in der Marktgemeinderatssitzung. Sieben Gemeinderäte vermochten sich mit dem Abriss nicht anzufreunden und votierten dagegen.

Bürgermeister Jürgen Kürzinger gab zu Beginn der Marktgemeinderatssitzung zu verstehen, dass zum VgV-Verfahren (Architektengewinnung) in den nächsten Wochen und Monaten einige Entscheidungen getroffen werden müssen. Ferner informierte er über die Ablehnung eines Grundstücksbesitzers, für einen eventuellen neuen Standort eines Schulgebäudes entsprechende Flächen zu veräußern. Daraus resultiere, dass die gemeindliche Fläche, die für eine Bebauung genutzt werden könne, für einen Neubau ausreichen müsse.

Die „Gretchenfrage“ in der langatmigen Diskussion war jedoch zunächst: Soll das bestehende Schulgebäude abgerissen werden oder nicht? „Wir reißen damit ein Stück Kirchenthumbacher Geschichte weg“, betonte Marktgemeinderat Johann Hammer (CWG). Für den CWG-Fraktionssprecher Jürgen Geyer war ein Verkauf des alten Schulgebäudes, das dann anderweitig genutzt werden könnte, eine Option zum Abriss. Diesem Wunsch wollte sich dritter Bürgermeister Werner Trenz (WG Sassenreuth) nicht anschließen. Und auch Marktgemeinderat Winfried Sporrer (CSU) rief in Erinnerung, dass der Abriss bereits im Jahr 2013 vom Gremium beschlossen worden war und unterstrich, „junge Familien wollen eine neue Schule haben“.

Für den SPD-Fraktionssprecher Dominik Brütting bestand keine Klarheit über die weitere sinnvolle Nutzung des alten Schulgebäudes. Eine Umnutzung war für Kürzinger mit nicht unerheblichen Investitionen, darunter in Brandschutz, Heizungsanlage und barrierefreien Zugang, verbunden. Dem pflichtete Brütting bei und brachte zum Ausdruck, „die Kommune kann sich den Erhalt des Gebäudes nicht leisten“. Sein klares Bekenntnis zur Planungsfreiheit brachte zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann zum Ausdruck und gab zu verstehen, „warum sollen wir das neue Schulgebäude hinter dem alten verstecken“.

Auf ein Schreiben eines möglichen Kaufinteressenten des alten Schulgebäudes verwies dritter Bürgermeister Trenz. Er monierte jedoch, dass sich der Kaufinteressent mit seinem Schreiben an die CWG-Fraktion wende und nicht an den Marktgemeinderat. In der Diskussionsrunde kam auch zum Ausdruck, dass zudem ein eventueller Abriss des Elisabethenheims ins Auge gefasst ist.

Schließlich folgte ein Abstimmungsmarathon im Kleinformat. Anlass war zunächst ein Antrag von CWG-Fraktionssprecher Geyer, die Entscheidung zu dem Tagesordnungspunkt zu vertagen. Zehn Marktgemeinderäte lehnten diesen Antrag ab. Auch der SPD-Fraktionssprecher Brütting stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung. Er wollte rund 600 Quadratmeter aus der Freifläche für eine Planungsfreiheit auf den gemeindeeigenen Flächen herausnehmen. Dieser Antrag fand allerdings lediglich sechs Befürworter und wurde damit mehrheitlich abgelehnt. Abschließend beschloss das Gremium mehrheitlich, bei sieben Gegenstimmen, dass den Planern im VgV-Verfahren volle Planungsfreiheit auf den gemeindeeigenen Flächen gegeben werde. Während der Bauphase ist in den Bestandsgebäuden der Schulbetrieb uneingeschränkt aufrechtzuerhalten, hieß es zudem. Zur anschließenden Freiflächengestaltung werde das alte Schulgebäude dann aber komplett abgerissen.

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