19.02.2019 - 16:31 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Mentale Reise in die Ewigkeit

Ein Automotor heult mit Vollgas auf, dann ein Knall. Nach einigen Sekunden Totenstille wird das Martinshorn immer lauter: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Mit dieser Frage befasst sich der Evangelische Freundeskreis Hof bei einem Konzert.

Harmonisch fügen sich die Stimmen der Sänger in die Melodien der fünfköpfigen Band ein.
von Autor RFÜProfil

Der Andrang beim Konzert, das unter dem Motto "Am Anfang der Ewigkeit" stand, war mehr als überwältigend. In die Kirchenthumbacher Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt mussten vom Pfarrzentrum Stühle herbeigeschafft werden. Mehr als 600 Besucher, die meisten von auswärts, dürften es gewesen sein, die das Gotteshaus gefüllt haben. Begrüßt wurden die Gäste von Pfarrer Augustin Lobo.

Unter der Leitung von Heidrun Seifert führten die 28 Sänger und eine fünfköpfige Band des Evangelische Freundeskreises Hof durch eine zweistündige aber nie ermüdende oder monotone Reise in die Abgründe und Erwartungen der menschlichen Hoffnung zur eigenen Existenz.

Vorlage des Konzerts ist der fiktive Roman "Am Anfang der Ewigkeit" von Michael Phillips: Nach einem tödlichen Verkehrsunfall findet sich ein bekannter internationaler Wortführer des Atheismus im Jenseits wieder, in einer geheimnisvollen surrealen Welt, an die er nie geglaubt hat. Was wird nun wohl mit einem wie ihm in der Ewigkeit geschehen? In unzähligen Äonen wird er allen Menschen gegenübergestellt, an denen er schuldig ist. Alle noch so kleinen Entscheidungen seines Lebens muss er überprüfen, um seine wahren Beweggründe zu sehen.

Nach der Erkenntnis der Schuld und inneren Umkehr erfährt er Vergebung. Zuletzt ist seine Sehnsucht nach Gott so groß, dass er den Schritt ins läuternde Feuer wagt, in dem auch die unbewussten inneren Sünden gereinigt werden. Eine der Kernausagen waren: Die Heilung eines Menschen beginnt, wenn er erkennt, wie krank, egoistisch und gottlos sein Leben ist. Im Land des Lichts gibt es kein Leid mehr, es gibt dort nichts zu bereuen.

Die Band mit instrumentalen Multitalenten begleitete Chor und Solisten mit Keyboard, diversen Gitarren, Klarinette und Saxofon. Chormitglieder übernahmen zusätzliche Einsätze mit Geigen und Trompete bei einzelnen Stücken. Das Ensemble war sehr gut ein- und abgestimmt, es bildete eine harmonische Einheit. Das Repertoire umfasste christliche Lieder von Klassik bis Pop, Eigenkompositionen und Stücke zeitgenössischer Liedermacher. Erwähnenswert: Der verständliche Rap "Du bist der Christus, der Erlöser". Lang nachhallen dürfte bei den Konzertbesuchern das "Lob der Nationen", das sichtbar begeistert zum Ende des Konzerts nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch, Spanisch und als besondere Herausforderung auf Russisch gesungen wurde. Die fantastische Fantasiereise wurde mit einem langanhaltenden Applaus belohnt.

Die Kirchenthumbacher Pfarrkirche ist rappelvoll, als der Evangelische Freundeskreis Hof dort sein Können zeigt.
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