26.07.2021 - 14:31 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Online-Voting für Predigtthema: Kirchengemeinde Kirchenthumbach hat entschieden

Die evangelische Pfarrerin Anne Utz hat in der Kirchengemeinde Kirchenthumbach eine neue Idee gewagt. Die Kirchenbesucher durften über das Thema der Predigt entscheiden. Auch für die Pfarrerin eine Herausforderung.

Pfarrerin Anne Utz bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

"Warum lässt Gott Leid zu? Kann er es nicht ändern oder will er es nicht?" - so wird das Thema des Gottesdienstes der evangelischen Kirchengemeinde Eschenbach-Kirchenthumbach am 1. August lauten. Nicht Pfarrerin Anne Utz hat dieses Thema für die Predigt gewählt, sondern die Kirchengemeinde selbst.

30 Leute haben abgestimmt und auf den sozialen Netzwerken gab es positive Rückmeldungen auf die Aktion. 33,3 Prozent der Stimmen entfielen auf das Thema "Warum lässt Gott Leid zu?". Pfarrerin Utz ist mit der Aktion die Themenwahl der Kirchengemeinde durchaus auch ein kleines Risiko eingegangen: "Definitiv ist das eine Herausforderung und anspruchsvoll, aber es ist eine Grundfrage. Ich bin schon in der Vorbereitung auf die Predigt."

Auf die Frage, ob das Thema Leid gerade auch aufgrund der Corona-Pandemie gewählt wurde, kann Utz nur mutmaßen. "Das Thema ist ja nicht völlig neu, aber die aktuellen Ereignisse rufen es vielleicht wieder etwas mehr ins Bewusstsein," meint die Pfarrerin. Hier bezieht sie sich auch die Flutkatastrophe, die derzeit verschiede Teile der Bundesrepublik hart trifft. Die weiteren Themenvorschläge waren: "Segnung gleichgeschlechtlicher Paare - gegen Gottes Gebot?" (30 Prozent), "Woher weiß ich, dass es Gott gibt?" (23,3 Prozent) und "Uns geht es gut, wir brauchen keinen Gott" (13,3 Prozent).

Endgültige Antworten auf die Fragen dürfen die Besucher des Gottesdienstes von Pfarrerin Utz allerdings nicht erwarten. "Ich werde versuchen das Thema einzuordnen und Anregungen zu geben", erklärt sie. Durch die Aktion hofft sie, dass Leute wieder den Mut fassen freier zu denken. Utz könnte sich durchaus vorstellen, die Aktion in Zukunft zu wiederholen: "Die Entscheidung liegt aber beim Kirchenvorstand. Vorerst war das eine einmalige Aktion." Abgeneigt ist sie der Idee allerdings nicht, auch weil die Rückmeldung auf die Aktion bisher durchweg positiv waren.

Ob es bewirkt, dass wieder mehr Menschen in die Kirche kommen, könne sie nicht einschätzen. Allerdings hat die Pfarrerin eine interessante Beobachtung gemacht: "Seit der Kirchenbesuch aufgrund der Lockerungen wieder möglich ist, kommen wieder mehr Menschen als vor der Corona-Pandemie." Vielleicht ein Rückschluss darauf, dass die Kirche durchaus eine soziale Komponente hat und die Leute dort zusammenkommen können, mutmaßt Utz. Der Gottesdienst wird am 1. August in Kirchenthumbach bei schönem Wetter draußen neben der Johanneskirche stattfinden. Bei schlechtem Wetter wird ins katholische Pfarrheim ausgewichen.

Gottesdienstbesucher gestalten Predigt per Online-Voting mit

Kirchenthumbach

 

 

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