12.02.2021 - 11:22 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Solarpark Altzirkendorf: Bebauungsplan trotz Kritik genehmigt

Die Bauleitplanung "Solarpark Altzirkendorf" steht vor der Rechtskraft. Nach der sogenannten Abwägung kritischer Stellungnahmen einiger Träger öffentlicher Belange billigt der Rat die Änderung des Flächennutzungsplanes

Solarpark
von Robert DotzauerProfil

Nur noch wenige der insgesamt 25 Träger öffentlicher Belange nahmen auf der Zielgeraden des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Sonnenprojekt in Altzirkendorf die Möglichkeit zu weiteren Stellungnahmen wahr. Kritik und Anregungen kamen insbesondere vom Landratsamt und vom Amt für Landwirtschaft.

Das Bauamt erinnerte an die Einplanung der für freistehende Photovoltaikanlagen notwendigen Nebengebäude. Der technische Umweltschutz befasste sich mit den Blendwirkungen der Module und empfahl Sichtschutzmaßnahmen, die laut Beschlussvorschlag durch Pflanzmaßnahmen und der Errichtung eines textilen Sicht- und Sonnenschutzes berücksichtigt werden.

Eine zu niedrige Ausgleichsflächenberechnung monierte die Untere Naturschutzbehörde. Zudem wünschen sich die amtlichen Naturschützer auf den gesamten Freiflächen den Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel und die Anlage von Mikrohabitaten zum Erhalt des Artenschutzes. Eine entsprechende Einarbeitung in die Planungstexte sicherte das Gremium auf Vorschlag des Planungsbüros zu.

Zerstörung landwirtschafter Nutzflächen

Klartext sprach der Kreisheimatpfleger. „Ackerland und Kulturlandschaften fallen der Rendite zum Opfer“. Im Gegensatz dazu wird in der Abwägung auf die Ziele des Landesentwicklungsprogrammes und der Regionalplanung verwiesen, die ausdrücklich empfiehlt, die Agrarlandschaft für erneuerbare Energien verstärkt zu nutzen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bedauerte erneut den Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen. An alle Gemeinden gerichtet, war der Appell, mit ihrer planerischen Hoheit zu versuchen, Einfluss auf die Verwertung des Faktors Boden zu nehmen, um eine großflächige Ausweitung von Photovoltaikmodulen zu vermeiden. Das Amt wiederholte die Forderung, PV-Anlagen auf Dächern von Wohnhäusern und gewerblichen Bauten zu installieren. Mit der Herausnahme großer Flächen für die landwirtschaftliche Produktion erwachse auch mit Blick auf die energetische Verwertung in Biogasanlagen eine Flächenkonkurrenz.

In der Abwägung verwies der Marktgemeinderat auf die vergleichsweise flächensparende Form der Erneuerbaren Energien. Ein Blendgutachten des Planungsbüros widerlegte Befürchtungen des Staatlichen Bauamtes auf Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr. Keine Erinnerungen kamen vom Wasserwirtschaftsamt und 19 weiteren Fachstellen, Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange. Den folgenden Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren mit dem Bebauungsplan fasste das Gremium einstimmig. Nach der formellen Abwägung aller eingegangenen Stellungnahmen billigte der Marktgemeinderat auch den vorhabenbezogenen Bebauungsplan ohne Gegenstimmen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens folgt eine erneute öffentliche Auslegung.

Bekanntgabe von Vergabebeschlüssen des Bauausschusses

Im Informationsteil berichtete Bürgermeister Jürgen Kürzinger über eine derzeit stattfindende Untersuchung der Schulgebäude. Ergebnisse erwartet der Rathauschef in zirka zwei Wochen. Es folgten zum Schluss des öffentlichen Teiles der Sitzung Bekanntgaben aus Vergabebeschlüssen des Bauausschusses. 53.884 Euro kostet die Erneuerung von 23 Straßenleuchten im Ortsteil Burggrub. Für neue Fenster im Feuerwehrgerätehaus Thurndorf erteilte das Gremium einen Vergabeauftrag in Höhe von 31.180 Euro. Die Installierung von Heizplatten im Feuerwehrgerätehaus Sassenreuth kostet der Marktgemeinde 5.102 Euro. Marktgemeinderat Winfried Sporrer appellierte an die Verwaltung, Hinweisen über LTE-Störungen im Gemeindebereich nachzugehen.

Photovoltaik auf zehn Hektar Ackerland

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