15.11.2020 - 11:38 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Später Haushalt Basis für große Zukunftsaufgaben in Kirchenthumbach

Schulden runter, Rücklage rauf. Aus der Kämmerei der Marktgemeinde gibt es eigentlich gute Nachrichten. Doch das dicke Ende kommt noch. Kirchenthumbach schiebt einen Investitionsstau vor sich her

Ob Generalsanierung der Grund- und Mittelschule, Kläranlagensanierung oder Investitionen in die Leitungsnetze der Kommune: Auf den Markt warten riesige Herausforderungen mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe
von Robert DotzauerProfil

In seiner Stellungnahme zum erst im November verabschiedeten Haushalt des laufenden Jahres setzte Zweiter Bürgermeister Ewald Plößner ein dickes „Aber“ vor seine Ausführungen. Im Namen der CWG-Fraktion prophezeite er trotz aktuell guter Zahlen für die Zukunft Wehklagen und Zähneknirschen. Das Investitionsvolumen von 3 Millionen Euro gehe zwar in Ordnung, doch Plößner sorgt sich um die Zukunftsentwicklung. „Bei den riesigen Aufgabenstellungen in den nächsten Jahren zeichnet sich ab, dass wir mehr Geld in die Hand nehmen müssen“, urteilte der Vize-Bürgermeister.

„Bei den riesigen Aufgabenstellungen in den nächsten Jahren zeichnet sich ab, dass wir mehr Geld in die Hand nehmen müssen“

Zweiter Bürgermeister Ewald Plößner (CWG)

Vertiefend wollte Plößner das Werk 2020 nicht mehr beleuchten. Er bedauerte zudem die späte Vorlage des Zahlenwerkes. Als Gründe nannte er die Kommunalwahl und das Bürgerbegehren. Zugleich warb der CWG-Sprecher für eine bessere Kommunikation. Das stärke eine vertrauensvollere Zusammenarbeit, wie sie sich bereits in den jüngsten Ausschusssitzungen angedeutet habe.

Die Zahlen zum Kirchenthumbacher Haushalt

Kirchenthumbach

Mit Nachdruck zu Fördergeldern

Plößner erinnerte an gewaltige Herausforderungen in den nächsten Jahren. Eine marode Kläranlage und sich häufende Wasserrohrbrüche zeigen die Notwendigkeit, endlich die lange angekündigten Sanierungen anzugehen. Eine rasche Grundsatzentscheidung wünschte sich der Zweite Bürgermeister zum Thema Schule. Zur Finanzierung der Großprojekte sei Hartnäckigkeit beim Bemühen um staatliche Fördermittel angesagt.

Solides Finanzpolster für künftige Investitionen

Mehr Rückblick als Ausblick nannte SPD-Sprecher Dominik Brütting die späte Etatvorlage. Allerdings ermögliche diese einen klaren Blick auf den Ist-Stand der kommunalen Finanzen. Ein Finanzpolster, das der SPD-Vertreter als sehr solide bezeichnete. Brütting würdigte die freie Finanzspanne im Verwaltungshaushalt und damit verbunden die satte Zuführung zum Vermögensetat, die überschaubare Verschuldung und die Aufstockung der Rücklage. Diese Entwicklung mache Hoffnung, die Zukunftsaufgaben zu meistern.

Auf die Investitionsplanung verweisend nannte Brütting als wichtigste Projekte die Baugebiete Sandbrunnen IV und V, Anger und Kappeläcker in Thurndorf . Die Baulandoffensive sei ein zentraler Schwerpunkt kommunaler Initiativen, um für junge Familien Ansiedlungsmöglichkeiten zu schaffen. Der SPD-Fraktionssprecher verwies zudem auf dringend notwendige Tiefbaumaßnahmen, etwa in der Linden- und der Bürgermeister-Prüschenk-Straße. Die Hintergründe der Verzögerungen sah Brütting in der unklaren Rechtslage zur Straßenausbaubeitragssatzung.

"Nach einem stürmischen Jahr mit soliden Finanzen können wir positiv in die Zukunft blicken.“

SPD-Fraktionssprecher Dominik Brütting

Sehnsucht nach Datenautobahn

Einen raschen Baubeginn forderte Brütting bei der Breitbanderschließung. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Telekom endlich tätig wird“, so der SPD-Sprecher. Die Investitionssumme sei auf zirka 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Förderung betrage 90 Prozent. Beispielhaft verwies Brütting zudem auf kostenintensive Projekte im Bereich der kommunalen Wasserver- und Abwasserentsorgung sowie die Sanierung der Gemeindestraßen. Beim Schulhausthema signalisierte Brütting Kompromissbereitschaft. „Wir sind auf einem guten Weg, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen“. Nach einem stürmischen Jahr mit soliden Finanzen könne man positiv in die Zukunft blicken“, lautete sein Resumee.

"Ich wünsche mir, dass wir künftig bei allen Themen rascher zu Potte kommen.“

Georg Schraml (BGT)

"Ich wünsche mir, dass wir künftig bei allen Themen rascher zu Potte kommen“, sagte Georg Schraml. Für die Bürgergemeinschaft Thurndorf (BGT) dankte er im Namen aller neuen Räte für die Aufklärungsarbeit des Kämmerers und wünschte sich eine Vorlage des Haushaltsentwurfs jeweils im 1. Vierteljahr. „Wir haben eine solide finanzielle Basis für die künftigen Großprojekte“, signalisierte Schraml die Zustimmung der BGT.

Ein Ja zum Haushalt kam auch von Josef Schreglmann. Der CSU-Sprecher lobte das fruchtbringende Gesprächsklima mit den Bürgermeistern. Er dankte allen Beteiligten für das übersichtliche, wenn auch recht spät vorgelegte Haushaltswerk. Um Wiederholungen zu vermeiden, wollte der CSU-Mann auf Einzelheiten des Etats nicht mehr weiter eingehen.

In diesem Sinne äußerste sich auch Rudi Stopfer für die Wählergemeinschaft Heinersreuth. Der WGH-Vertreter freute sich besonders über die Investitionen in den Dörfern der Marktgemeinde. Zustimmend war auch die Stellungnahme von Georg Adelhardt für die Wählergemeinschaft Sassenreuth. Sorge bereitete ihm der wegen der Corona-Krise zu befürchtende Rückgang der Steuereinnahmen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.