11.11.2019 - 12:50 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Im Talar auf Bewährung

Zum 30. Bühnenjubiläum sollte es etwas Besonderes sein. Und in der Tat: Das ausgewählte Theaterstück war ein gelungener Griff in die höheren Kategorien der Schauspielkunst - ein wahrlich himmlisches Vergnügen.

"Zweimal Himmel und zurück": Premiere.
von Autor RFÜProfil

Mit "Zweimal Himmel und zurück" landete die Theatergruppe um Vorsitzende Gabi Strauß einen echten Kracher. Dabei drehte sich alles um die Frage: Wie kommt der Sünder "Schorsch" im Himmelreich beziehungsweise in dessen Vorhalle zurecht - und mit neuen Aufgaben? Ist er doch nicht gottesfürchtig und auch ganz und gar nicht bibelfest. Das bisschen Katechismusunterricht in der Volksschule reicht nicht aus, um seinen Auftrag im Sinne des Herrn erfüllen zu können.

Große Freude kam bei den Protagonisten und den Verantwortlichen bei der Premiere mit Blick auf die Zuschauerränge auf. Im Pfarrsaal waren nur wenige Stühle frei, als Regisseur Thomas Frankenberger die Zuschauer begrüßte, darunter auch Hausherrn Pfarrer Augustin Lobo.

Im Mittelpunkt der Komödie, einem heiteren Dreiakter aus der Feder von Regina Harlander, stand der "Rennbahn-Schorsch", klasse gespielt von Manfred Sendlbeck. Er hatte alle seine Kohle auf der Pferderennbahn verzockt. Der einzige Ausweg, wieder zu Geld zu kommen, war ein Banküberfall. Doch beim Raubzug hielt er sich nicht an alle Gaunerregeln, so dass vieles "in die Hose ging". Als die Polizei ihn verfolgte, sah der "Rennbahn-Schorsch" keinen Ausweg mehr und stürzte sich von einer Brücke. Aus war es mit dem irdischen Dasein.

Seine Seele machte sich auf den Weg ins Jenseits, wo bereits Erzengel Uriel (Vinzenz Plößner), bewaffnet mit einem riesigen Schwert, auf ihn wartete. Zwei Engel (Lina Plößner und Raphaela Weber) schleppten ein schweres Buch mit dem Sündenregister von "Schorsch" heran. Dieses spricht eindeutig dafür, ihm den Zutritt zum Himmelreich zu verwehren: "Solche Charaktere kontaminieren den Himmel."

Das trifft auch auf den Engel Aloisius (Stefan Schober) zu, den der "Rennbahn-Schorsch" vor der Himmelspforte trifft, wo er schon seit vielen Jahren auf Einlass hofft. Mittlerweile schiebt er Frust und stimmt mit seiner Himmelsgeige ständig das "Halleluja" an. Doch wohin mit den beiden schuldbeladenen Seelen, zumal das Fegefeuer als auch die Hölle hoffnungslos überbelegt sind?

Uriel will jedes Aufsehen an höchster Stelle vermeiden. Er wartet schon seit vielen Jahren auf eine Beförderung und kann sich keinen Fehltritt leisten. Zugleich ist er "angefressen", weil er auf der Karriereleiter des Himmelreiches nicht wirklich weiterkommt. Und Typen wie den "Schorsch" kann er von Grund auf ganz und gar nicht ausstehen.

Kurzentschlossen entsendet er ihn als Büßer mit neuer Identität zurück auf die Erde: Als Pfarrer Birnbaum soll "Schorsch" in einer sündigen Gemeinde wirken. Da der Engel Aloisius den Uriel ebenfalls stört, schickt er diesen mit auf die Erde. Allerdings kann ihn dort außer "Schorsch" niemand hören und sehen.

Die Ankunft im Pfarrhaus bedeutet für die beiden den Auftakt zu zahllosen Schwierigkeiten: "Schorsch" hat äußerst wenig Talent zu einem frommen Seelsorger. Das Umfeld im Pfarrhof will dennoch alles tun, um den neuen Pfarrer zu halten: "Wenn der auch wieder geht, schickt uns der Bischof keinen Neuen mehr", war zu hören. Die Pfarrersköchin (Gabi Strauß) und die Chorleiterin (Maria Steger), beide im Ort als "Dorfratschn" bekannt, sind dabei nicht immer einer Meinung.

Dann taucht auch noch Bürgermeister Richard Rauchfass (Sandro Friedl) auf, der ebenfalls einiges auf dem Kerbholz hat. Seine Frau Edeltraud (Tanja Groß) weint sich beim neuen Pfarrer bei mehreren Stamperln Schnaps aus. Eine Schlüsselrolle in "Schorschs" Bemühungen um den endgültigen Einzug ins Himmelreich fällt der Bürgermeistertochter Birgit (Julia Groß) zu. Am Ende des irdischen Einsatzes kehren "Schorsch" und Aloisius zurück ins Himmelreich, wo Petrus Einlass gewährt. "Mit diesen beiden ist im Himmel bestimmt schon bald die Hölle los. Aber ich werde sie schon in Schach halten", kommentierte Uriel die Rückkehr.

Thomas Frankenberger und technische Spielleiterin Karin Rupprecht-Horn hatten das Ensemble im Vorfeld zur Höchstleistung getrimmt. Langanhaltender Beifall war der Lohn für eine hochklassische schauspielerische Leistung. Erstmals waren auch zwei Kinder und ein Jugendlicher in das Ensemble aufgenommen worden. Vorsitzende Gabi Strauß dankte allen, die zum Gelingen der Jubiläumsaufführung beigetragen haben.

Wiederholt wird die unterhaltsame Geschichte am Freitag, 15. November, und Samstag, 16. November, jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf an den Schaltern der Raiffeisenbank und der Sparkasse sowie an der Abendkasse.

"Zweimal Himmel und zurück": Theater-Premiere.
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