18.01.2019 - 15:43 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Viel Honig, wenig Pollen

Gute Ernte bei Linden- und Waldhonig, teilweise aber auch langanhaltende Melizitosentracht und hoher Zuckergehalt: Auf ein Bienenjahr mit vielen Besonderheiten blicken die Mitglieder des Imkervereins Kirchenthumbach zurück.

Neue Bienenvölker in der Region kaufen, um keine Bienenseuchen einzuschleppen, und unbedingt auf ein Gesundheitszeugnis achten: Dazu ruft Kreis- und Ortsvorsitzender Reinhold Ziegler die Bienenzüchter auf. Er fürchtet, dass viele durch große Mengen Melizitosehonig und Pollenmangel geschwächte Völker den Winter nicht überleben werden.
von Autor RFÜProfil

Durch den um etwa zwei Wochen früheren Frühlingsbeginn, haben die Bienen Mühe gehabt, der Entwicklung der Natur hinterherzukommen, erklärte Vorsitzender Reinhold Ziegler in der Jahreshauptversammlung des Imkervereins. Die Mehrzahl der Bienenzüchter habe trotzdem reichlich Frühjahrshonig ernten können.

Die befürchtete Trachtlücke sei ausgeblieben und überbrückt worden durch eine ungewöhnlich gute Lindentracht. In einigen Regionen haben die Bienen große Mengen Melizitosehonig gebracht, merkte Ziegler an. Dieser habe nicht nur die Imker ermüdet, auch die Bienen hätten sich daran stark abgearbeitet.

Weiter berichtete der Vorsitzende, dass der zusätzlich extrem trockene Sommer den Bienen auch noch Pollenmangel beschert habe, so dass die Aufzucht der Winterbienen nur sehr schleppend erfolgen konnte. Daraus folgerte er, dass viele dadurch geschwächte Völker den Winter wohl nicht überleben werden. Eine hohe regionale Milbenbelastung werde die Zahl der Bienenvölker zusätzlich dezimieren. "Wichtig ist, dass geschädigte Imker neue Bienenvölker in der Region kaufen, um zu verhindern, dass Bienenseuchen eingeschleppt werden", betonte Ziegler. Beim Kauf von Völkern über Landkreisgrenzen hinaus sei unbedingt auf ein Gesundheitszeugnis zu achten.

Als wichtigste Ereignisse des Jahres 2018 nannte der Vorsitzende die Erneuerung des Bienenlehrstands und das Ferienprogramm. Forciert worden sei zudem die Fortbildung der Imker. Dafür seien hochkarätige Referenten gewonnen worden. Nicht unerwähnt ließ Ziegler das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Dabei gehe es auch um den Schutz der Insekten, der Vögel und der gesamten Natur. Durch Biotopverbünde, ökologische Bewirtschaftung und Vermeidung von Spritzmitteln, durch Gewässerschutz und Förderung von Blühflächen sollen die Qualität der Lebensmittel und der Umweltschutz nachhaltig verbessert werden.

Schriftführer Florian Kroher informierte über Vereinsstruktur und -aktivitäten. Derzeit gehören dem Imkerverein 55 Mitglieder an, die allesamt aktive Bienenzüchter seien. In seinem Bericht ging er auf den Besuch der Frühjahrskreisversammlung in Weiden, mehrere Mitgliederversammlungen mit namhaften Referenten, Besuche von Fachvorträgen und die Teilnahme am Erntedankfest im Gagglhof ein. Dort seien Honig und -produkte präsentiert worden.

Pfarrer Augustin Lobo kündigte in seinem Grußwort an, dass die Firmlinge 2019 zu Gast beim Imkerverein sein werden, um Natur und Technik der Imkerei näher kennenzulernen. Den Bienenzüchtern wünschte er alles Gute. Zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann würdigte die Leistungen des kleinen, aber topfiten Vereins, der sehr viel für die Natur tue. Lobend erwähnte er auch die Jugendarbeit. Schreglmann ließ wissen, dass die Gemeinde dem Imkerverein auch heuer wieder 150 Euro zur Bekämpfung der Varroamilbe zukommen lassen und auch das Volksbegehren unterstützen werde.

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