01.06.2018 - 14:05 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Völlig verplant

Umgehung Kirchenthumbach: Keine "Bürgervariante"

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Kurz vor der Verhandlung am Verwaltungsgericht über die Umgehung der Staatsstraße 2120 hat sich mit Bruno Geyer einer der Kläger gegen die Planung zu Wort gemeldet. Der Anwohner der geplanten Trasse macht klar: Er und seine Mitstreiter kämpfen nicht für die vom Bauamt abgelehnte "Bürgervariante". Viel mehr haben die Anlieger der Lindenstraße "für viel Geld" selbst eine Streckenvariante in Auftrag gegeben, von der sie überzeugt sind, dass sie allen Beteiligten nützt.

Wegen Anregungen von Anliegern habe die Regierung des Staatlichen Bauamts mit der Planung einer alternativen Route beauftragt. Die vom Staatlichen Bauamt im Planfeststellungsbeschluss dann diskutierte und abgelehnte "Bürgervariante" sei aber "vollkommen an der Aufgabenstellung vorbeigeplant", sagt Geyer nun. "Der Flächenverbrauch ist viel zu groß." Unter anderem werde ein Supermarkt großzügig umfahren, obwohl es dort keinen Grund für Lärmschutz gibt. Die Planung erfolgte "ohne Anhörung der Anlieger". Deshalb konnten die auch erst aktiv werden, als der Planfeststellungsbeschluss vorlag. "Wir haben fristgerecht Klage eingereicht", erklärt Geyer den nächsten Schritt. Um zu zeigen, dass es besser geht, folgte der Auftrag an das Planungsbüro. Dessen Arbeit reichten Geyer und seine Mitstreiter im Frühjahr 2016 beim Gericht in Regensburg ein. Am 7. Juni entscheiden die Richter nun.

Dass Planungen für die Umgehung schon seit den 1960er Jahren laufen, also älter sind, als die Häuser an der Lindenstraße ist für Geyer kein Argument. Seither haben sich "Verkehrsaufkommen Umwelt und Lärmschutz grundlegend geändert". Deshalb habe das Staatliche Bauamt die Planung angepasst. Überall betrage der Abstand zur Bebauung nun 30 Meter. "Nur an der Lindenstraße sind es gerade einmal 4 Meter", sagt Geyer. Dieser Streifen lasse nicht einmal Platz für einen Lärmschutzwall.

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