Seit der Saison 2011/12 in 183 Spielen 145 Tore erzielt und 53 Treffer vorbereitet – die Zahlen des Ensdorfers Dominik Siebert, der aktuell für den Fußball-Landesligisten SC Ettmannsdorf aufläuft, sind beeindruckend.
Aber bei weitem nicht nur das: Der 24-Jährige erzielte in der Spielzeit 13/14 mit einem Schuss vom Mittelkreis aus den vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) ausgelobten „Bayerntreffer“ des Monats und ist heuer im April für sein besonders faires Verhalten auf dem Sportplatz mit der Fair-Play-Medaille des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgezeichnet worden. „Für mich war das einfach ein Gebot der Fairness und der Ehrlichkeit“, sagt Siebert. Rückblick: Am 3. Oktober 2017 bestritt der SC Ettmannsdorf sein Heimspiel in der Landesliga Mitte gegen den FC Tegernheim. In der 47. Minute entschied der Schiedsrichter nach einer Attacke gegen Siebert im gegnerischen Strafraum auf Elfmeter. Der 24-Jährige reagierte aber prompt und gab dem Unparteiischen sofort zu verstehen, dass er nicht gefoult worden war. Daraufhin wurde die Strafstoßentscheidung zurückgenommen und das Spiel mit Schiedsrichterball fortgesetzt.
„Ich merkte sofort, dass ich nicht gefoult worden war. Nachdem ich aber abgehoben hatte, dachte ich, dass mir der Referee eine Gelbe Karte wegen einer Schwalbe geben wird“, so der 24-Jährige weiter. Was aber nicht der Fall war. „Klar, es fällt in so einer Situation schwer, das zuzugeben. Sowohl der Schiri als auch Mit- und Gegenspieler waren logischerweise überrascht. Aber ich bin so erzogen worden und will mir nichts ermogeln“, erinnert sich der aktuell in Amberg wohnhafte Stürmer.
Besonders bitter: Am Ende verlor der SC Ettmannsdorf sein Heimspiel, der ebenso verdutzte Schiedsrichter vermerkte dieses bemerkenswerte Eingeständnis im Spielbericht. „Uns fehlen die Punkte aktuell sicher im Abstiegskampf. Aber ich würde das jederzeit wieder so machen“, steht er zu seiner Geste, die bei nicht allen Verantwortlichen seines derzeitigen Vereins auf große Gegenliebe stieß.
Siebert lässt sich davon aber nicht beirren. Ganz im Gegenteil: Er bekam nun eben für diese nicht alltägliche Aktion die Fair-Play-Medaille, mit welcher der DFB seit 1997 derartige Aktionen würdigt. „Großer Sport lebt von kleinen Gesten“, sagte Landesliga-Spielleiter Werner Mages vor kurzem bei Sieberts Ehrung vor dem Anpfiff der Begegnung des SC Ettmannsdorf gegen den ASV Burglengenfeld.
Der 24-Jährige stand übrigens schon einmal im Mittelpunkt des Verbandes. Und zwar in der Saison 2013/14, als er am 32. Spieltag für die DJK Ammerthal gegen den SSV Jahn Regensburg II „Mann des Tages“ war. Grund hierfür waren nicht nur seine zwei Treffer, die seiner DJK den 2:1-Sieg und damit drei wichtige Punkte im Abstiegskampf sicherten, sondern vor allem sein Geniestreich in der Nachspielzeit.
Nachdem dem SSV Jahn Regensburg II in dieser das 1:1 gelang und es nach einer Punkteteilung aussah, schlug die Stunde des schlitzohrigen Offensivmannes. Direkt im Anschluss an den Ausgleich der Gäste zog Siebert nach dem Anspiel aus dem Mittelkreis ab und überlistete Regensburgs Torhüter Daniel Hanke zum 2:1-Siegtreffer für die DJK. Der Lohn dafür: Er wurde mit dem Bayerntreffer des Monats Mai 2014 ausgezeichnet.
„Diese Auszeichnung machte das Tor zu etwas ganz besonderem“, freut sich der gelernte Bürokaufmann. „Vielleicht ist es erst durch den Ausrutscher so gut geworden.“ Denn er profitierte damals davon, dass Jahn-Keeper Hanke beim Rückwärtslaufen stürzte und der Ball dadurch ungehindert ins Tor flog. „Es hat einfach alles gepasst.“
So wie bei seiner Fairplay-Aktion im Trikot des SC Ettmannsdorf, zu dem er zu Beginn dieser Saison gewechselt war. Ob dort eine weitere dazu kommt, ist aktuell offen. Siebert würde gerne beim SCE bleiben, allerdings plane dieser einen personellen Umbruch.
Zuvor kickte der 24-Jährige bei der DJK Gebenbach, der DJK Ammerthal und seinem Heimatverein DJK Ensdorf. Leicht fiel ihm 2013 der Weggang von der DJK Ensdorf nicht. „Mein Bruder sowie viele Freunde spielen noch dort. Außerdem ist mein Vater in der Vorstandschaft. Ich bin sehr mit Ensdorf verwurzelt“, gibt er zu. Bei seinem Heimatverein feierte er auch die bisher größten Erfolge.
Als bisheriges Karriere-Highlight nennt er den Aufstieg in die Bezirksliga mit seinem Heimatverein. In der Aufstiegssaison erzielte Siebert 37 Treffer und wurde Torschützenkönig in der Kreisliga – nur eine von viele beeindruckenden Zahlen Sieberts. (lst)















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