08.07.2019 - 16:41 Uhr
Kleinsterz bei MitterteichOberpfalz

Wald birgt riesige Chancen

Groß gefeiert hat die Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen. Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, stellte die Bedeutung von Wald und Holz für Wirtschaft und Umwelt heraus.

Ausgeschiedene Vorstandsmitglieder ehrte die Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth bei ihrem Jubiläumsfest. Im Bild (von links) Mitarbeiterin Aurelia Haberkorn, Försterin Christina Scholz, Vorsitzender Johann Meister, Josef Zeitler, Geschäftsführer Wolfgang Beer, Karl Lindner, Bürgermeister Roland Grillmeier, Richard Bauer, Leitender Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch, Gerhard Neubauer, Präsident Josef Ziegler, Johann Helm, Dirk Lüder (Bereichsleiter Forst) und Gregor Zölch.
von Josef RosnerProfil
Vorsitzender Johann Meister erinnerte an fünfzig Jahre Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth
Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes.

1300 Mitglieder sind verantwortlich für eine Waldfläche von knapp 13 000 Hektar - darauf machte FGB-Vorsitzender Johann Meister aufmerksam. "Auch 50 Jahre nach der Gründung hat die Forstbetriebsgemeinschaft nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt." Meister betonte, dass man sich als Dienstleister rund um Wald und Holz verstehe und stellte den Besuchern im Festzelt die Leistungen der FBG vor.

Allround-Dienstleister

Eigens zum Jubiläum gekommen war Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, aus Nittenau. In seiner Festrede betonte er, dass 50 Jahre für einen Menschen eine lange Zeit seien, auf den Wald treffe das eher weniger zu. 136 Waldbesitzervereinigungen und Forstbetriebsgemeinschaften gibt es aktuell in Bayern. "Heute sind Waldbesitzervereinigungen bewährte forstwirtschaftliche Allround-Dienstleister, die mit ihrer Vielzahl an Mitgliedern eine Marktposition einnehmen, die für den einzelnen nicht erreichbar wäre. Die Bündelung des Holzangebots sichert dem Waldbesitzer ein bestmögliches Ergebnis." Ziegler wusste, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten für die Waldbesitzer vieles verändert habe. So fiel der Holzpreis in den 90er Jahren auf Ramschniveau. Erst die Vollmechanisierung bei der Holzernte habe zum Aufatmen bei den Holzbauern geführt. "So wie einst die Motorsäge die Waldarbeit revolutionierte, haben heute Spezialmaschinen wie Harvester und Rückezug das Kommando übernommen." Dank der Zusammenschlüsse seien die Waldbesitzer heute breiter und professioneller aufgestellt. Die bayerischen Waldbesitzer stellten angesichts von 2,6 Millionen Hektar Wald eine Wirtschaftsmacht dar.

Bayerisches Holz weit vorne

Gerade im Hinblick auf den Klimaschutz liege das bayerische Holz weit vorne. "Wald und Holz eröffnen uns riesige Chancen, was leider noch nicht überall wahrgenommen wird." Zu den bayerischen Waldbesitzervereinigungen gehörten 170 000 Mitglieder. "Wir gehören zu den starken zivilgesellschaftlichen Gruppen unseres Landes. Die Waldbesitzer bestimmen, wo es lang geht in ihren Wäldern und nicht Aktivisten, die sich an Bäume ketten oder Douglasien rausreißen", so Ziegler.

Der Festredner zeigte sich überzeugt: "Unser Wald bleibt ein Ort vielfältiger Interessen der Bürger." Dennoch sei es dringend nötig, dass sich Politik und Gesellschaft um eine wirksame Klimaschutzpolitik kümmerten. Ansonsten sei der Fortbestand der Wälder in ernster Gefahr. "Dürre, Hitze und in deren Folge die Schädlinge wie der Borkenkäfer setzen unseren Wäldern schon jetzt zu." Ziegler appellierte an die Waldbauern: "Betreiben Sie weiter aktiven Waldschutz, geben Sie ihre Wälder nicht auf, sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Zukunftssicherung für kommende Generationen."

Die Glückwünsche des Landkreises und der Stadt Mitterteich überbrachte Bürgermeister Roland Grillmeier, der deutlich machte, dass die ganze Region stolz auf die Forst- und Teichwirtschaft sei. Die Kommunalpolitik stehe an der Seite der Waldbesitzer, so Grillmeier. "Wir sind eine Gesundheits- und Waldregion, der Wald bringt Mehrwert für unsere Heimat." Grillmeier erinnerte nicht zuletzt daran, dass rund die Hälfte des Landkreises aus Wald bestehe.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen spielte die "Falkenberger Karpfenmusik", auf großes Interesse stieß eine Ausstellung mit forstwirtschaftlichen Geräten.

Ehrungen:

Urkunden und Bierkrüge für langjährige Vorstandsmitglieder

Langjährige und verdiente ausgeschiedene Vorstandsmitglieder ehrte die Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth mit Urkunden und Bierkrügen. "Sie alle haben sich um unsere Forstbetriebsgemeinschaft verdient gemacht", betonte Vorsitzender Johann Meister. Ausgezeichnet wurden Richard Bauer (Hiltershof), Herbert Gmeiner (Redenbach), Georg Grillmeier (Gründlbach), Johann Helm (Thann bei Falkenberg), Hildegard Kraus (Dippersreuth), Karl Lindner (Leichau bei Plößberg), Engelbert Meier (Beidl), Gerhard Neubauer (Mooslohe bei Tirschenreuth), Johann Pschierer (Konnersreuth bei Plößberg), Josef Zeitler (Rothenbürg bei Tirschenreuth) und Gregor Zölch (Försterhof bei Plößberg).

Die „Falkenberger Karpfenmusik“ spielte am Sonntagnachmittag im Festzelt auf.
Bürgermeister Roland Grillmeier (links) mit Präsident Josef Ziegler (Mitte) und Johann Meister
Großes Interesse fand die Ausstellung auf dem Freigelände.
Viele Besucher bestaunten die Präsentation der forstwirtschaftlichen Maschinen.
Der Umgang mit der Motorsäge will gelernt sein.
Großes Interesse fand die Ausstellung auf dem Freigelände.
Groß war das Interesse an den einzelnen Ständen
Modernste Technik kommt heute im Wald zum Einsatz.
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