Es schaut schlecht aus. Forscher und Aktivisten warnen seit Jahren, jedes Jahr in einem schärferen Ton: Es ist fünf vor zwölf, es ist die letzte Chance, es ist fünf nach zwölf. Die heute beginnende UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz kommt da eigentlich bereits zu spät.
Klare Regeln für die Beschlüsse des Pariser Abkommen wollen die rund 200 Länder nun beschließen. Für ein Abkommen, das im Jahr 2015 als bahnbrechend galt - und jetzt vor allem gebrochen wird. Die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump, der den Klimawandel einmal eine Erfindung der Chinesen nannte, haben es bereits verlassen, Brasilien könnte folgen. Deutschland tut sich schwer, seine in Frankreich gesteckten Ziele zu erfüllen.
Fortschritte in der internationalen Klimapolitik sind kaum sichtbar - es sind Fortschritte in Superzeitlupe. Das ist unbefriedigend, aber auch verständlich. Immerhin geht es um die ganze Welt, und gerade deswegen sollte die ganze Welt mitreden. Bei rund 200 Ländern ist es aber schwierig, einen Kompromiss zu finden. Keine vage Absichtserklärung wie zuletzt beim G20-Gipfel, sondern ein verbindliches Regelwerk, wie man den Klimawandel stoppt.
Und da reicht es freilich nicht, wenn sich 100 Länder einigen - und der Rest die Welt munter weiter verpestet. Aber bei allem Verständnis, irgendwann sollten die Diplomaten tatsächlich eine Lösung finden. Bald könnte es wirklich zu spät sein.













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