23.07.2020 - 17:07 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Enttäuschung über Kommunalwahl wirkt bei CSU Königstein nach

Ob es um die Bürgermeister-, die Marktrats- oder die Kreistagswahl geht: Die Ergebnisse schmerzen die Königsteiner CSU. Dazu melden sich jetzt drei führende Köpfe zu Wort.

Jubilarehrung bei der CSU Königstein-Hirschbach (von links): Vorstandsmitglied Ariane Raap, Vorsitzender Roland Sollner, die Jubilare Gerhard Seitz und Hans Koch, die Vorstandsmitglieder Thomas Kogelbauer und Andreas Spieß.
von Autor SCKProfil

Der CSU-Ortsverband Königstein-Hirschbach hatte seine 36 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in den Hotel-Gasthof Zur Post gerufen. 13 davon hörten zu Beginn die Bestandsaufnahme des Vorsitzenden Roland Sollner.

Im März 2019 hatte er seinen Vorgänger Klaus Hafner abgelöst, der sich intensiv auf die Bürgermeisterwahl vorbereiten wollte. Gemeinsam hätten Hafner und Sollner nach Kandidaten für den Marktrat gesucht. „Wir bekamen bis zur Nominierungsversammlung im November eine für mich persönlich akzeptable und sehr gute Liste zusammen“, befand Sollner. Allerdings seien zur Abstimmung über diese Liste noch nicht einmal alle Bewerber erschienen.

Eine negative Weihnachtsüberraschung bescherte dem CSU-Vorstand ein Mitglied, das am 20. Dezember seinen Austritt erklärt und sich auch als Marktratskandidat zurückgezogen habe. Ersatzmann Christian Koch füllte als Nachrücker die Liste auf.

Wahlveranstaltungen führten die CSU-Kandidaten nach Kürmreuth, Pruihausen und Königstein. Bürgermeisterkandidat Klaus Hafner habe sich den Fragen der Bevölkerung gestellt und mit seinen Argumenten überzeugend gewirkt. Umso größer sei am Abend des 15. März der Schock über das Wahlergebnis gewesen. Als Konsequenz daraus habe sich Hafner zurückgezogen und auch sein Marktratsmandat nicht angenommen.

„Schließlich kam Corona und brachte die gesamte Jahresplanung durcheinander, seien es Treffen, Veranstaltungen oder Sitzungen“, schloss Sollner seinen Rückblick. Für die Vorstandswahl 2021 kündigte er an, nicht mehr als Vorsitzender zu kandidieren. Er nannte die Beanspruchung durch den Beruf und familiäre Gegebenheiten als Gründe.

Hans Koch, der nach 24 Jahren als Bürgermeister nicht mehr angetreten war, klassifizierte das Wahlergebnis ebenfalls als enttäuschend in Sachen Bürgermeister-, Marktrats- und Kreistagswahl. Hinreichend viele Projekte seien gelaufen in den 24 Jahren, ebenso habe er Einiges ins Laufen gebracht und Anträge gestellt. Aktuell werde an der Stadelreihe gearbeitet, die ab Oktober oder November das Vereinsheim der Schützengesellschaft Tell und einen Kultursaal aufnehmen werde. Probleme stellten sich mit dem Baugebiet am Weihergraben, nachdem Eigentümer von mittig gelegenen Grundstücken nicht verkaufen wollten. Die Planungen für die Kindertagesstätte – „eine finanzielle Höchstleistung des Marktes“ – sollten in der Verwaltungsgemeinschaft genügend Kindergartenplätze schaffen und wäre durch die Unterstützung des Freistaats ermöglicht worden.

Trotz all dem sei nun die 1978 durch Klaus Wolkersdorfer begonnene Ära der CSU-Bürgermeister beendet, und nun sitze ein Bürgermeister der Freien Wählergemeinschaft Königstein im Rathaus. „Der Bürger hat den politischen Wandel gewählt“, stellte Koch fest. Das habe die CSU zur Kenntnis genommen und keine Ansprüche auf den Posten eines Zweiten oder Dritten Bürgermeisters gestellt. Im Blick auf Roland Sollners angekündigten Rückzug vom Ortsvorsitz empfahl Koch, jüngere CSU-Kräfte zu suchen, vielleicht sogar aus dem Marktrat. Diese Worte wertete die Versammlung als Favorisierung von Andrea Spieß oder Thomas Kogelbauer.

Mein Wahlergebnis, vonseiten der Bürger nur 20 Stimmen mehr als 2014, rechtfertigt nicht Ansprüche auf einen Sitz im Marktrat.

Klaus Hafner

Klaus Hafner

Klaus Hafner zog eine Bilanz seiner sechs Jahre als stellvertretender Bürgermeister und ließ den Wahlkampf Revue passieren. Dass er nur 20 Stimmen mehr als 2014 bekommen habe, sei für ihn ein deutliches Signal, dass „ich als Bürgermeister nicht erwünscht bin“. Der Wähler habe nach 42 Jahren CSU-Regentschaft die Veränderung gewollt. Er habe nun zu überlegen, was er falsch gemacht habe, was verbessert werden müsse.

Kassier Erwin Blendinger meldete ein Jahresplus für 2019. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass im Wahljahr viele Kosten angefallen seien, die sich in der Bilanz für 2020 niederschlagen werden.

Vorsitzender Roland Sollner ehrte Gerhard Seitz für 40-jährige Mitgliedschaft in der CSU. Hans Koch war vor 25 Jahren als Bürgermeisterkandidat in die CSU eingetreten. Nicht anwesend waren Reinhard Pirner und Stefan Pirner, die für 20 beziehungsweise 15 Jahre Treue ausgezeichnet werden sollten.

Ferienprogramm:

"Jufre" nur in stark verkürzter Form

Seit Jahren ist die mehrtägige Jugendfreizeit - kurz "Jufre" genannt - der CSU Königstein/Hirschbach eine Zugnummer im Ferienprogramm. Zu Corona-Zeiten ist das anders. Nach den Worten des Vorsitzenden Roland Sollner gibt es sie heuer, aber auf einen Nachmittag mit maximal 30 Kindern begrenzt. Treffpunkt ist am 1. August um 14 Uhr der am Eingang zum Naturbad. Für die Veranstaltung unter dem Thema "Natur sehen und erleben" sind Anmeldung nur durch E-Mail an info[at]csu-koenigstein[dot]de möglich. Weitere Infos sind zu finden unter www.csu-koenigstein.de

Optimistisch in den Wahlkampf: Die Nominierung bei der Königsteiner CSU

Königstein
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