09.06.2020 - 13:49 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Hans Koch blickt zurück: 24 Jahre Bürgermeister in Königstein

Vor allem in den ersten Jahren als Gemeindeoberhaupt hat er einige Freunde verloren, sagt Hans Koch heute. Aber die Freude über das Erreichte überwiegt bei weitem.

Die Sanierung des Steinstadels hat Hans Koch als eines der Projekte in seinen 24 Jahren im Bürgermeisteramt des Marktes Königstein auf den Weg gebracht. Als Marktrat will er noch dessen Fertigstellung begleiten.
von Autor SCKProfil

Einige Wochen sind jetzt ins Land gegangen, seit Hans Koch nach 24 Jahren die Amtsstube des Königsteiner Bürgermeisters geräumt hat. Gemischte Gefühle begleiteten ihn auf dem Weg nach Hause, gibt er mit etwas Abstand zu: Einerseits war da Wehmut, auf der anderen Seite die bewusste Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren;. In diesem Augenblick begann die ersehnte Zeit, in der sein Leben nicht mehr nach Terminen ausrichten muss für die Familie da sein und die Freuden eines Opas genießen kann

Die letzte Sitzung des Marktrats im April bewegte dem alten Hasen der Kommunalpolitik wie nur wenige zuvor. Schon der Ort war ungewohnt. Die Coronakrise und das Abstandsgebot zwangen zum Wechsel vom Rathaus in den Saal des Gasthofs Zur Post. Bei der Eröffnung hielt er mit seiner Unsicherheit nicht hinter dem Berg. "Ich empfinde ein Gefühl wie am ersten Schultag", sagte er.

Nach zwölf Jahren im Marktrat für die Königsteiner Einheitsliste wuchs er erst mit seiner Bürgermeister-Kandidatur in die Christlich-Soziale Union (CSU) hinein. Als er 1996 zum Nachfolger des CSU-Bürgermeisters Klaus Wolkersdorfer gewählt wurde, gab es manches laufende Projekt und bereits gefasste Marktratsbeschlüsse weiterzuführen. "Bei der Weiterführung der Ortssanierung Königstein entlang der Hauptstraße galt es, ein gutes Miteinander mit den Bürgern und Grundstücksbesitzern zu finden", erinnert sich Koch, der sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit ins kalte Wasser geworfen fühlte. Er gesteht heute, dass er in dieser Zeit manchen Freund verloren hat. Die Situation hatte sich verändert: Er konnte oft nicht mehr der Kumpel aus dem Verein sein, sondern war als Bürgermeister dem Gemeinwohl verpflichtet, auf das er seinen Amtseid geschworen hatte.

In den ersten beiden Jahren ging es auch um die Abwasserentsorgung, verbunden mit Grundstücksverhandlungen und anderen Problemen, die ihm manche negative Erfahrung einbrachten. Für die Wasserversorgung hatte sein Vorgänger zwar gute Vorarbeit geleistet, aber die Durchführung kostete noch intensive Arbeit in Details.

Interessant und spannend war das Projekt der Sanierung und des Umbaus des Freibads Königstein zum Naturbad. Kochs Sicht dazu: "Freibad ist nicht eine freiwillige Leistung, es ist als Freizeitangebot an die Bürgerinnen und Bürger, besonders für die Jugend, vor allem eine Pflichtaufgabe der Gemeinde." Diese Haltung vertrat legte er auch bei Behörden und politischen Vertretern. So gelang es, das Naturbad mit guter finanzieller Unterstützung zum Beginn des neuen Jahrtausends zu realisieren.

Die Sanierung des Steinstadels hat der Bürgermeister Koch auf den Weg gebracht. Seine Fertigstellung wird der Gemeinderat Koch in der neuen Wahlperiode begleiten. Als Wermutstropfen beim Abschied aus dem Amt sieht er die Tatsache, dass die bei der Kommunalwahl gewonnenen Stimmen nicht mehr für den Einzug in den Kreistag genügten. Der Marktrat Königstein würdigte am Ende der 24-jährigen Amtszeit als Bürgermeister im traditionellen Rothgerber-Haus, dem Rathaus des Marktes Königstein, das politische Werk von Hans Koch mit einer "Koch-Eiche".

Zweifacher Amtswechsel in der Verwaltungsgemeinschaft

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