03.05.2019 - 14:44 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Zu historischen Plätzen in Königstein

Die Geschichte des Marktorts zeigt eine besondere Führung mit Spielszenen, die keine einmalige Angelegenheit bleibt.

Lisa Nübler und Günter Seibold vom Königsteiner Bauerntheater spielen das Stück „Brandwundn“ des Königsteiner Mundartdichter Georg Weiß nach.
von Heidi KurzProfil
Der Königsteiner Pfarrer (Franz Bernt) beklagt sich in einem Gedicht über den Streit um die Wasserleitung.
Der Sulzbacher Amtsarzt Schleis von Löwenfeld (Markus Lommer) beanstandet bei der Wirtin (Cornelia Platzer, rechts) das Bilsenkraut im Bier. In der Mitte Apotheker Schießl (Helma Koch).

Irene Scharmacher erzählte in der St.-Georgskirche Interessantes über die Ursprünge des Ortes. Die Kirche war ursprünglich eine Burgkapelle der Königsteiner Ritter. Nach ihrem Aussterben erbten die reichen Breitensteiner das Schloss und erreichten, dass Königstein das Marktrecht vom Kaiser verliehen bekam.

Der Ort besaß sogar die erste Wasserleitung im Sulzbacher Gebiet. In hölzernen Rinnen floss das Nass vom Schloss über den Pfarrhof auf den Marktplatz. Das Schloss wurde schließlich nach Abzug des Sulzbacher Herzogs an arme Leute verkauft. Bald darauf gab es Streit um die Wasserleitung. Die zweite Station war der katholische Pfarrgarten, in dem der Pfarrer, gespielt von Franz Bernt, in einem Gedicht den Streit beklagt, Wasser in seinem Holzkrug füllt und daraus trinkt.

Bald darauf erwartete die Schlossköchin (Helga Bernt) die Gäste in der Torhalle des Schlosses. Sie und die Königsteiner Kräuterexpertin Markusine Guthjahr hatten eine Brennnesselsuppe und einen Oberpfälzer Erdäpfelkas zubereitet, den die Gäste mit Genuss aßen. Der Steinstadel war die vierte Station, in dem Hans-Jürgen Pirner ein Gedicht des Königsteiner Heimatdichters Georg Weiß "Brandwundn" im Dialekt vortrug und es sogleich für Sprachunkundige übersetzte. Günter Seibold spielte den Königsteiner Bader Ulrich Bayer, der versuchte, die Breitensteiner Hirtin (Lisa Nübler) von ihrem verbrannten Allerwertesten zu kurieren.

Das Rathaus war die letzte Station der Führung. Früher diente es als Brauhaus für das gute Königsteiner Bier. Zur großen Überraschung der Gäste kam der Sulzbacher Amtsarzt Christoph Raphael Schleis von Löwenfeld (Markus Lommer) ins Rathaus. In Begleitung des Apothekers Schießl (Helma Koch) befahl er der Wirtin (Cornelia Platzer), kein Bilsenkraut mehr ins Bier zu mischen, weil es giftig sei. Die Wirtin jedoch zeigte sich ziemlich uneinsichtig. Zum Schluss gab es noch - passend zur Vorgeschichte als Brauhaus - Oberpfälzer Biere für jeden zum Probieren: Zoiglbier, Alt-Amberger Hefeweizen und Urhell.

Diese historische Marktführung mit dem Titel "Gegen alles ist ein Kraut gewachsen" wird noch zweimal wiederholt, und zwar am Sonntag, 28. Juli, um 17 Uhr und am Sonntag, 29. September, um 16 Uhr. Anmelden kann man sich im Tourismusbüro vormittags unter 09 665/913 150 .

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