15.02.2019 - 14:08 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Letzte Bastionen des Königsteiner Faschings

Prinz Karneval macht sich in Königstein zusehends rar. Aber es gibt noch keinen Grund, die Narrenkappe an den Nagel zu hängen.

Einlagen der Jugend sorgten bei den Bällen des Trachtenvereins stets für gefeierte Höhepunkte.
von Heidi KurzProfil
Der erste Faschingsumzug im Februar 2016 in Gaißach.
Der zweite und bislang letzte Faschingsumzug in Gaißach sah im Februar 2017 einen Ansturm römischer Legionäre aus Lunkenreuth und Pruihausen, die vergebens versuchten, den Nachbarort zu erobern.

In Königstein war in früheren Zeiten in der fünften Jahreszeit allerhand los. Walter Brunner erzählt, dass es in den 60er- und 70er-Jahren in der Marktgemeinde sage und schreibe 22 Faschingsveranstaltungen gab. Und manche Königsteiner sollen sie komplett besucht haben.

Jede Wirtschaft veranstaltete einen Kappenabend. Wer mitfeiern wollte, musste eine Kappe kaufen - sozusagen als Eintrittsgeld. 2016 ließ Ursula Domaischel, die Wirtin des Gasthofes Zum Hirschen, diesen alten Brauch aufleben. Im ersten Jahr kamen nur wenig Besucher, aber ein Jahr später war die Wirtsstube voll. Und so blieb es auch 2018. Heuer steigt der Kappenabend im Hirschen am Rosenmontag, 4. März, ab 19 Uhr. Bitte Kopfbedeckung mitbringen.

Fast alle Vereine stellten einst Bälle auf die Beine. Sehr beliebt war der ADAC-Ball, allerdings eine geschlossene Gesellschaft. Nur ADAC-Mitglieder durften ihn besuchen. Darüber hinaus gab es nicht nur einen Feuerwehrball, sondern Jahre lang sogar einen katholischen Kirchenchorfasching, zu dem der Pfarrer und der Lehrer maskiert kamen.

Der Bergknappen- und der Kriegerverein legten ihre Bälle eine Zeitlang zusammen, bevor sie 1991 endgültig das Handtuch warfen. Auch der Rosenmontagsball des Gesangvereins, der ursprünglich im Saal des Gasthofes Wilder Mann über die Bühne ging, war sehr beliebt. Als die Zahl der Gäste nachließ, taten sich die Sänger mit dem Trachtenverein zusammen. Ab 1990 organisierten und finanzierten sie den Ball abwechselnd, bis er 2015 aus Mangel an Gästen eingestellt wurde. Zuletzt blieb nur noch der Sportlerball übrig. Obwohl es am Publikumszuspruch nicht fehlte, verschwand auch er im vergangenen Jahr von der Bildfläche. Finanzielle Gründe gaben den Ausschlag. Heuer geht der Sportverein neue Wege und bietet am Samstag, 16. Februar, ab 20 Uhr im Sportheim einen Hausfasching an.

Neben den Faschingsabenden der Vereine richteten früher viele Wirte Hausbälle aus. Auch hier gibt es einen Neuanfang in Pruihausen: Unter dem Titel "Der Weinberg ruft" veranstaltet die Dorfgemeinschaft Pruihausen am Freitag, 22. Februar, ab 19 Uhr einen Hausfasching im "Gasthaus Jägerheim". Die Veranstalter kündigen viele lustige Einlagen an.

Eine Besonderheit sind die Faschingsumzüge in der Marktgemeinde Königstein. 1954 gab es den ersten Gaudiwurm, bei dem neun Wagen und ein Prinzenpaar zu sehen waren. Ein Wiederaufleben gab es im Jahre 2016 in Gaißach. Obwohl der Ort nur 58 Einwohner zählt, stellten die Bewohner einen tollen Faschingsumzug auf die Beine. Ein Jahr danach gab es eine Neuauflage unter dem Thema "Gaißach-freies Gallien", diesmal sogar mit dem Prinzenpaar Max und Marie.

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