18.05.2018 - 14:14 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Öko-Modellregion bietet Workshop für Landwirte an Mehr Interesse am ökologischen Ackerbau

Die Öko-Modellregion veranstaltet für Landwirte einen Workshop zur herbizidfreien Bekämpfung von Unkraut auf dem Acker. Das sogenannte Striegeln könnte den Bauern in Zukunft dabei helfen.

Bei einem Workshop auf dem Biohof Rümpelein stellen Ackerbauberater Konrad Maier (vorne) und Techniker Wolfgang Würth Landwirten einen sogenannten Rollstriegel vor. Bild: Ströll
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"Viele haben Angst vorm Striegeln", sagt ein erfahrener Öko-Landwirt. So sei es ihm am Anfang gegangen. Man frage sich: "Wie muss ich den Striegel einstellen, damit ich die Unkräuter erwische, ohne die jungen Getreidepflanzen zu beschädigen?"

Mehr als 60 interessierte Landwirte sind zum Striegel-Workshop der Öko-Modellregion nach Wildenhof gekommen, um zu erfahren, worauf es ankommt bei der herbizidfreien Unkrautbekämpfung auf dem Acker. Mit einem Vortrag am Biohof Rümpelein erläuterte der Naturlandberater Konrad Maier die wichtigsten Grundlagen, wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und den Einsatz von Striegel und Hacke. "Je früher man striegelt, desto besser. Die Pflanzen dürfen nicht zu groß sein", sagte Maier. "Allerdings muss der Boden bereits soweit abgetrocknet sein, dass er locker krümelt und nicht mehr knetbar ist."

Wie man das überprüft, demonstrierte er dann auf dem Acker, den Bernd Rümpelein zur Verfügung stellte. Aktuell sind dort neben den Weizenpflanzen nur kleine Beikräuter zu finden, wie Vogelmiere und Ehrenpreis. Sie sind also keine Konkurrenten für das Getreide. Das heißt: Eigentlich müsste dieser Acker heuer nicht gestriegelt werden. Bauer Rümpelein zeigte, wie er mit dem Hackstriegel arbeitet.

Die Teilnehmer sahen, dass die Zinken des Gerätes die verkrustete Erdoberfläche aufbrachen, Beikräuter herauszerrten und mit lockerer Erde zuschütteten. Damit das so funktioniere, müsse der Bauer den Striegel richtig einstellen - nicht zu weich und nicht zu hart. "Es gibt kein Patentrezept, denn es kommt immer auf den Boden an und der ist überall anders", erklärte Wolfgang Würth, Mitarbeiter der Firma Milde. Er empfahl den Landwirten, öfter vom Traktor abzusteigen, um nachzuschauen, wie der Striegel gewirkt habe: "Die Einstellung muss angepasst werden." Die Teilnehmer begutachten mit den Beratern die Wirkung der verschiedenen Maschinen und Einstellungen und stellen viele Fragen.

ÖMR-Projektmanagerin Barbara Ströll stellte fest: "Die Teilnehmer waren zur Hälfte erfahrene Biobauern, die sich fortbilden wollen, und zur anderen Hälfte Neueinsteiger. Wir erleben, dass das Interesse am ökologischen Ackerbau von Jahr zu Jahr wächst."

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