16.06.2019 - 17:10 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Sandbank in der Königsteiner Kläranlage

In der Königsteiner Kläranlage stehen Reparaturen an. Reinhold Koch und Stefan Vogl vom Bauhof informieren die Markträte über deren Umfang. Aber auch die unterschiedlichen Prozesse in der Anlage selbst stoßen auf reges Interesse.

Das Kombigerät in der Kläranlage mit einem offenen Anschluss für das Rohr der Sandaustragung, durch welches die Schnecke den Sand in den Container befördert.
von Autor SCKProfil

Die Informationen von Koch und Vogl bezogen sich auf die festgestellten Schäden an der 1997 gebauten, mehr als 20 Jahre alten Anlage und auf die Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Ersatzteile für die anstehenden Reparaturen. Das Problem wird erschwert durch "No-name"-Produkte italienischer Herkunft, die beim Bau der Kläranlage durch die BTB-Klärtechnik, eine mittlerweile nicht mehr existierende Firma, Verwendung fanden.

Nach Italien gefahren

Durch die Bemühungen der Verantwortlichen, die dabei sogar eine Fahrt nach Italien auf sich nahmen, ergaben nun eine Ersatzteilliste mit Preisangaben der Firma Huber Technology in Berching. Die Kosten der notwendigen Teile für den Austausch der schadhaften Teile belaufen sich auf 86 370 Euro.

Deshalb empfahl Bürgermeister Hans Koch, mit den Arbeitskosten für Aus- und Einbau bei der Reparatur von Gesamtkosten in Höhe von mehr als 100 000 Euro zu kalkulieren. Er denkt bei der Sanierung eventuell an einen Haushalt 2019 ohne überplanmäßige Kosten und eine Kalkulation im Haushalt 2020 mit einer Erhöhung der Abwasserabgabe. Der aktuelle Schadensstand im Kombigerät der Kläranlage an der B 85A bezieht sich auf die Rechenanlage mit Sandaustragung und umfasst einen Bruch der Förderschnecke, eine Erneuerung der ganzen Bürstenlinie und einen neuen Rechenkorb im Gerinne als Spezialanfertigung. Hier wurden Kosten im hohen vierstelligen Bereich ohne Montageleistungen genannt. Dabei würde die mehr als 20 Jahre alte Anlage weiter betrieben. Seit der Inbetriebnahme 1998 ist sie ununterbrochen gelaufen, 365 Tage mit je 24 Stunden pro Jahr.

Bei der Klärschlammräumung wurde festgestellt, dass sich durch Ablagerung eine große Sandbank im Becken gebildet hat. Diese musste zur Entsorgung per Hand in einen Baggerlöffel geschaufelt werden. Im Mai nun wurde der Sandfang durch Veolia notgereinigt. Dies muss vierteljährlich wiederholt werden und verursacht Kosten von jeweils etwa 500 Euro. Im Jahr 2017 fielen 10,1 Tonnen und im vergangenen Jahr 8,4 Tonnen an Sand an.

Förderschnecke gebrochen

Beim Ortstermin in der Kläranlage zeigte Klärwärter Vogl, die gesamte abgebaute Sandaustragung mit Rohr und gebrochener Förderschnecke. Nach der Belebung des Schmutz- und Abwassers durch den Kompressor sammelt sich Sand unterschiedlicher Körnung am Boden. Verunreinigungen mit Fäkalien, Toilettenpapier, Hygieneartikeln und Ähnlichem werden mit der ersten Schnecke in einen Container befördert, während die zweite Schnecke in der Sandaustragung ebenfalls zu einem Container transportiert.

"Neuere Anlagen werden ohne Kompressor betrieben.", so Vogl und erklärt, dass sie zusätzlich mit einer Sandwaschanlage ausgestattet seien. Für eine neue Anlage spreche auch die Änderung der Vorgaben für den Neubau von Kläranlagen, weshalb man sich auch an das Planungsbüro der Kläranlage wenden werde.

"Streckung" der Förderschnecke: die Regelmäßigkeit der Spiralwindungen wurde vermutlich vor dem Bruch noch verbogen.
Hier brach die Verbindung zum Motor, der die Förderschnecke dreht.
Sandaustragung: Rohr und gebrochene Förderschnecke.

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