Update 11.10.2018 - 14:58 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Schulterschluss gerät in Gefahr

Die Gemeinden Hirschbach und Königstein möchten näher zusammenrücken, aber bei den Bürgern gibt es Vorbehalte. Ihre Oberhäupter warnen vor den möglichen Folgen.

Bleibt der Kindergarten St. Johannis in Eschenfelden bestehen? Diese Frage ist Gegenstand eines Bürgerentscheids am Sonntag, 11. November.
von Autor WKUProfil

Für Sonntag, 11. November, ist der Bürgerentscheid "Kindergarten St. Johannis - Überschaubar, klein, bezahlbar" angesetzt. Seine Initiatoren wollen diese Einrichtung in Eschenfelden behalten und sprechen sich gegen eine Verlagerung nach Königstein aus.

Die Bürgermeister Hans Durst (Hirschbach) und Hans Koch (Königstein) verweisen im Gespräch mit der SRZ auf die Zusammenarbeit ihrer Gemeinden in einer Verwaltungsgemeinschaft, im Grundschulverband und in vergangenen Zeiten auch in einem inzwischen aufgelösten Hauptschulverband. Diese Verbindungen möchten sie jetzt auf die Bereiche Kindergarten und Bauhof sowie die Seniorenarbeit ausdehnen.

Die Kosten würden momentan ermittelt. Zum einen gebe es Zuschüsse für gemeindeübergreifende Projekte, zum anderen ließen sich verschiedene Probleme leichter bewältigen. "Auf Dauer kann es sich nicht mehr jede Gemeinde leisten, alle gewohnten Einrichtungen zu finanzieren", erklärt Bürgermeister Durst mit dem Hinweis auf die demografische Entwicklung.

Die interkommunale Seniorenarbeit sei mittlerweile angelaufen und werde immer mehr angenommen. Zur Debatte stehe ein gemeinsamer Bauhof am Standort Pruppach. Diese Projekte scheine die Bevölkerung zu akzeptieren.

Was die Wellen hochschlagen lasse, seien die Überlegungen, den Kindergarten von Eschenfelden nach Königstein ins Schulhaus umzusiedeln. Nachdem sich die Mittelschule zum Ende des vergangenen Schuljahrs aufgelöst hat, stünden diese Räume zur Verfügung. "Dadurch können wir nicht nur längere Öffnungszeiten, sondern auch verbesserte Arbeitsmodelle anbieten", erläutert Bürgermeister Koch die Vorteile.

Das Kindergartengebäude in Eschenfelden, das 1974 errichtet wurde, wäre dann frei. "Wir könnten das Haus zu einem Dorftreff umgestalten", meint Hans Durst. Bedarf bestehe, nachdem das letzte Gasthaus im Ort im Oktober seine Pforten geschlossen hat.

Leer steht auch das ehemalige Schulhaus in Eschenfelden, für das kein Käufer gefunden werden konnte. Hans Durst könnte sich vorstellen, hier Einrichtungen zur Seniorenbetreuung zu schaffen. Beide Bürgermeister setzen hier Hoffnungen auf das bayerische Programm "Marktplatz der Generationen".

Allerdings stoße die Verlegung des Eschenfeldener Kindergartens nach Königstein bei vielen Bürgern der Gemeinde Hirschbach auf Kritik. Deren Ärger sei zwar, räumen die beiden Bürgermeister ein. Den Emotionen begegnen sie mit dem Appell zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit Zahlen und Fakten.

Sollten die Hirschbacher im Bürgerentscheid mehrheitlich für einen Verbleib des Kindergartens in Eschenfelden stimmen, wäre dies wohl das Ende der Zusammenarbeit mit Königstein. "Nur mehr die gemeinsame Verwaltung bleibt dann, aber eine Weiterentwicklung beider Gemeinden wird dadurch sehr erschwert", glaubt Hans Koch.

Auf Dauer kann es sich nicht mehr jede Gemeinde leisten, alle gewohnten Einrichtungen zu finanzieren.

Bürgermeister Hans Durst

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.