11.02.2020 - 14:20 Uhr
Kötzersdorf bei KemnathOberpfalz

Massive Einbußen zu erwarten

Die Düngeverordnung und der Pflanzenschutz waren Themen beim Pflanzenbauabend in Kötzersdorf. Wegen beidem müssen sich die Landwirte umstellen.

Referenten beim Pflanzenbauabend waren der Berater für Pflanzenschutzfragen, Reinhard Ostermeier vom AELF Bayreuth (links), Pflanzenbauberater Johannes Schrems am AELF Tirschenreuth (vorne, Mitte), Michael Fuchs (rechts daneben) vom AELF Weiden sowie (rechts) Ludwig Johann Peter als Vertreter des Landeskuratoriums München für pflanzliche Erzeugung.
von Redaktion ONETZProfil

Geballte Informationen zur Düngeverordnung und zum Pflanzenschutz gab es beim Pflanzenbauabend, zu dem das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Tirschenreuth mit dem Ring junger Landwirte Kemnath eingeladen hatte. Besonderer Schwerpunkt der fünf Referenten waren die Neuerungen der Düngeverordnung sowie die Regelungen und der Stand der Umsetzung des Bayerischen Naturschutzgesetzes nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" und deren Auswirkungen in der Landwirtschaft.

Über produktionstechnische Maßnahmen zur Verbesserung der Nährstoffeffizienz referierte Bernhard Fuchs, Düngerfachberater der EuroChem-Gruppe mit Hauptsitz in der Schweiz. Auf die Düngeverordnung und ihre Auswirkungen eingehend, sind nach seinen Worten sowohl kurz- als auch mittelfristig massive Ertragseinbußen zu erwarten. Dies zeigte der Redner anhand der Folgen einer reduzierten Düngung auf.

Verteilung optimieren

Dennoch gebe es Lösungsansätze, die Ertragseinbußen zu minimieren, vor allem durch eine Optimierung einer Düngerverteilung. Fuchs verdeutlichte zudem die Rolle der Landwirtschaft in der Klimapolitik hinsichtlich beim CO2-Ausstoß. Hier seien die Landwirte auch zur Neuausrichtung von Zuchtzielen aufgefordert.

Über Aktuelles aus dem Pflanzenschutz, zur Mittelsituation, über Zulassungen und Herbizide informierte Reinhard Ostermeier vom AELF Bayreuth. Der Pflanzenschutzberater für den Bezirk Oberfranken und dem Landkreis Tirschenreuth erläuterte, welche Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen sind und stellte die neuen Produkte auf dem Markt vor. Hinsichtlich der Unkrautbekämpfung müssten sich Landwirte wieder mit entsprechenden Gerätschaften aus Eisen und Stahl beschäftigen. Darüber hinaus informierte Ostermeier über das Maiswurzelbohrer-Monitoring. Der aus den USA eingeschleppte Maisschädling habe sich zwischenzeitlich auch im Landkreis Tirschenreuth nicht unerheblich ausgebreitet.

Bei dem über dreistündigen Pflanzenbauabend erläuterte Michael Fuchs ergänzend das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) mit Umfang, Antragstellung und Förderung. Die Neu- und eine Anschlussverpflichtung zur Inanspruchnahme dieses Programms bildeten den Schwerpunkt des Referats des Beraters für Gewässerschutz am AELF Weiden.

Neben Details über die Höhe der Förderbeträge, zeigte er auch auf, was bezuschusst wird. Dazu gehören eine vielfältige Fruchtfolge mit blühenden Kulturen oder Blühflächen als einzel- und betriebszweigbezogene Maßnahmen, aber auch eine extensive Grünlandnutzung an Waldrändern oder entlang von Gewässern.

Viele geändert

Pflanzenbauberater Johannes Schrems am AELF Tirschenreuth sprach die ab 2020 geltenden Neuerungen bezüglich der Düngeverordnung und Wirtschaftsdüngerausbringung an. Mit dem neuen Bayerischen Naturschutzgesetz nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" habe sich für die Landwirtschaft vieles geändert.

Den Pflanzenbauabend mit annähernd 70 Teilnehmern rundete Ludwig Johann Peter als Münchenreuth bei Waldsassen ab. Der Energie- und Fachberater für Pflanzenbau des Erzeugerrings Qualitätsprodukte Oberpfalz des Landeskuratoriums München referierte ausführlich über die Mulchsaat von Sommergerste und der Stickstoff-Ausnutzungseffizienz bei der Ausbringung von organischen Düngern. Auch er hatte eine Reihe von Tipps und Ratschlägen hinsichtlich der Fülle von Vorschriften, Verordnungen und Auflagen, die von den Landwirten bei der Bewirtschaftung ihrer landwirtschaftlichen Flächen berücksichtigt werden müssen, parat.

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