07.03.2019 - 13:51 Uhr
Kötzersdorf bei KemnathOberpfalz

Vorreiter- und Vorzeigefeuerwehr auf Erfolgskurs

Nachwuchs ist für die Feuerwehr Kötzersdorf eher kein Problemthema. Brandaktuell werden drei Übertritte von in die Jugendfeuerwehr verzeichnet. Auch nimmt die Wehr eine weitere Vorreiterrolle ein: Die Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren.

Irene Nickl und Margit Hautmann (links) leiten und lenken die jüngste Kötzersdorfer Nachwuchstruppe. Stolz können diese die drei "Eigengewächse" der Kinderfeuerwehr Julian Müller, Kevin Kensbock und Jessica Woita (vorne Mitte, von links) an das Team der Jugendfeuerwehrbetreuer Florian Trummer, Sebastian Busch und Michael Griener "übergeben". Über diesen Erfolg der Nachwuchsarbeit freuen sich auch Kommandant Markus Nickl und Vorstand Peter Hautmann (von rechts).
von Michael DenzProfil

Nicht nur bei den Aktivitäten des Feuerwehrvereins, welchen die insgesamt 21 aktiven Floriansjünger der Kötzersdorfer Feuerwehr größtenteils übernehmen, sondern auch im eigentlichen „Dienstbetrieb“ leisteten die Brandschützer enorm viel. „2018 war ein sehr arbeitsintensives Jahr“, bilanziert Kommandant Markus Nickl zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes im Rahmen der Jahreshauptversammlung.

Zu insgesamt dreizehn Einsätzen rückte die Einsatzmannschaft aus. Neben einer Sicherheitswache verzeichnete die Wehr zwei „Sonstige Tätigkeiten“. Darunter zähle etwa die Absicherung der Wallfahrt nach Marienweiher. Die technischen Hilfeleistungen schlagen besonders zu Buche. Ob bei der Beseitigung von längeren Ölspuren, mehreren Verkehrsabsicherungen, sowie Hilfeleistungen nach Unfällen auf den Straßen, so musste die Wehr auch umgestürzte Bäume beseitigen. Auch waren die Feuerwehrleute gefordert, als ein Baum auf einen in der Ortsmitte abgestellten Bus stürzte. Erwähnenswert sei, dass die Kötzersdorfer Wehr im vergangenen Jahr zu keinem Brandeinsatz gerufen wurde.

Besonders im Bereich der Aus- und Weiterbildung haben die ehrenamtlichen Feuerwehrleute einiges abgeleistet. Einzelne Kötzersdorfer Brandschützer legten mit der Kemnather Feuerwehr das THL-Leistungsabzeichen ab. Ferner berichtet Nickl von insgesamt 256 Übungsstunden, bei welchen im Bezug auf Verkehrsunfälle, der Bekämpfung von Bränden und der Verlegung von Schläuchen über lange Strecken geübt wurde. Auch das Thema Gefahrgut und die UVV-Belehrung wurde geschult. Des Weiteren berichtete der Kommandant von gemeinsamen Übungen mit der Kemnather Wehr im Bereich der Absturzsicherung und dem Besteigen des Aussichtsturms in Kirchenthumbach mit entsprechender Ausrüstung. Geübt wurde auch das Befüllen von Sandsäcken. „Zur schnellen Selbsthilfe haben wir nun gefüllte Sandsäcke im Gerätehaus“, ergänzte Nickl.

Der Kommandant selbst nahm an Lehrgängen für Messtechnik und der Flughelfer-Auffrischung an der Feuerwehrschule teil. Michael Eldracher (welcher nun zum zweiten Kommandanten gewählt wurde) bildete sich zum Truppführer fort. Im technischen Bereich gab es ebenfalls Änderungen. So wurde der Tragkraftspritzenanhänger umgebaut und modifiziert. Durch die Lagerung von B-Schläuchen in Buchten könne die Wehr im Kötzersdorfer Ortsgebiet umgehend eine zügige Löschwasserversorgung über lange Strecken errichten. Die Sondersignalanlage im Mannschaftstransportwagen wurde hinsichtlich der Bedienbarkeit verbessert und neue Gerätschaften zur Verkehrsabsicherung darin gelagert.

Zur Einsatzverwaltung wurde ein Alarmtablett angeschafft und aus Altersgründen ein Absturzsicherungssatz ersatzbeschafft. „Derzeit läuft die Erkundungsphase im Bezug auf die Ersatzbeschaffung neuer Schutzkleidung für die Kemnather Ortswehren ohne Atemschutz“, erklärt Kommandant Nickl. Mehrere Testanzüge seien bereits im Umlauf und werden in den nächsten Wochen ausgiebig getestet. Man achte dabei besonders auf das Preis- und Leistungsverhältnis. In diesem Bezug nahm auch Bürgermeister Werner Nickl Stellung. Die Ausrüstung und Anpassung an moderne Schutzkleidung sei natürlich notwendig. Jedoch müsse man die Umstellung Schritt für Schritt vollziehen. „Die Stadt wird in diesem Bereich handeln“, versprach der Rathauschef.

Die Alarmierung der Einsatzkräfte geschehe über die Sirene beim Gerätehaus, insgesamt 13 ausgegebene Funkmeldeempfänger und über Handyalarm mit der „APager-App“. Seit letzten Jahr kooperieren die Feuerwehren Kötzersdorf und Höflas im Bereich der Tagesalarmierung. Im Bereich der Absturzsicherung arbeiten die Kötzersdorfer weiterhin mit der Kemnather Stützpunktwehr zusammen. Kommandant Markus Nickl dankte der Stadt Kemnath, wie auch den umliegenden Wehren und der Kreisbrandinspektion für die gute Zusammenarbeit.

Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther verwies im Hinblick auf die Alarmierung, dass die Handy-App nur ein Zusatz und keine Einrichtung für den Erstalarm sei. Er betitelte die Kötzersdorfer Feuerwehr als „Vorreiter im Hinblick auf die Kinderfeuerwehr“ und „Vorzeigewehr für die Zusammenarbeit der Aktiven“. Im Hinblick auf die Sicherstellung der Tagesalarmierung und der Spezialisierung in Fachgebieten wie der Absturzsicherung sei dies laut dem KBI besonders wichtig. „Im Tagesalarm ergänzt ihr euch mit Höflas und bei der Absturzsicherung mit Kemnath“, lobte Braunreuther.

„Die Rechenschaftsberichte zeugen von hoher Aktivität und Dienstbereitschaft“, führte Bürgermeister Werner Nickl in seinen Grußworten aus. Das Stadtoberhaupt lobte die ausgezeichnete Kinder- und Jugendarbeit und führte deren Wichtigkeit aus. „Eine erfolgreiche und früchtetragende Jugendarbeit ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Fortbestand“, ergänzte Werner Nickl. Weiterhin lobte er die gute gemeinsame Zusammenarbeit der Kötzersdorfer Feuerwehrler mit den Höflaser und Kemnather Kräften.

Übertritte zu verzeichnen

Von der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr konnte die Kötzersdorfer Feuerwehr drei Übertritte verzeichnen. Lukas Kensbock, Julian Müller und Jessica Woita sind nun Mitglieder der Jugendfeuerwehr Kötzersdorf. „Es sind alles Eigengewächse aus der Kinderfeuerwehr“, betonte Irene Nickl, welche gemeinsam mit Margit Hautmann die jüngste Nachwuchstruppe leitet. Irene Nickl berichtete von elf Treffen und Unternehmungen der Kinderfeuerwehr. Neben Bastelaktivitäten und der Übernahme kleinerer Tätigkeiten bei Jugendübungen, so durften die jüngsten Feuerwehrmitglieder auch mit dem D-Rohr spritzen.

Gemeinsam mit der Nachwuchstruppe der Kemnather Wehr, den KEM-Fire-Kids, wurde ein „Trau-Dich-Kurs“ durch das BRK durchgeführt, die Kemnather Polizei besucht und ein Ausflug zur Straußenfarm unternommen. Mit jeweils neun Mitgliedern in der Kinder- und Jugendfeuerwehr habe die Kötzersdorfer Wehr keinerlei Nachwuchsprobleme.

Ehrung für Nickl:

Ehrung für Nickl

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kötzersdorfer Feuerwehr zeichnete Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther in Vertretung für den aus terminlichen Gründen verhinderten Kreisbrandrat Andreas Wührl dem Kötzersdorfer Feuerwehrkommandanten Markus Nickl mit dem silbernen Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Tirschenreuth aus. „Durch die Übernahme und Durchführung des Lehrganges für Absturzsicherung auf Kreisebene und weitere Tätigkeiten hat sich Markus Nickl diese Ehrung durchaus verdient.“, betonte Kreisbrandinspektor Braunreuther bei der Übergabe des Ehrenkreuzes an Markus Nickl. Ihm gratulierten seine Feuerwehrkameraden, welche kräftig applaudierten, wie auch KBM Florian Braunreuther, Bürgermeister Werner Nickl und der einzige anwesende Stadtrat Michael Hautmann.

Bürgermeister auf „Werbetour“:

Bürgermeister auf „Werbetour"

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kötzersdorfer Feuerwehr tritt Bürgermeister Werner Nickl „wegen eines im wichtigen Herzensanliegens“ nochmals vor die Versammlung. Das Stadtoberhaupt machte auf die Blutspende aufmerksam. „Der Gang zur Blutspende, verbunden mit dem Abzapfen eines halben Liters, kann das Leben anderer retten und die Versorgung und Behandlung von Patienten sicherstellen“, betont Nickl. Im Bezug auf Wette, welche der Rathauschef bei der Versammlung der Kemnather BRK-Bereitschaft einging, nannte Werner Nickl nochmals die Inhalte dieser. „Ich hoffe, dass mehr als vierzig Erstspender zum Blutspendetermin am 9. April in´s Kemnather Schulzentrum kommen.“

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.