30.11.2018 - 13:42 Uhr
KohlbergOberpfalz

Alles ruhig in Haus und Hof trotz 700 Hornissen

Der große Hornissenbau in der Scheune von Hubert Hausner ist jetzt leer. Der Besitzer hatte den Sommer über keine Probleme mit den Insekten. Die streng geschützten Brummer verlassen den Bau im Spätherbst. Nur Königinnen überleben.

In der Scheune von Hubert Hausner hing bis vor kurzem ein besonders großes Hornissennest. Die Familie hat mit diesen speziellen Mietern den ganzen Sommer nur gute Erfahrungen gemacht.
von Autor JMLProfil

Alle in der Familie von Raumausstatter Hubert Hausner sind naturverbunden und tierlieb. Ob das auch eine Hornissenkönigin wusste, die im Frühjahr in der Scheune mit dem Nestbau begann, ist nicht bekannt. Anfang Mai erwacht so eine im vorigen Herbst geborene und begattete Jungkönigin aus ihrem Winterschlaf, den sie in alten Bäumen oder im Erdreich verbringt. Dann beginnt sie sofort Nestbau und Eiablage.

Während die kugelförmigen Bauten dieser Hautflügler sonst meist nur um die 60 Zentimeter groß werden, ist die Sommerresidenz bei den Hausners gut doppelt so hoch. Nachdem das Nest vor Kurzem von seinen letzten Bewohnern verlassen wurde, hat der Besitzer das zarte Papiergebilde vorsichtig vom Balken abgelöst. Solche Brutplätze werden von den Insekten nur einen Sommer lang benutzt.

Ein Blick ins Innere des Gebildes zeigt, wie ausgeklügelt es ist. Nur im Zentrum um einen zentralen Stamm aus zu Papier zerfasertem alten Holz sind die sechseckigen Wabenzellen angegliedert. Etage für Etage stapeln sich übereinander mit ausreichend großen Kanälen für Zu- und Abluft, damit die Temperatur für den Nachwuchs stimmt. Außen herum bauen die Tiere in mehreren Lagen viel größere Luftkammern zur Isolierung und als Wetterschutz. Klimatechnik vom Feinsten für die über 700 Bewohner aus der Familie der Sozialen Faltenwespen.

Die Lebenserwartung der Arbeiterinnen beträgt nur drei bis vier Wochen. Zum Ende des Sommers legt die Königin verstärkt Eier, aus denen Drohnen und Jungköniginnen für das nächste Jahr schlüpfen. Das Ende des Hornissenstaates beginnt. Die bisherige Chefin wird nicht mehr versorgt und stirbt nach etwa einem Jahr Lebenszeit. Die letzten Arbeiterinnen dann Anfang November, womit das Leben im Bau erlischt.

Wie Hausner berichtet, hat seine Familie den ganzen Sommer über keine schlechten Erfahrungen mit diesen Untermietern gemacht, denn die großen Wespen sind sehr friedfertig. Hornissen greifen niemals grundlos an, sind scheuer als Bienen und weichen Konflikten aus. Die Riesen unter den Insekten interessierten sich weder für Kuchen und Speiseeis noch für Getränke. Bei einem Stich wirkt ihr Gift in gesunden Menschen nicht stärker als das von Bienen und Wespen. Hornissen zählen wegen ihrer akuten Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten Arten. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden.

In der Scheune von Hubert Hausner hing bis vor kurzem ein besonders großes Hornissennest. Die Familie hat mit diesen speziellen Mietern den ganzen Sommer nur gute Erfahrungen gemacht.
In der Scheune von Hubert Hausner hing bis vor kurzem ein besonders großes Hornissennest. Die Familie hat mit diesen speziellen Mietern den ganzen Sommer nur gute Erfahrungen gemacht.
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