18.05.2020 - 12:22 Uhr
KohlbergOberpfalz

Dekan Dirk Grafe beim Abschied von Pfarrer Martin Valeske: "Das schafft heute keiner mehr"

Pfarrer Martin Valeske sagt „Danke“ für die knapp 38 Jahre, die er in Kohlberg und Weiherhammer wirken durfte. Er gibt ein Versprechen und spricht eine Einladung aus.

Die Repräsentanten von Kirche und Politik (von links) Lektorin Barbara Wagner, Posaunenchorleiter Markus Sparrer, zweiter Bürgermeister Adrian Blödt, Bürgermeister Gerhard List, Pfarrer Martin Valeske, Vertrauensfrau Gertraud Landgraf und stellvertretender Dekan Dirk Grafe. Bild: bk
von Siegfried BockProfil

Das Wetter hätte gepasst. Eine große Abschiedsfeier mit Gottesdienst, Posaunen- und Kirchenchor auf dem Marktplatz war geplant. Die hätte Pfarrer Martin Valeske auch verdient gehabt. Alle wollten dabei sein. Aber das Coronavirus ließ nur 40 Personen in der Nikolauskirche zu. Etwa nochmal so viele Gläubige verfolgten davor über Lautsprecher die herzlichen Worte des Dankes, die dem Pfarrer mit Herz und Profil galten, der sich als 65-Jähriger nach Pöcking am Starnberger See in den Ruhestand zurückzieht.

Noch einmal spürt Valeske am Sonntag Rogate, das heißt betet, dem Mustergebet „Vater unser“ nach und mahnt, auch Güte und Vergebung zu üben. „38 Jahre in einer Gemeinde, das schafft heute in unserer Landeskirche keiner mehr“, beginnt stellvertretender Dekan Dirk Grafe aus Wirbenz. Er bezeichnet Valeske als echten Landpfarrer, der damals als Oberbayer gesagt habe, "da gehe ich hin". „Du warst eine Institution im Dekanat, hast deine Gemeinde geprägt, die Verbindung des Evangeliums gelebt und weiter gegeben, die Ökumene gepflegt und durch die Musik eine bleibende Erinnerung hinterlassen. Mit deiner ruhigen und besonnenen Art warst du hochgeschätzt.“ Mit diesen Worten sagt Grafe „Vergelt`s Gott!“, was Valeske nicht nur für die Gemeinde, sondern „für uns im Dekanat“ getan hat.“

Grafe überbringt auch die Grüße und guten Wünsche vom stellvertretenden Senior des Pfarrkapitels, Christoph Zeh. „Du bist immer willkommen. Möge der Herr dich begleiten“, gibt Grafe dem scheidenden Seelsorger mit auf den Weg, ehe er ihn mit Dankgebet und Segen entpflichtet. Bürgermeister Gerhard List bittet den „Vize“-Dekan, sich dafür einzusetzen, dass die Pfarrstelle in Kohlberg wieder besetzt werde.

Schweren Herzens verabschiedet die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands, Gertraud Landgraf, den Geistlichen: „Eine Perle verlässt Kohlberg.“ Sie übergibt Geschenke und im Namen des Kirchenchors einen Gutschein. „Sie waren in mehrfacher Hinsicht immer eine große Stütze“, dankte Valeske ihr sowie allen Kirchenvorstehern für die große Treue.

Posaunenchorleiter Markus Sparrer würdigt die zahllosen Verdienste seines Vorgängers Valeske um das Esnsemble. Für jedes Anliegen habe er ein offenes Ohr gehabt. „Deine Kompetenz und Predigten sowie deine Motivation und Kraft haben besonders beeindruckt.“ Sparrer übergibt eine Brotzeitkiste und zusammen mit Lektorin Barbara Wagner Hut, Gartengeräte und einen Weinstock. „Die kann ich gut gebrauchen für den gepachteten Ackers in Pöcking“, meinte Valeske. Bürgermeister List überreicht ein von Martina Leitmeier aus Weiden geschaffenes Bild mit dem Komponisten Beer-Walbrunn und der Kirche.

Beim vorausgehenden Gottesdienst im Pfarrgarten an der Kreuzkirche in Weiherhammer hatte Sylvia Amann vom Kindergottesdienstteam von Tränen gerührt betont: „Wir werden Sie nie vergessen.“ Zusammen mit Daniela Wunder übergab sie einen Korb mit Süßigkeiten für den Nascher Valeske und eine Tasse mit dem Abbild aller Kinder. Viele der Teilnehmer riefen ihrem Pfarrer „Danke und alles Gute“ zu.

Der langjährige Seelsorger erinnert daran, dass er als Achtjähriger zur Freude seines Vaters erklärt habe, dass er ebenfalls Pfarrer werden wolle. Er zitierte aus seiner Antrittspredigt und stellte im Rückblick fest, dass er seiner Berufung gefolgt sei und diese ihn erfüllt habe. „Ich danke Ihnen für die Geduld, die Sie mit mir hatten und bitte die, denen ich etwas schuldig geblieben bin, um Vergebung.“

Diese Bitte verbindet Valeske mit einem Dank an alle, die sich zur Gemeinde gehalten haben und halten und dazu beitragen, dass sie lebendig bleibt. Dabei nennt er auch die katholischen Mitchristen für ihre Offenheit und das brüderliche Miteinander. Er habe viele liebe, bewegende und ergreifende Anrufe, Briefe und E-Mails bekommen, und auch an seiner Haustüre hätten sich einige verabschiedet. „Ich werde diese Zeit nicht nur weiter in meinem Herzen tragen, sondern auch immer wieder zu Besuch kommen und lade auch Sie ein, mich in meiner alten und neuen Heimat zu besuchen.“ Valeske bittet die Vakanzvertreter und seinen Nachfolger ebenso herzlich aufzunehmen.

Vor dem Segen, dem sich nochmal ein starker Applaus anschloss, gibt Valeske noch die Wünsche eines unbekannten Verfassers mit auf den Weg: „Dass du bewahrt sein mögest an Leib und Seele, dass dich einer trägt und schützt und dich durch alles, was dir geschieht, deinem Ziel entgegenführt, dass in deiner Kraft seine Kraft ist, das vor allem wünsche ich dir.“

Entpflichtung durch stellvertretenden Dekan Dirk Grafe
Sylvia Amann und Daniela Wunder nehmen in Weiherhammer Abschied für das Kindergottesdienstteam
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