Kohlberg
07.10.2021 - 10:15 Uhr
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Erneute Abfuhr aus Kohlberg für Unien-Solarpark

Auch mit mehreren hundert Kilo Honig und Gewerbesteuereinnahmen von knapp 34.000 Euro im Jahr lässt sich der Marktgemeinderat nicht ködern. Die Meringer Unien GmbH kassiert erneut eine Absage für einen geplanten Solarpark.

Erneut blitzen die Antragsteller für einen Solarpark in Kohlberg ab Symbolbild: Petra Hartl
Erneut blitzen die Antragsteller für einen Solarpark in Kohlberg ab

Bürgermeister Gerhard List und mit ihm der Gemeinderat bleibt bei seiner Auffassung, die Unien-Anträge, die derzeit in nahezu jeder Landkreis-Gemeinde landen, seien ein reines „In d´ Stauern schlong und schaua, wos dabei rauskommt“, wie es ein Gemeinderat in der Juni-Sitzung formuliert hatte, als es ebenfalls um einen Antrag der Firma gegangen war. Unien bemühe sich nicht einmal, die Anträge an den korrekten Ansprechpartner zu richten. Diesmal stehe zwar der Name des zuständigen Bürgermeisters auf dem Antrag, aber die Adresse sei wie beim ersten Mal falsch, sagt List.

Honig und Gewerbesteuer

Unien hat für den aktuellen Antrag ein Auge auf zwei Flurnummern der Gemarkung Thanhof geworfen, auf denen ein Solarpark mit knapp 17 Hektar Größe entstehen soll. Die GmbH wirbt diesmal zusätzlich mit der Möglichkeit, auf dem Gelände gewerblich Honig zu erzeugen, und spricht von „mehreren hundert Kilo“ je Hektar Anbaufläche. Außerdem bringt sie die Gewerbesteuer ins Spiel, die sie mit etwa 34.000 Euro im Jahr beziffert. Der Gemeinderat zeigt sich unbeeindruckt und bleibt ohne weitere Diskussion bei seiner Haltung. Er lehnt den Antrag mit denselben Argumenten ab wie den Antrag vom Juni dieses Jahres. List präzisiert, die Flächen seien sehr wertvoller landwirtschaftlicher Grund, außerdem handle es sich dabei um die wenigen zusammenhängenden unbebauten und nicht bewaldeten Gebiete.

Wie man nach Auffassung der Gemeinderäte korrekt an ein solches Vorhaben herangehe, zeige das Projekt „Photovoltaik-Freiflächenanlage Krickelsdorf“ der Stadt Hirschau. Hier ist der Markt Kohlberg im Vorfeld der Aufstellung des Bebauungsplans und der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans als einer von vielen Trägern öffentlicher Belange zu hören. Der Marktgemeinderat hat keine Einwände gegen die Pläne der Nachbarstadt.

300 Euro für Beer-Walbrunn-Tage

Der Beer-Walbrunn-Kunst- und Kulturverein bekommt für die diesjährigen Beer-Walbrunn-Tage am 15. und 17. Oktober wieder 300 Euro aus der Gemeindekasse. Laut List nehmen inzwischen sogar Musiker aus Übersee teil, um sich der Herausforderung der schwer spielbaren Stücke des in Kohlberg geborenen Komponisten zu stellen. Für die Gemeinde seien die Beer-Walbrunn-Tage beste Werbung, sagt der UPW/FW-Sprecher Walter Fischer. Der CSU-Sprecher Norbert Merkel appelliert, die Kulturtage zu besuchen; das sei ein Erlebnis, auch wenn es sich um schwere Kost handle.

Blödt: turnusmäßige Klausur

Die überörtliche Rechnungsprüfung für die Jahre 2015 bis 2019 hat laut List keine gravierenden Mängel ergeben. Die Mehrzahl der beanstandeten Punkte sei schon abgearbeitet. Adrian Blödt (CSU) spricht sich erneut für eine wiederkehrende Klausurtagung im August aus, um zu prüfen, inwieweit die Planzahlen eingehalten werden.

Der Bürgermeister informiert über Bauanträge, die entweder nur einer isolierten Befreiung vom Bebauungsplan bedurften, über die die Verwaltung entscheiden darf, oder die unter das Freistellungsverfahren gefallen sind. Es handelt sich um folgende Bauvorhaben: Kiebitzweg 5, Bau einer Wohnwagen-Garage; Gladiolenweg 11 und 13, jeweils Bau eines Carports; Mühlberg 37, Erweiterung einer Dachgeschosswohnung und Errichtung von zwei Gauben; Weidener Straße 51, Bau eines Einfamilienwohnhauses.

Busunternehmen hat gekündigt

Die Buslinie zur Grundschule Etzenricht hat das Busunternehmen Bäumler von sich aus gekündigt, tritt List anderslautenden Gerüchten entgegen; die Linie ist inzwischen schon wieder neu vergeben.

Marktrat pflanzt 13 Bäume

Auf dem Naturerlebnisweg wird der Marktrat heuer noch 13 Bäume pflanzen, jeder Marktrat einen. Um die Verbuschung zu entfernen, ist eine Förderung beantragt, 30 Prozent der Kosten muss der Markt selbst tragen. Auch im Rahmen der Dorferneuerung sollen den Worten Lists zufolge heuer noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden.

Eine Bürgerversammlung soll nach Möglichkeit stattfinden, die Verwaltung wartet aber noch auf Vorgaben des Landratsamtes. List will den Bürgern in jedem Fall die aktuellen Zahlen wieder schriftlich zur Verfügung stellen.

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Neustadt an der Waldnaab09.06.2021
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