28.07.2019 - 17:40 Uhr
KohlbergOberpfalz

Ganz kurze Entlassung

Die Verwaltungsgemeinschaft legt Haushaltszahlen vor. Außerdem entlässt sie Martin Beyer, um ihn sofort wieder zum Leiter des Standesamtes Weiherhammer zu ernennen.

Doppelt genäht hält besser. Rathauschef Ludwig Biller übergibt die Bestellungsurkunden an Standesbeamten Martin Beyer. Die Bürgermeister Martin Schregelmann aus Etzenricht und Rudolf Götz (von rechts) bestätigen den Vorgang.
von Autor JMLProfil

Für Zuhörer, wenn denn welche da gewesen wären, hätte es sich kaum gelohnt im Rathaussaal Platz zu nehmen. Nur ganze 20 Minuten dauerte die öffentliche Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Weiherhammer-Etzenricht-Kohlberg.

Für Bürgermeister Ludwig Biller als Vorsitzenden der Gemeinschaftsversammlung, seine Kollegen Martin Schregelmann aus Etzenricht, Hausherrn Rudolf Götz sowie die acht Beisitzer aus den drei Gemeinden aber deutlich länger. Sie hatten davor schon mit Kämmerer Christian Wirth hinter verschlossenen Türen konferiert und nach dem öffentlichen Teil ging es im Beisein von VG-Geschäftsleiter Claus Hellbach noch eine ganze Zeit weiter. Die von Biller vorgetragenen Punkte wurden einstimmig akzeptiert.

Jahresrechnung

Der Weiherhammerer Rathauschef präsentierte zuerst die VG-Jahresrechnung für 2018. Vermögens- und Verwaltungshaushalt schließen mit der Gesamtsumme von 1,235 Millionen Euro ab. Um die Posten auszugleichen, mussten einige Ausgleichsbuchungen getätigt sowie 4.500 Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden. An Umlage-Einnahmen kamen 1,029 Millionen in die Kasse, der Gebührenzufluss betrug knapp 63.000 Euro. Die Ausgaben für Anschaffungen im Bürobereich summierten sich auf etwas über 67.000 Euro. Am Jahresende 2018 hatte die Verwaltungsgemeinschaft Rücklagen in Höhe von knapp 117.000 Euro und war somit schuldenfrei.

Standesamt

An dritter Position der Tagesordnung stand der Widerruf der Bestellung von Martin Beyer zum Standesbeamten und als Leiter dieses Sachgebietes im Personenstandsrecht. Anschließend erfolgte sofort wieder seine Berufung in die beiden Positionen.

Wie VG-Geschäftsleiter Hellbach informierte, musste das Procedere auf Anweisung des Landratsamtes erfolgen. Hintergrund war, dass Beyer an einer Fortbildungsveranstaltung aus persönlichen Gründen nicht teilgenommen hatte und daher eine bestimmte Punktzahl nicht erreichen konnte. Kommentar aus dem Gremium: „Und deshalb müssen wir jetzt viermal abstimmen? Früher hätte man das mit einem kurzen Anruf in Neustadt erledigt“. Vor dem leise plätschernden Marktbrunnen übergab Biller die Urkunden an den Sachgebietsleiter und Geschäftsführer Hellbach bemerkte: „Der Form muss Genüge getan werden“.

Zur Person:

Sachgebietsleiter Martin Beyer

Der 56-jährige ist ein alter Hase auf dem Gebiet des Personenstandsrechts. Bereits 2004 hat er sich die Qualifikation zum Standesbeamten angeeignet. Seit 2013 ist er im Rathaus Weiherhammer für das Einwohnermeldewesen, Standesamt, Gewerbeanmeldung und die öffentliche Sicherheit tätig. Etwa 300 Ehepaare schätzt er, wurden von ihm getraut. Einige wenige auch gleichgeschlechtlich. Probleme gab es manchmal bei den Vorgesprächen. „Wir haben ja ein ganz liberales Namensrecht. Da kam es schon mal vor, dass sich ein Paar nicht auf den späteren Familiennamen einigen konnte und dann die Hochzeit gleich ganz absagten.“ (jml)

Die Verwaltungsgemeinschaft legt Haushaltszahlen vor. Außerdem entlässt sie Martin Beyer, um ihn sofort wieder zum Leiter des Standesamtes Weiherhammer zu ernennen.

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