02.08.2020 - 15:44 Uhr
KohlbergOberpfalz

Greifvogelexperten beringen Fischadler

Großer Tag für die drei Jungvögel um Staatsforstrevier Kohlberg: Die Vogelexperten Paul Baumann und Manfred Härtl holen einen Fischadler nach dem anderen aus dem Horst und beringen die Tiere.

Vogelexperte Paul Baumann beringt beide Vogelbeine. Der eine Ring trägt einen alphanumerischen Code, der wie ein Nummernschild auch aus der Ferne erkannt werden kann. Beide sind aber dem Vogel zugeordnet und machen ihn zweifelsfrei identifizierbar.
von Externer BeitragProfil

Die Fischadler-Elterntiere haben die Menschen, die sich auf den Horst zubewegen, längst ausgemacht und geben aufgeregte und scharfe Rufe ab. Diese sollen warnen, vor allem aber abschrecken. Viel mehr hat die Gruppe bestehend aus dem Greifvogelexperten, Dr. Daniel Schmidt-Rothmund, dem ehrenamtlichen Mitarbeiter im Artenhilfsprogramm Oberpfalz, Paul Baumann, dem Baumkletterer Manfred Härtl und dem zuständigen Förster der Bayerischen Staatsforsten, Erwin Fischer, aber nicht zu befürchten. Fischadler rufen warnend, kreisen aber ansonsten nur über dem Horst aufgeregt hin und her. Das ändert sich auch nicht als Manfred Härtl mit schnellen Bewegungen den Baum erklimmt und den Nachwuchs aus dem Horst holt. Bei diesem im Staatsforstrevier Kohlberg gelegenen Horst sind es diesmal drei Jungvögel. Sie sind die letzten für dieses Jahr im gesamten Forstbetrieb Schnaittenbach, die beringt werden. Jedes Jahr wird der Nachwuchs aller Fisch- aber auch Seeadler beobachtet, gemonitort und beringt, um sich so ein umfassendes Bild der Population und der Entwicklung der scheuen Großvögel zu machen.

Nachdem die jungen Adler aus dem Horst herausgenommen wurden, werden sie vorsichtig aus dem Baum abgeseilt. Die Tiere werden vermessen, gewogen, untersucht und zum Abschluss beringt. Ein Ring an jeden Ständer, so heißen die Beine der Vögel in der Fachsprache. Der eine silberne Ring trägt eine kleine individuelle Nummer wie im Personalausweis. Der andere einen großen alphanumerischen Code, der aus größerer Distanz erkennbar ist. Beide werden in einer Datenbank hinterlegt. Mit diesen können Vogelfreunde auf der ganzen Welt diesen Fischadler zweifelsfrei identifizieren. Notwendig dafür ist ein hochauflösendes Spektiv oder Teleobjektiv, mit dem die Kennung auch aus weiter Entfernung abgelesen werden kann. Auf Ihren Wanderungen im Winter und Frühjahr werden die Fischadler immer wieder beobachtet. Die gemeldeten Beobachtungen sind dann wichtige Informationen für Schmidt-Rothmund und sein Team, der so mehr über die Überlebensrate, Wanderwege oder die Erschließung von neuen Lebensräumen der Adler erfährt.

In den drei Fischadler-Horsten im Staatsforstbetrieb Schnaittenbach konnten die Vogelexperten in diesem Jahr insgesamt sechs junge Fischadler beringen.

Beim Schutz der Großvögel werden die Vogelexperten von den jeweils zuständigen Staatsförstern unterstützt. Für Erwin Fischer ist die regelmäßig erfolgreiche Brut der Fischadler ein Zeichen für den intakten Wald in seinem Revier.

Bei den Eschenbacher Fischadlern geht's rund

Eschenbach
In schnellen Zügen erklimmt Baumkletterer Manfred Härtl den Horstbaum, um die jungen Fischadler für die Beringung zu bergen.
Während der Beringung kreisen die Elterntiere über dem Horst hin und her und geben Warnrufe ab.

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