30.05.2021 - 08:20 Uhr
KohlbergOberpfalz

Der Hut ist sein Markenzeichen: Günther Schmidt feiert 80. Geburtstag

Schreinermeister Günther Schmidt feiert 80. Geburtstag und blickt mit Ehefrau Anneliese auf ein wechselvolles Leben zurück. Bekannt ist er in der Region als „Höitl-Schmied“.

Günther Schmidt, der weitum bekannte Schreinermeister, feiert 80. Geburtstag.
von Autor JMLProfil

Günther Schmidt ist ein Original, einer, der das Herz auf der Zunge trägt, klar und oft auch deftig seine Meinung sagt. Wenn Schmidt erzählt, ist er kaum zu bremsen, seine Lebensgeschichte, die er zu seinem 80,. Geburtstag schildert, schillert bunt. Er ist ein Stehaufmännchen, das so leicht nichts aus der Bahn wirft. Mit seiner Frau Anneliese bildet Günther unschlagbares Team.

Sie haben sich 1964 in Neustadt kennengelernt und bereits nach einem Jahr geheiratet. Das goldene Ehejubiläum wurde 2015 in ihrer Trauungskirche am Hammerweg begangen. Sechs Kinder kamen zur Welt, vier davon leben noch und inzwischen bereichern fünf Enkel die Familie. Und das „Markenzeichen“, seinen Hut, den nimmt Schmidt nur zum Schlafen ab!

Der Jubilar kam Ende Mai 1941 in der niederschlesischen Kreisstadt Brieg bei Oppeln zur Welt. Weitere sieben Geschwister vervollständigten die Familie, der Vater war Buchhalter in einem Sägewerk, die Mutter Hausfrau. Der kleine Günther bekam bereits mit dreieinhalb Jahren den Ernst des Lebens zu spüren, als seine Mutter mit den Kindern und ihren Eltern die Heimat verlassen musste. Der Vater war im Fronteinsatz. Schmidt weiß aus Erzählungen, dass sich seine Mutter öfter über ihre im Straßengraben kauernden Kinder gelegt hatte, um sie vor den Kugeln der Tiefflieger zu schützen. Über Tschechien und Oberfranken kam die Familie nach Weiden. Dort erlebte Schmidt hautnah das Flüchtlingselend der ersten Nachkriegsjahre.

Nach Volks- und Oberrealschule lernte er das Schreinerhandwerk bei der Firma Josef Fritsch und schloss seine Ausbildung als Innungsbester ab. Es folgten zwei Jahre Bundeswehrzeit bei der Luftwaffe in Leipheim, Arbeit im ehemaligen Lehrbetrieb, Zeiten auf Montage, sowie zehn Jahre in der Möbelfabrik Schmidt & Söhne in Oberwildenau. 1982 dann die Meisterprüfung in Cham und die Selbständigkeit mit der eigenen Firma in Neudorf. Zu tun hatte der „Holzwurm“, wie er sich selber nennt, immer genug, aber eine Kundenpleite, bei der Schmidt als Subunternehmer dranhing, brachte das eigene Unternehmen zum Kippen. Das Ehepaar Schmidt zog 2000 nach Kohlberg und startete 2004 neu mit einer maschinell gut bestückten Werkstatt in den Räumen eines ehemaligen Aussiedlerhofes. Die Aufträge flossen wieder, bis vor etlichen Jahren ein Schlaganfall sowie ein Herzinfarkt den rührigen Unternehmer stoppten. Seitdem pflegt ihn Gattin Anneliese liebevoll und auch Nachbarn helfen gerne, wenn es mal nötig ist. Den Humor hat der 80-Jährige dabei keineswegs verloren.

Überhaupt ist der Jubilar ein sehr geselliger Mensch mit jahrzehntelanger Zeit bei den Sportschützen, dem Kriegerverein, bei den Bienenzüchtern, dem Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Leuchtenberg, und er war ein begnadeter Sänger im Kirchenchor, und dem Gesangverein Oberwildenau. Wie er schmunzelnd anfügt, ist er auch das letzte lebende Mitglied der „Scheißhaus-Tenöre“. Auf seine 30 Jahre Dienstzeit bei den Feuerwehren Schirmitz und Oberwildenau ist der Jubilar besonders stolz. Als Hauptlöschmeister „Alter Hut“ hat er lange Zeit die Jugendgruppen betreut. Er trägt die silbernen Feuerwehr-Ehrennadeln des Landes Bayern und der Bundesrepublik. Herausragendes Ereignis war hier 1999 der Eintrag ins Guinnesbuch der Rekorde. Damals legte seine Jugendgruppe zusammen mit 351 weiteren eine 46 Kilometer lange, wasserführende B-Schlauchleitung ins Amberger Landesgartenschau-Gelände. 2300 Schläuche und 130 Pumpen mussten zusammen funktionieren. Es klappte.

Am Weltgeschehen ist Schmidt stark interessiert, seine Meinung über raffgierige Politiker niederschmetternd. Er ist CSU-Mitglied, aber: „Ich habe meine eigene Meinung und Opposition muss sein“, erklärt er. Transfersummen und Spielergehälter im Profifußball sind für ihn ein Skandal und Corona-Impfungen sollten ganz den Hausärzten überlassen werden. „Dann hätten wir das schon längst durch“, so seine Meinung. Im Fernsehen schaut er gerne die Serie 'In aller Freundschaft' an. Auf die Frage, ob er etwas in seinem Leben nochmal anders machen würde, antwortet Schmidt: „Nein, das Leben ist vorbestimmt!“ Und er möchte noch gerne ein Stück davon genießen. Ehefrau Anneliese wird ihm sicher dabei helfen.

Filmcrew belagert Laden

Neustadt an der Waldnaab
Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oberwildenau überraschten Günther Schmidt (Zweiter von links) zum 80. Geburtstag mit einem Geschenkkorb.

 

 

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