13.10.2021 - 16:59 Uhr
KohlbergOberpfalz

Kohlberg feiert seinen musikalischsten Sohn Anton Beer

Die kleine Gemeinde Kohlberg weist einen großen Sohn vor: Komponisten und Professor Anton Beer-Walbrunn (1864–1929). Die nach ihm benannten Musiktage ehren ihn mit Konzert und kirchenmusikalischem Gottesdienst.

Um 1900: Anton Beer (-Walbrunn) mit 36 Jahren. Er begann die Unterrichtstätigkeit an der Akademie in München. Max Reger (27) lebte in Weiden und schockierte mit der „Symphonischen Phantasie und Fuge“ für Orgel.
von Peter K. DonhauserProfil

Zum siebten Mal lädt der Kunst- und Kulturverein Kohlberg (Kreis Neustadt/WN) zu den Beer-Walbrunn-Tagen ein. Am Freitag, 15. Oktober, um 19 Uhr und am darauffolgenden Sonntag, um 9.30 Uhr erinnert der Ort westlich von Weiden in der Nikolauskirche an den berühmten Musiker.

Anton Beer war Lehrerssohn und sollte auch selbst den Beruf des Vaters ergreifen: Seine Stationen waren 1877 die Präparandenschule Regensburg, ab 1880 die Lehrerseminare in Eichstätt und Amberg. 1886 legte er sein Schlussexamen als bester von 57 Kandidaten ab.

Von Kohlberg nach München

Danach verlief der Lebensweg anders als geplant: Domkapellmeister Widmann (Eichstätt) ermöglichte ihm von 1888 bis 1891 ein Studium unter anderem bei Joseph Rheinberger an der Königlichen Akademie der Tonkunst in München, wo Anton Beer selbst ab 1901 Harmonielehre, Kontrapunkt, Komposition und Klavier lehrte. 1908 wurde er zum Königlichen Professor ernannt. Schon 1904 hatte er die Kunstmalerin Ida Görtz geheiratet, mit der er seitdem auch den Mädchennamen seiner Mutter als Doppelnamen Beer-Walbrunn führte.

Von April 1905 bis Juli 1906 war der neun Jahre jüngere Max Reger Kollege an der Akademie, man kannte sich natürlich. Es war eine Zeit des Umbruchs: Beer-Walbrunn entwickelte das Tonartensystem weiter, Max Reger dehnte dessen Grenzen (Symphonische Fantasie und Fuge op. 57, 1901), Arnold Schönberg sprengte sie (Kammersymphonie op. 9, 1906). Es entsprach sicher nicht der Persönlichkeit Beer-Walbrunns, sich solch brisanten Konfliktsituationen auszusetzen wie die genannten Kollegen.

Von Paris nach Kohlberg

Beim Kammerkonzert am Freitag musizieren Burkhard Maiß (Violine und Viola) und die Pianistin Ji-Yeoun You. Sie stellen drei Werke mit recht unterschiedlichen Stilen, Stimmungen und Emotionen nebeneinander. Das älteste ist die Sonate G-Dur KV 301 von Mozart, komponiert 1778 in Paris. Einen Kontrast bildet die Bratschen-Sonate op. 156 von Roland Leistner-Mayer (*1945) aus dem Jahr 2019. Den Abschluss bildet die Violinsonate d-Moll op. 30 von Anton Beer-Walbrunn.

Tradition hat der kirchenmusikalische Gottesdienst am Sonntagmorgen. Die Musik stammt von Beer-Walbrunn, Reger und Carnap. Die Musizierenden sind Angelika Huber (Sopran), Gerhard Urban (Violine), Cornelia Böck (Klavier) und Anna-Magdalena Bukreev (Orgel), die neue Kantorin in St. Michael Weiden. Es wird um Anmeldung bei Inge Dannehl (Tel. 0151-59080860) gebeten. Die tagesaktuellen Regelungen bezüglich der Corona-Pandemie sind zu beachten.

Beer-Walbrunn-Tage in Kohlberg

Kohlberg

 

 

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