06.06.2021 - 14:42 Uhr
KohlbergOberpfalz

Kohlberg lehnt Freiflächen-Solarpark ab

Das Landschaftsbild und der landwirtschaftlich genutzte Grund sind den Markträten zu wertvoll: Ein standardisierter Antrag auf ein Sondergebiet Photovoltaik fällt glatt durch.

Die Grundstücke vom Weg Richtung Nordosten bis hin zum Wald sollten für ein Sondergebiet Photovoltaik in Frage kommen.
von fsbProfil

Einen Freiflächen-Solarpark will die Firma Unien GmbH aus Mering errichten. Mit dem Antrag auf informellen Vorbescheid zur Ausweisung eines Sondergebietes Photovoltaik in Weißenbrunn (Gemarkung Hannersgrün) beschäftigte sich dazu nun der Marktgemeinderat. Die Gremiumsmitglieder Christian Lehner als Grundstückseigentümer von Flächen aus dem Antrag und Gerd Hiltl als persönlich Beteiligter waren von Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen.

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Weiden in der Oberpfalz

Der Antragsteller hat schon in allen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Weiherhammer sowie in weiteren Kommunen ähnlich gelagerte, standardisierte Anfragen eingereicht. Bisher holte er keine Zustimmungen von den Grundstückseigentümern ein, was für den vorliegenden Antrag allerdings auch nicht notwendig ist, da diese erst für den Vorhaben- und Erschließungsplan vorliegen müssten. Allerdings war das Schreiben weder an die richtige Gemeinde noch an den entsprechenden Bürgermeister adressiert. Das veranlasste Gerhard List zur Bemerkung, die Antragsteller wollten einfach "den Baum schütteln und schauen, was runterfällt".

Dem stimmte Adrian Blödt (CSU) zu und schlug vor, den Antrag abzulehnen. Damit zeigte sich auch Manfred Häring (UPW/FW) im Prinzip einverstanden, sah jedoch im Beschlussvorschlag eine grundsätzliche Ablehnung, die eine Signalwirkung auf mögliche künftige Anträge haben könnte. Dem widersprach Bürgermeister List und ergänzte, der Beschluss sei vom Gemeindetag vorgegeben.

Schließlich wurde mit 11:0 beschlossen, der Entwicklung des Solarparks nicht zuzustimmen. Zum einen stellten diese Flächen einen bewirtschaftbaren landwirtschaftlichen Grund mit hoher Bonität dar, wobei der Verlust der Erträge nicht hingenommen werden könne. Zudem zählten die Flächen zu den wenigen zusammenhängenden unbebauten oder nicht bewaldeten Gebiete, so dass das Landschaftsbild im Landschaftsschutzgebiet nicht beeinträchtigt werden könne.

Hintergrund:

Bekanntgaben und Sonstiges

  • Dorferneuerung: Voll im Zeitplan. Bürgermeister List dankte allen Anwohnern für ihre Geduld, wenn sie tagelang keine Zufahrt hatten.
  • Umweltmaßnahmen: Eine 3041 Quadratmeter große Fläche am Berg nach Röthenbach soll weder gedüngt noch öfter abgemäht werden, um einen Rückzugsort für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Nur im Herbst erfolgt eine Mahd. Auf einer weiteren von der Gemeinde angekauften 1856 Quadratmeter großen Fläche sollen das dominierende Springkraut ausgehungert und die jetzigen Kulturen verändert werden.
  • Bürgerhaus: Im November hat die Marktgemeinde einen Antrag zur Bundesförderung der Maßnahme "Bürgerhaus" eingereicht. Nun habe sie in einer zweiten Vergaberunde und durch den Einsatz von MdB Albert Rupprecht einen Zuschlag in Höhe von 500.000 Euro erhalten. Bürgermeister List: ein "Meilenstein für die Realisierung des Bürgerhauses".
  • Umweltprobleme: Eine illegale Erdentsorgung in Röthenbach, bei der der Verursacher nicht ermittelt werden konnte, bezeichnete List als Straftat.
  • Simultankirchenradweg: Nachdem die Neubeschilderung des Simultankirchen-Radwegs abgeschlossen ist, sind Radkarten dafür im Rathaus erhältlich.
  • Ferienbetreuung: Martina Auer-Bertelshofer (CSU) schlug vor, Informationen über die Ferienaktionswochen des Kreisjugendrings einzuholen, wenn eine schulinterne Organisation nicht möglich sei. Eventuell fallen dabei für die Gemeinde keine Kosten an.
  • Beim Landratsamt eingereichte Bauanträge: Abbruch einer bestehenden Terrassenüberdachung und Neubau mit geänderter Dachneigung und Dacheindeckung im Tulpenweg sowie Anbau eines Esszimmers an das bestehende Wohnhaus in Weißenbrunn.

 

 

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