06.08.2020 - 12:44 Uhr
KohlbergOberpfalz

Die Vernunft siegte

Anstelle der Kohlberger Schule soll ein Bürgerhaus entstehen. Eine Machbarkeitsstudie brachte drei Planungsversionen hervor. Eine Traum-, eine Vernunft- und eine Sparvariante.

Das ehemalige Schulhaus von Kohlberg wird abgerissen und weicht einem Bürgerhaus. Erste Pläne stellten die Architekten nun vor.
von Ernst FrischholzProfil

Einziger Punkt einer Sondersitzung in der Schulturnhalle war die Vorstellung der Machbarkeitsstudie „Bürgerhaus“ durch Sebastian Grundler und Marion Braun vom Büro „2 G Architekten“ in Weiden. "Wir setzen uns heute das Ziel einer Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung des Raumprogramms und der Kosten", leitete Bürgermeister Gerhard List ein. Der Traum "Bürgerhaus" sei vor Jahren schon einmal an der Finanzierbarkeit gescheitert. Nun gebe es jedoch das Förderprogramm „Innen vor Außen“, das über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) laufe. "Wir haben den Ball aufgenommen und bereits im Vorfeld die Vereine mit der Frage kontaktiert, ob und wie sie das Bürgerhaus nutzen wollen." Darauf baut nun auch das Raumprogramm auf. Per Beamer führten die Planer von „2 G“ die Markträte und zwölf Zuhörer durch die drei Varianten, die sie in „Traum, Vernunft und Sparen“ gliederten. Das Gelände mit der alten Schule im Gladiolenweg sei für alle drei Varianten passend.

Die Traumvariante

Das wäre ein Flachbau, im Erdgesschoss ein Saal (200 Quadratmeter) mit mobiler Bühne und Küche sowie Nebenräume. Ein Verbundbau mit Sanitärräumen erschließt den Erweiterungsbau „Feuerwehrhaus“. Hierbei handelt es sich um einen 55 Quadratmeter großen Schulungsraum mit kleiner Küche. Im Untergeschoss ein Feuerwehr-Jugendraum, Umkleiden, Technik und die Bücherei. Ein Aufzug wird eingebaut. Die Kostenermittlung liegt bei 4,3 Millionen Euro. Diese gliedern sich auf 900.000 Euro für den Feuerwehrbereich und 3,4 Millionen Euro für das Bürgerhaus. Bei einer voraussichtlichen Förderung von 80 Prozent würde diese bei 2,77 Millionen Euro liegen und für die Gemeinde verbleiben 1,5 Millionen Euro Eigenanteil.

Die Vernunftvariante

Diese ist der Traumvariante ähnlich. Eine etwas reduzierte Größe durch Mehrfachnutzung der Räume, vor allem im Untergeschoss, und der Wegfall des Aufzuges reduzieren die Kosten. Der Bürgersaal selbst bleibt gleich. Die Kosten würden sich hier auf 3,6 Millionen Euro summieren. Aufgeteilt auf 400.000 Euro für den Feuerwehrbereich und 3,2 Millionen Euro für das Bürgerhaus. Dafür dann voraussichtliche Förderung von 2,6 Millionen Euro, verblieben 1 Millionen Euro Gemeindeanteil.

Die Sparvariante

Diese ist eigentlich fast gleich wie die Vernunftvariante. Allerdings wird hier der Feuerwehrbereich ausgeklammert. Das heißt keine Kosten dafür, sondern nur für das Bürgerhaus in Höhe von 3,1 Millionen Euro. Bei einer zu erwartenden Förderung von 2,5 Millionen Euro würden für die Gemeinde 600.000 Euro verbleiben.

Bürgermeister List machte deutlich, dass ihm an den Konzepten besonders die Mehrfachnutzung gefällt. "Wir wollen keine Räume ohne Leben", so der Gemeindechef. Optimal sei auch die Bücherei miteinbezogen. Er spreche sich für eine der Varianten mit Feuerwehrschulungsraum aus, weil dieser auch von anderen Vereinen genutzt werden könne. Billiger wie hier würde man die Feuerwehr nicht neu aufstellen können. Zweiter Bürgermeister Adrian Blödt machte deutlich, dass es nur die Entscheidung über die Varianten gebe, für Detailfragen sei es zu früh. Die Studie sei auch nur ein Vorentwurf. "Aber wir wollen nicht übers Ziel hinausschießen", so Blödt. Bürgermeister List hörte aus den Meinungsäußerungen einen Tendenz heraus und stellte die

Vernunftvariante zur Abstimmung. Diese erhielt ein einstimmiges Votum. "Wir haben nun einen großen Schritt gemacht, wollen bis in einem Jahr die Baugenehmigung haben und im Herbst 2021 mit dem Abbruch der Schule beginnen", erläutert das Marktoberhaupt den Zeitplan.

Die Planungen fürs Bürgerhaus laufen schon länger

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