02.02.2020 - 11:57 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

„Abseits ideologischer Sackgassen“

Die Freie Wählergemeinschaft Konnersreuth feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Bei einem Ehrenabend rücken verdiente Mitglieder in den Mittelpunkt. Aber natürlich sagen die Freien Wähler auch, was ihnen wichtig ist und was sie ablehnen.

Langjährige Mitglieder wurden beim Ehrenabend der Konnersreuther Freien Wähler gewürdigt. Im Bild (sitzend von links) Reinhard Wurm, Helga und Max Bindl sowie Gottfried Richtmann; (stehend von links) Gerhard Haberkorn, Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt, Kreisvorsitzende Gisela Kastner, Markus Konrad, Reinhard Ernstberger, Peter Bauernfeind, Landratskandidat Ely Eibisch, Richard Schiedeck, Wolfgang Weiß, Karl Schaumberger, Klaus Jäger und Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr.
von Josef RosnerProfil

Seit sechs Jahrzehnten gibt es die Freie Wählergemeinschaft in Konnersreuth. Gefeiert wurde dies mit einem Ehrenabend im Schiml-Saal. Freie-Wähler-Vorsitzender und Bürgermeister Max Bindl hob hervor: "Abseits ideologischer Sackgassen machen wir Politik. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt." Musikalisch wurde der Abend von der Konnersreuther Blaskapelle bereichert.

"Wir haben in 60 Jahren Freie Wähler in Konnersreuth viele Höhen und Tiefen erlebt, so wie halt überall im Leben", sagte Bindl, der mit Stolz und Freude auf die Geschichte der Wählergemeinschaft zurückblickte. Gegründet als Christliche Wählergemeinschaft im Jahr 1960 war die Gruppierung seitdem immer im Marktrat vertreten. Erste Markträte waren Otto Knahl und Karl Sölch.

Mitgestalten

Bindl betonte: "Wir Freie Wähler haben unsere Wurzeln in den Kommunen und bei den Menschen. Bei uns zählen gesunder Menschenverstand sowie das Miteinander und Mitgestalten. Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. Wir müssen unsere Heimat selber mitgestalten."

Den Mitgliedern dankte Bindl mit einem "Vergelt's Gott" und forderte dazu auf, weiter für eine bürgernahe Politik zu stehen. Im Schnelldurchlauf blickte Bindl dann auf 60 Jahre Freie-Wähler-Geschichte zurück. Seit 2008 stellen die Freien Wähler den Bürgermeister der Marktgemeinde, als Bindl in der Stichwahl mit 59 Prozent siegte. Sechs Jahre später gewann Bindl erneut mit fast 59 Prozent, dieses Mal allerdings schon im ersten Durchgang. Seitdem sind fünf Markträte der FW im Gremium vertreten, so viel wie nie zuvor.

Festredner war Landtagsabgeordneter Tobias Gotthardt aus Kallmünz. Er gratulierte den Konnersreuther Freien Wählern zum 60. Geburtstag und zur guten Arbeit vor Ort. "Wir sind nahe dran am Menschen. In den Kommunen und Rathäusern sind wir zu Hause." Freilich gehören die Freien Wähler jetzt zur Bayerischen Staatsregierung, "weil wir Experten für Probleme der Bürger sind und wir dazu die passenden Lösungen finden".

Den Bürgern zuhören

Tobias Gotthardt kündigte an, dass ehrenamtliche Rettungskräfte in Bayern bald kostenlos mit öffentlichen Bahnen und Bussen fahren dürfen. Der Sprecher bezeichnete dies als Anerkennung für ehrenamtliche Dienste am Menschen. "Weiter haben die Freien Wähler wieder den Meisterbrief eingeführt." Wichtig war dem Sprecher die Beteiligung der Bürger an der Politik. "Wir Politiker müssen lernen, den Bürgern zuzuhören und herausfinden, was sie bewegt." Der Festredner zeigte sich erfreut, dass die Freien Wähler bei der zurückliegenden Kommunalwahl in Konnersreuth 40 Prozent der Stimmen erreichten. "Dies wäre doch auch mal ein Ziel für Bayern", schmunzelte der Abgeordnete, der auch feststellte: "Den Süd-Ost-Link brauchen wir nicht, wir wollen eine echte Energiewende."

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr gratulierte für die Pfarrei St. Laurentius. "Die Zeichen der Zeit zu erkennen, gilt sowohl für die Kirche als auch die Politik." Wichtig sei, wie die Menschen miteinander umgehen. Weiter betonte er, dass Kirche und Politik den Menschen schätzen müssen.

"Nachholbedarf"

FW-Kreisvorsitzende Gisela Kastner meinte: "Trotz der 60 Jahre haben sich die Konnersreuther Freien Wähler gut gehalten." Den Zeigefinger erhob sie allerdings, als sie feststellte, dass auf der Kandidatenliste für den Marktrat nur drei Frauen sind. "Da habt ihr schon noch Nachholbedarf." Den amtierenden Bürgermeister Max Bindl lobte sie für dessen "sachliche und ausgleichende Arbeit".

Landratskandidat Ely Eibisch freute sich, dass sich die Freien Wähler in vielen Vereinen, Organisationen und Gremien einbringen. Ely Eibisch erinnerte an seine Konnersreuther Vergangenheit, schließlich absolvierte er seine Landwirtslehre in Fockenfeld. Zum Süd-Ost-Link sagte er: "Diese Trasse brauchen wir nicht."

Dank an verdiente Mitglieder:

Ehrennadel in Platin für Max Bindl

Verdiente Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Konnersreuth wurden beim Ehrenabend ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung, die Ehrennadel in Platin, wurde Bürgermeister Max Bindl zuteil. Die Ehrennadel in Gold erhielten Edwin Pfohl, Gerhard Haberkorn, Reinhard Ernstberger, Wolfgang Weiß, Lorenz Haberkorn, Gottfried Richtmann, Peter Bauernfeind, Markus Konrad, Reinhard Wurm und Karl Schaumberger. Die Ehrennadel in Silber ging an Richard Schiedeck. Abschließend wurden Mitglieder für 40-jährige Zugehörigkeit zu den Freien Wählern geehrt. Dies sind Reinhard Ernstberger, Alois Hümmer, Klaus Jäger, Otto Gabert, Josef Panrucker, Oswald Panrucker und Gottfried Richtmann. Einen Blumenstrauß gab es für Bürgermeistergattin Helga Bindl, die ihrem Mann Max Bindl stets den Rücken frei halte. (jr)

MdL Tobias Gotthardt bei seiner Festrede.
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