09.07.2019 - 13:48 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Aufwand hat sich gelohnt

Der Wegfall von Kinderhaus-Gebühren und die positive Entwicklung eines markanten Baumes sorgen für Freude im Konnersreuther Marktgemeinderat. Weniger harmonisch geht es dagegen beim Thema Schafferhof zu.

Prächtig gedeiht die von Baumsachverständigen Edgar Wenisch in aufwendiger Weise revitalisierte Rosskastanie (Mitte) am Therese-Neumann-Platz. Dankesworte gab es dafür im Marktgemeinderat.
von Josef RosnerProfil

Zu 100 Prozent entlastet werden Eltern, die ihre Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren ins Kinderhaus "Mutter vom guten Rat" schicken. Dank der Bezuschussung des Freistaats in Höhe von 100 Euro pro Monat und Kind ist der Besuch der Einrichtung künftig beitragsfrei. Keine Auswirkungen gibt es durch die staatliche Förderung auf die Kinderkrippe, allerdings wird die gültige Geschwisterregelung, die einen vergünstigten Besuch vorsieht, beibehalten. Darauf verständigte sich der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung. Andreas Malzer (CSU) und Wolfgang Pötzl (SPD) lobten die finanzielle Entlastung der Eltern.

Zweiter Bürgermeister Reinhard Wurm, der die Sitzung für den im Urlaub weilenden Bürgermeister Max Bindl leitete, fand wiederum lobende Worte für Edgar Wenisch in dessen Funktion als Baumsachverständiger. Dieser hatte die große Rosskastanie beim Theresienbrunnen am Therese-Neumann-Platz in einem aufwendigen Verfahren wieder auf Vordermann gebracht. Der vergangene Hitzesommer hatte dem Baum schwer zu schaffen gemacht. Mit gezielten Wasser- und Düngergaben sowie Bohrungen in das Wurzelwerk konnte der Baum revitalisiert werden. Wurm wörtlich: "Wir können nun feststellen, dass sich der Baum sehr gut erholt hat und eine gute Vitalität zeigt. Die aufwendigen Maßnahmen haben sich gelohnt, damit konnte einer der markantesten Bäume am Marktplatz erhalten werden." Allerdings, so Wurm, bleibe der Baum am Tropf, die Maßnahmen müssten grundsätzlich wiederholt werden.

530 000 Euro erhält die Marktgemeinde an Zuschüssen vom Landesamt für Denkmalpflege für das Projekt Schafferhof (wir berichteten). Voraussetzung für die Auszahlung aus dem Entschädigungsfonds der Behörde ist, dass ein Grundbuchauszug über eine "beschränkte persönliche Dienstbarkeit" vorgelegt wird. Der betreffende Text lautet wie folgt: "Der Eigentümer des Grundstücks verpflichtet sich zugunsten des Freistaates Bayern, vertreten durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, einen Abbruch des auf dem Grundstück vorhandenen Baudenkmals, Informations- und Begegnungszentrum Schafferhof' zu unterlassen, Veränderungen tatsächlicher Art und Instandsetzungsmaßnahmen an dem Baudenkmal zu unterlassen, es sei denn, dass das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege solchen Vorhaben vorher ausdrücklich schriftlich zustimmt. Die Zustimmung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege darf nur aus denkmalpflegerischen Gründen verweigert werden. Diese Verpflichtung gilt bis 31. 12. 2064." Bürgermeister Max Bindl soll ermächtigt werden, eine "beschränkt persönliche Grunddienstbarkeit" bei der Notarin in Waldsassen zu bestellen. Die Kosten gehen zulasten der Marktgemeinde.

Edgar Wenisch (SPD) monierte, dass sich die Marktgemeinde mit dieser Grunddienstbarkeit 45 Jahre in die Hand der Denkmalpflege begebe, ohne dass sie reagieren könne. "45 Jahre sind ein Stein am Bein, das ist schon sehr happig." Zweiter Bürgermeister Reinhard Wurm sagte dazu: "Wenn wir künftig Veränderungen machen wollen, müssen wir sowieso mit der Denkmalpflege sprechen." Es handele sich um durchdachte Pläne. Andreas Malzer (CSU) sagte, dass der Schafferhof schon 2007 als Denkmal festgelegt worden sei. "Damals ist diese folgenschwere Entscheidung gefallen und nicht heute." Für Uwe Rosner (CSU) war klar, dass der Markt zustimmen müsse. Die Fördergelder seien an Kriterien gebunden, die es zu erfüllen gelte. Edgar Wenisch meinte: "Wir als Marktgemeinde müssen den Schafferhof unterhalten - und wenn wir was ändern wollen, müssen wir erst nachfragen." Gegen die beiden Stimmen der SPD-Fraktion gab der Marktrat grünes Licht.

Zweiter Bürgermeister Reinhard Wurm teilte mit, dass aufgrund einer EDV-Umstellung das Einwohnermeldeamt von Mittwoch, 31. Juli, bis Freitag, 2. August, geschlossen ist. Die Beantragung von Personalausweisen und Reisepässen ist in diesem Zeitraum nicht möglich.

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