25.08.2019 - 09:48 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Auge in Auge mit Insekten

Melanie Burger aus Konnersreuth kommt mit dem Makroobjektiv Insekten und Pflanzen nahe. Noch nicht sehr lange hat sie die Fotografie für sich entdeckt.

von Norbert Grüner Kontakt Profil

Ein Taubenschwänzchen im Flug, Auge in Auge mit einer Biene, ein Wassertropfen, der wie eine Linse wirkt und die Landschaft im Hintergrund widerspiegelt. Bilder von Melanie Burger, die für sich die Fotografie als Leidenschaft entdeckt hat.

Baumwollhandschuhe

Die 21-jährige Konnersreutherin zieht weiße Baumwollhandschuhe an, wenn sie ihre gerahmten Fotos anfasst oder durch ihr Album blättert. Allein das zeigt, dass hier jemand mit Akribie sein Handwerk betreibt und das, was er produziert, auch schätzt. Melanie Burger hat mit dem Handy angefangen zu fotografieren. Sie hat damit nicht wild um sich geknipst, sondern es ging ihr von Anfang an um die ästhetische Aussage der Bilder. Die arrangiert und komponiert sie im Sucher. Sie achtetet darauf, dass das Licht perfekt auf dem Motiv sitzt und denkt an viele Kleinigkeiten, bevor sie den Auslöser endgültig drückt. Obwohl sie ihre Smartphones immer danach ausgesucht hat, was die Kamera darin kann, kam eines Tages die Erkenntnis, „die Handykamera reicht nicht mehr aus, um mich fotografisch so auszudrücken, wie ich das will“. Eltern und Verwandte schenkten ihr Geld zum Geburtstag. Damit finanzierte sie die spiegellose Mittelklassekamera inklusive Kitobjektiv. Bis nach Bayreuth musste sie die Mama fahren, weil sie wusste, dass es dort das Objekt ihrer Begierde in Weiß gab. Es folgte bald ein Makroobjektiv, das es ermöglicht, ihren Lieblingsmotiven, Pflanzen und Insekten ganz nahe zu kommen, um außergewöhnliche Fotos von ihnen zu schießen.

Besonderes Auge

Daneben fotografiert die junge Dame auch gerne Landschaften. Gut 3000 Bilder hat die Absolventin der Wiesauer Hotel- und Tourismusmanagement-Fachschule auf ihrem Rechner gespeichert. Erst kürzlich erhielt sie ihr Zeugnis inklusive Fachabitur. Einige Bewerbungen hat sie bereits geschrieben. Die Ausbildung sei breit aufgestellt. Im Hotel-Business, bei Touristinfos und im Bereich Projekt- und Eventmanagement würden solche Leute gesucht. „Ich habe schon ein Auge für außergewöhnliche Motive“, sagt sie. Vielleicht habe ihr verstorbener Patenonkel Werner Lorenz Anteil daran. Der war ein begeisterter Fotograf, der auch für unsere Zeitung als freier Mitarbeiter tätig war und seine Schwarzweiß-Bilder im eigenen Labor selbst entwickelte. Er habe ihr, schon als sie noch ein kleines Mädchen war, immer wieder mal eine Kamera in die Hand gedrückt. Melanie Burger nennt auch eine analoge Spiegelreflexkamera ihr Eigen, mit der sie gerne im Urlaub fotografiert. Vor kurzem endete ihre erste Gemeinschaftsausstellung im Kunsthaus Waldsassen, wo sie zwei Bilder ausgestellt hatte. Im vergangenen Jahr nahm sie an einem Fotowettbewerb in Konnersreuth teil und räumte in zwei von fünf Kategorien einen ersten und einen dritten Preis ab.

Auch Technik interessiert

Neben ihrem sicheren Instinkt, was Motivwahl und -gestaltung betrifft, will sie auch mehr über die Technik erfahren. Dabei gelte „Learning by doing“ und in Fachliteratur schmökern. Außerdem hat sie einen Bekannten an der Hand der Berufsfotograf ist und weiterhilft, wenn es schwierig wird.

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