Konnersreuth
03.08.2018 - 11:44 Uhr

Baustopp und Umplanung

Die folgenreichen Unwetter vom Mai beschäftigen den Konnersreuther Marktgemeinderat in vielerlei Hinsicht. Jetzt kam man überein, den im Frühjahr beschlossenen Bau eines Regenrückhaltebeckens zu stoppen und umzuplanen.

Im April hatte der Marktrat in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, ein Regenrückhaltebecken mit 200 Kubikmetern Fassungsvermögen südlich des Klosters Theresianum zu errichten, um Wasser gedrosselt in die Lausnitz einleiten zu können. Im Mai wurden der Auftrag vergeben und der Vertrag unterzeichnet. Angesichts der Starkregenereignisse kam man zum Schluss, den Bau zu stoppen. Laut Bürgermeister Max Bindl hat dafür auch die bauausführende Firma Verständnis. Die Gemeinde will nun eine Überplanung der Niederschlagswassereinleitungen aus der Flur in die Lausnitz vornehmen.

Am 12. Juli fand im Rathaus ein Arbeitsgespräch mit den Fraktionssprechern und weiteren Markträten statt. Dabei sei man sich einig gewesen, so Bürgermeister Bindl, dass eine Lösung gefunden werden müsse, um die Situation so weit wie möglich zu entschärfen. Dazu sollte der zur Verfügung stehende gemeindeeigene Grund maximal ausgenutzt werden. Ziel ist es, einen deutlich größeren Graben und einen deutlich größeren Regenrückhalteraum zu schaffen. Ein vollkommener Schutz gegen Starkregenereignisse werde aber aus finanziellen und grunderwerbstechnischen Gründen nicht möglich sein. Das Ingenieurbüro Bork hatte angeregt, ein Büro für hydrotechnische Berechnungen zu beauftragen, das mit Simulationen arbeitet. Hierzu müsste eine Studie in Auftrag gegeben werden, die ein bis zwei Jahre Zeit in Anspruch nehmen würde.

Drei-Meter-Streifen

Die Gemeinde will nun in einem ersten Schritt einen mindestens drei Meter breiten Streifen von den Landwirten kaufen. Im zweiten Schritt soll eine Überplanung unter maximaler Ausnutzung der dann vorhandenen gemeindeeigenen Grundflächen beginnen. Die bauliche Vergrößerung der Gräben und der Ausbau des Regenrückhalteraums seien wichtige Bausteine. Das Wichtigste sei aber, das Wasser so weit wie möglich in der Fläche zu halten. Es soll weitestgehend auf den landwirtschaftlichen Flächen bleiben und dort versickern.

Maisanbau einschränken

Bürgermeister Max Bindl sagte, dass die Landwirte kooperativ mitarbeiten und Erosionsschutzstreifen anlegen wollten. Helfen könne in diesem Zusammenhang die Initiative "boden:ständig". Bindl machte deutlich, dass der Maisanbau in kritischen Lagen auf freiwilliger Basis eingeschränkt und dafür der Zwischenfruchtanbau intensiviert werden solle. Bis Februar 2019 soll in einem dritten Schritt eine Entwurfsplanung mit genauer Kostenberechnung vorliegen. Die Mittel werden im Haushalt 2019 mit eingeplant. Ziel ist es, dass alle Maßnahmen noch 2019 durchgeführt werden.

2. Bürgermeister Reinhard Wurm (Freie Wähler) dankte den Landwirten für ihr Verständnis und die Bereitschaft, hier mitzuwirken. "Wir sind auf einem guten Weg", so Wurm. Edgar Wenisch (SPD) nannte die Vorgehensweise positiv, forderte aber auch, eine hydrotechnische Berechnung anstellen zu lassen. Laut Wenisch sollte die Studie parallel laufen, beim Grunderwerb könnte der Markt trotzdem jetzt schon tätig werden.

Siegfried Schiml (Freie Wähler) fragte: "Was soll so eine Studie bringen, außer dass sie viel Geld kostet?" Andreas Malzer (CSU) wünschte sich, dass die Gemeinde beim Grunderwerb aktiv wird. "Wir müssen jetzt in die Arbeitsphase kommen", sagte Malzer und lehnte weitere Verzögerungen ab. Wichtig nannte Malzer, dass es gelingt, das Wasser aus dem Ortskern heraus zu halten. In Bezug auf die angesprochene Studie riet Malzer dazu, erst einmal die Kosten ermitteln zu lassen. Edgar Wenisch konterte: "Ich bin davon ausgegangen, dass die Marktverwaltung schon weiß, was diese Studie kostet."

Am Ende war sich der Marktrat einig, dass bis zum Februar 2019 die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung vorliegen. Gleichzeitig sollen die Kosten für die Studie und deren Dauer in Erfahrung gebracht werden. In der September-Sitzung sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Einig war sich der Marktrat, dass die Wahlhelferentschädigung für die Landtags- und Bezirkstagswahlen am 14. Oktober auf 25 Euro je Mitglied festgelegt wird. Als weitere stellvertretende Kassenverwalterin wurde Birgit Grillmeier bestellt, weil sich Kassenverwalterin Carina Kirchhoff im Mutterschutz befindet.

Trinkwasser sparen

Bürgermeister Bindl bat die Bürger abschließend, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Die Marktgemeinde wird derzeit ausschließlich von der Steinwaldgruppe versorgt.

 
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