20.10.2020 - 12:27 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Mit brachialer Gewalt Glastafeln am Besinnungspfad bei Konnersreuth zerstört

Der Schaden am Konnersreuther Waldbesinnungspfad geht in die Tausende. Fast noch schwerer wiegt der ideelle Schaden. Forstverwaltung und Marktgemeinde bitten um Hinweise auf die Vandalen.

Die Glastafel „Kreuz und Rose“ wurde mit brachialer Gewalt aus der Verankerung gerissen und komplett zerstört. Die Station 13 befindet sich unmittelbar beim Parkplatz. Forstbetriebsleiter Norbert Zintl, Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, Revierleiter Rainer Möller und Bürgermeister Max Bindl (von links) sind angesichts der Zerstörung fassungslos.
von Josef RosnerProfil

Erschüttert zeigen sich die Vertreter des Forstbetriebs Waldsassen und der Markt- und Pfarrgemeinde Konnersreuth. Am Kirchweihmontag besichtigten sie die Schäden am Waldbesinnungspfad „Resl von Konnersreuth“. Nur wenige Tage zuvor, vielleicht auch erst am Wochenende, haben bisher unbekannte Vandalen drei Glastafeln brutal zerstört und dabei auch die Granitstelen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Verantwortlichen haben Anzeige bei der Polizei erstattet. Den Schaden beziffern sie mit Tausenden Euro. Es ist bereits das vierte Mal, dass der im Oktober 2015 eingeweihte Weg derart verunstaltet wurde. Spaziergänger, Wanderer, stille Besucher, aber auch vorbeifahrende Autofahrer werden gebeten, auffällige Wahrnehmungen zu melden. Die Tipps werden auf Wunsch auch vertraulich behandelt, heißt es beim Ortstermin.

Bei der Begutachtung der Schäden dabei sind Bürgermeister Max Bindl, Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, Forstbetriebsleiter Norbert Zintl und Revierleiter Rainer Müller von der Forstdienststelle Arzberg. Das Quartett ist fassungslos angesichts der Beschädigungen. Die Täter sind mit brachialer Gewalt gegen die massiven Acrylglastafeln vorgegangen, wahrscheinlich mit Brecheisen und Schlegel oder ähnlichen Werkzeugen.

Auffallend ist, dass die betroffenen Tafeln alle an Punkten standen, die problemlos vom Auto aus zu erreichen sind. Bürgermeister Max Bindl ist überzeugt, dass die jüngsten Beschädigungen am Kirchweihwochenende stattgefunden haben. Es handelt sich um die Tafel 13 „Kreuz und Rose“ in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes an der Waldsassener Straße sowie um Tafel 11 „Spiegel“, ebenfalls an einem Weg gelegen.

Hier geht es zu einer Beschreibung des Besinnungspfades

Konnersreuth

Schon vor einigen Tagen wurde die Glastafel „Sonnengesang“ im Steinbruch mit brachialer Gewalt zerstört. „Die müssen mit schwerem Werkzeug vorgegangen sein“, sagt Revierleiter Rainer Möller, zu dessen Bereich das Waldgebiet „Konnsberg“ gehört. Bemerkt wurde die kaputte Tafel am 6. Oktober. Jede Kombination mit Glastafel und zwei Granitstelen hat einen Wert von rund 1000 Euro. Innerhalb von nur fünf Jahren haben Unbekannte Schäden von insgesamt 8000 bis 10.000 Euro verursacht. Bislang wurden neun der insgesamt zwölf Tafeln beschädigt oder komplett zerstört.

Das Geld für die Wiederinstandsetzung haben bislang Forstverwaltung, Marktgemeinde und Pfarrei St. Laurentius aufgebracht. "Langsam geht die Schadensregulierung echt ins Geld", stellt nicht nur Norbert Zintl fest. Bürgermeister Max Bindl betont: "Jedesmal wurde der Vandalismus zur Anzeige gebracht, bislang ohne Erfolg."

Um solche Übergriffe zu verhindern, kündigen die Verantwortlichen verstärkt Kontrollgänge an. Wanderer und Besucher des Waldbesinnungspfades sind aufgerufen, ihre Augen offenzuhalten und verdächtige Aktionen sofort zu melden. Auch der Einsatz von Überwachungsgeräten, um den Vandalen auf die Spur zu kommen, ist nicht ausgeschlossen. Darüber waren sich alle Verantwortlichen des Waldbesinnungspfades einig: Die beschädigten Tafeln werden wieder ersetzt.

Hintergrund:

Hinweise auch vertraulich möglich

Um Hinweise auf die Verursacher der Sachbeschädigungen bittet die Polizeiinspektion Waldsassen, Telefon 09632/8490. Beobachtungen können auch bei der Marktverwaltung, Telefon 09632/921110, beim Forstbetrieb Waldsassen, Telefon 09632/92230, oder bei der Forstbetriebsstelle Arzberg, Telefon 0173/3758903, gemeldet werden.

Lange Gesichter bei Revierleiter Rainer Möller, Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, Bürgermeister Max Bindl und Forstbetriebsleiter Norbert Zintl (von links), als sie an der Station 11 (Besinnungspunkt "Spiegel") das ganze Ausmaß der Zerstörungswut sehen.
Die Vandalen müssen mit Brecheisen und Schlegel zu Werke gegangen sein, ansonsten lassen sich die hochwertigen Glasbilder nicht zerstören.
Geradezu mutwillig wurden die Bilder aus ihrer Verankerung an den Granitstelen gerissen.
Nur noch Trümmer von den bunten Bildern blieben übrig. Der Vandalismus wurde zur Anzeige gebracht, Ermittlungen der Polizei laufen.
Schon vor längerer Zeit wurde das Bild „Sonnengesang“ am Eingang zum Steinbruch komplett zerstört.
So sah der Besinnungspunkt „Kreuz und Rose“ vor der Zerstörung aus.
Der Besinnungspunkt „Spiegel“ vor seiner Zerstörung.
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