24.01.2019 - 10:17 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Geldsegen für Schafferhof in Konnersreuth

Konnersreuth freut sich sich über eine 20.000-Euro-Spende für das künftige Info- und Begegnungszentrum. Wofür das Geld verwendet wird, steht schon fest.

Strahlende Gesichter im Konnersreuther Rathaus bei der Übergabe des 20.000-Euro-Schecks für den Ausbau des Schafferhofs zum Info- und Begegnungszentrum. Von links: Ortskurator Uwe Franke (DSD), Bürgermeister Max Bindl, Stefan Luger (Lotto Bayern), Iris Freifrau von Künßberg (DSD) und Architekt Gerhard Plaß.
von Josef RosnerProfil

Konnersreuth freut sich über eine 20 000-Euro-Spende für das künftige Info- und Begegnungszentrum. Wofür das Geld verwendet wird, steht schon fest.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) überreichte den Betrag vor Ort. Das Geld soll für die Schieferneueindeckung der Dächer des Info- und Begegnungszentrums Schafferhof Verwendung finden. Das Wohnstallhaus zählt zu den über 400 Objekten, die die DSD dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto Bayern, im Freistaat fördert.

Dazu waren von der DSD Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken, seine Mitarbeiterin Iris Freifrau von Künßberg sowie Stefan Luger von Lotto Bayern ins Rathaus gekommen. Bürgermeister Max Bindl dankte für die große Spende und versicherte: „Das ist gut angelegtes Geld.“ Franke verwies darauf, dass schon mehrere Projekte in der Oberpfalz in dieser Form unterstützt wurden. Der Ortskurator sprach vom Info- und Begegnungszentrum als einem Projekt für die Region und den ländlichen Raum.

„Wir fördern solche Sachen gerne, um alte Baudenkmäler, die ortsbildprägend sind, zu erhalten. Gerade diese Bauwerke zeigen Identität und Heimatverbundenheit.“ Franke machte deutlich, dass die Vergabe der Gelder an viele Auswahlkriterien gebunden ist: „Wir fördern nur hohe Qualität.“ Architekt Gerhard Plaß betonte, dass dies sein zweites Projekt ist, das die DSD unterstützt. Die Spende zeige, welch hohen Stellenwert dieses Gebäude und seine Erhaltung für den Denkmalschutz hat. „Dieser Bauernhof im Ortskern ist schon etwas Besonderes“, erklärte Plaß. Luger verwies darauf, dass Lotto Bayern jährlich rund 400 Millionen Euro für Projekte im Freistaat Bayern ausgibt. „Unsere Glücksspirale fördert den Denkmalschutz“.

Nach der Scheckübergabe überzeugten sich die Gäste vom Baufortschritt im Schafferhof. Laut Plaß wurde der Arbeits- und Zeitplan bisher eingehalten. Die Bauarbeiten sollen heuer weitestgehend abgeschlossen werden, danach folgt die Inneneinrichtung. Viel Zeit werde die Einrichtung des Museums in Anspruch nehmen. Nach den bisherigen Planungen soll im Laufe des Jahres 2020 das Projekt abgeschlossen und eröffnet werden. Die Gesamtkosten wurden 2018 mit rund 3,8 Millionen Euro beziffert.

Mehr Informationen zum Kosten des Projekts:

Hintergrund:

Offene Dreiseithofanlage

Der Schafferhof ist eine regionaltypische, zum Marktplatz hin offene Dreiseithofanlage, wie sie die Ortsbilder der Grenzregion seit dem frühen 19. Jahrhundert prägen. Zu dem ehemaligen Dreiseithof gehören das Wohnstallhaus, die Scheune, die Remise, ein Brunnen und ein Bauerngarten. Das im frühen 19. Jahrhundert errichtete Haupthaus mit bauzeitlich erhaltenen Ausstattungsstücken wurde 1828 in spätbarock-klassizistischer Weise ausgestattet. 1882 erneuerte man das schließlich 1898 zusätzlich vergrößerte zweigeschossige Wohnhaus, dem sich westwärts ein Gewölbestall mit böhmischen Gewölbe anschließt.

Das mittelsteile Satteldach und der Kniestock gehen auf den neugotischen Umbau 1882 zurück. Die wichtigsten Grundrissstrukturen des Wohnhauses blieben damals erhalten. Lediglich über dem Stall wurden zusätzliche Wohnräume für Familienmitglieder und Dienstboten geschaffen. Aus der gleichen Bauphase stammt die an der nördlichen Grundstücksgrenze angeordnete zweigeschossige Wagenremise. Die Verwendung von Holzstützen mit doppelten Kopfbändern belegt die Nähe zu den Hofanlagen des Egerlandes und des Stiftlandes. Das Dachwerk, eine zeittypische Kehlbalkenkonstruktion, stammt nach den chronologischen Untersuchungen aus dem Jahr 1898, wie auch der bis heute erhaltene, vorgesetzte Laubengang. Bei der angrenzenden Westscheune wurden ebenfalls 1898 Dachwerk und Deckung erneuert. Der Mauerwerksbestand ist hingegen in die Zeit um 1828 einzuordnen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.