15.09.2020 - 14:06 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Gottesdienst mit allen Sinnen im Grünen

Einen ökumenischen Gottesdienst der etwas anderen Art erlebten Gläubige auf dem Waldbesinnungspfad "Resl von Konnersreuth". Dabei kam Pfarrer Martin Schlenk auch auf ein aktuelles Problem zu sprechen.

Zu einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Waldbesinnungspfad „Resl von Konnersreuth“ hatte die Evangelische Kirchengemeinde Mitterteich um Pfarrer Martin Schlenk (rechts) eingeladen.
von Externer BeitragProfil

Bei Kaiserwetter machten sich auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Mitterteich rund 25 Personen auf, einen "Gottesdienst mit allen Sinnen" auf dem Waldbesinnungspfad bei Konnersreuth zu feiern. Pater Benedikt Leitmayr begrüßte die ökumenische Gruppe und informierte über die Entstehung dieses Weges.

Suchspiel und Fühlaktion

An den einzelnen Stationen lasen Mitglieder des "Kreuz-und-quer-Gottesdienst"-Teams Texte vor und es wurden auch Lieder gesungen, die Christine Schlenk auf dem Akkordeon begleitete. Ein Suchspiel, eine Fühlaktion, das Hören auf die Geräusche des Waldes sowie bewusstes Riechen und Atmen ergänzten das Programm.

Pfarrer Martin Schlenk erzählte bei der Station "Mund", dass er in jungen Jahren geraucht habe und dafür von sehr frommen Christen kritisiert worden sei. Deren Ansicht nach dürfe ein wahrer Christ nicht rauchen und keinen oder nur sehr wenig Alkohol trinken. Darauf habe Pfarrer Schlenk mit einem Zitat von Jesus (Matthäus 15,11) geantwortet: "Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein."

Ein Christ mache sich nicht schuldig durch Essen, Trinken oder Rauchen, so Schlenk, sondern wenn er zu seinen Mitmenschen böse Worte sage, mit Reden Hass und Gewalt säe und in den sozialen Netzwerken Unwahrheiten und Lügen verbreite. Welche Macht Worte haben können, erkenne man an den Hetztiraden von Josef Goebbels und Adolf Hitler, die den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hätten.

Im Internet widersprechen

"Als Christen sind wir aufgerufen, darauf zu achten, dass wir durch unsere Worte niemanden verletzen, die Wahrheit sagen und die Menschen zur Vernunft und Nächstenliebe mahnen", betonte Schlenk. "Wir sollen im Internet denjenigen widersprechen, die Hass und Angst verbreiten."

Bei der Kapelle ging Pfarrer Schlenk auf Heilungswunder ein, die es auch heute noch gebe - und nicht nur an Gnadenorten. Es gehöre auch heute zu den Aufgaben der Kirche und der Pfarrer, in der Fürbitte um Heilung durch Gott zu beten und Menschen persönlich zu segnen. Mit einem Fürbittengebet, dem Vaterunser und dem Segen endete nach rund 90 Minuten dieser Gottesdienst ganz anderer Art.

Ein Spaziergang auf dem Waldbesinnungspfad "Resl von Konnersreuth"

Konnersreuth
Zu einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Waldbesinnungspfad „Resl von Konnersreuth“ hatte die Evangelische Kirchengemeinde Mitterteich um Pfarrer Martin Schlenk (rechts) eingeladen.

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