Konnersreuth
25.01.2019 - 16:45 Uhr

Historische Fakten und keine Wertung

Vertreter des Landestheaters Oberpfalz geben in Konnersreuth Einblicke in Stück über Theres Neumann.

<p>Till Rickelt (links) und Autor Bernhard Setzwein (rechts) stellten den Konnersreuthern das Stück „Resl unser“ vor. Initiiert hatte den Abend Manfred Grüssner, der darauf beharrte, dass dieses Stück den Konnersreuthern vorgestellt wird.</p>
 Bild: jr

Till Rickelt (links) und Autor Bernhard Setzwein (rechts) stellten den Konnersreuthern das Stück „Resl unser“ vor. Initiiert hatte den Abend Manfred Grüssner, der darauf beharrte, dass dieses Stück den Konnersreuthern vorgestellt wird.

Fast 50 Zuhörer waren jetzt in den Gasthof Schiml gekommen, um sich aus erster Hand über das Theaterstück "Resl unser" zu informieren. Wie bereits berichtet, wird das Landestheater Oberpfalz (LTO) dieses Werk ab Mitte März in der Regionalbibliothek Weiden erstmals aufführen. Insgesamt sind sechs Vorstellungen geplant. Die Theatermacher kamen auf Einladung von Manfred Grüssner nach Konnersreuth. Dieser hatte um eine Präsentation vor Ort gebeten, nachdem er von dem Theaterprojekt erfahren hatte. Vor der Informationsveranstaltung genossen der künstlerische Leiter Till Rickelt und Autor Bernhard Setzwein eine Exklusivführung durch das Resl-Haus. Mit dabei waren auch zwei der Schauspieler, Uli Scherr und Herbert Kreuzer.

Die Skepsis der Zuhörer war zum Greifen nahe, als Till Rickelt das Projekt vorstellte. Der Sprecher betonte, dass das Landestheater ganz bewusst Themen aus der Region aufgreife. "Die Resl von Konnersreuth ist für uns ein spannender und interessanter Bühnenstoff." Rickelt bekannte, dass er sich erst zum Thema einlesen musste. Dabei habe er Bedenken bekommen, ob es möglich sein wird, dieses Stück auf die Bühne zu bringen. Bei einem Besuch im Resl-Haus habe er dann erfahren, dass Max Reinhardt 1927 einen Stummfilm über die Resl drehen wollte. Mitwirken sollte der damalige US-Stummfilmstar Lilian Gish. Reinhardt und Gish galten zur damaligen Zeit als absolute Stars in der Filmszene. Von da an sei er entschlossen gewesen, das Stück zu verwirklichen. Lilian Gish war einst persönlich in Konnersreuth und traf auch mit der Resl zusammen. Die Schauspielerin sei tief beeindruckt gewesen. Dies habe sie in ihren Memoiren festgehalten, so Rickelt weiter.

Das Theaterstück baut auf der Tatsache auf, dass ein Stummfilm über die Resl entstehen sollte. Vorkommen werden darin verschiedene Figuren aus dieser Zeit, so unter anderem Pfarrer Joseph Naber, seine damalige Haushälterin, der einstige Wirt des Gasthofs "Kouh-Lenzen" und der damalige Bischof von Regensburg. Rickelt machte deutlich, dass in dem Stück keine Wertung vorgenommen werde. Dies solle dem Betrachter überlassen werden. "Die Fassung für das Theaterstück steht, geschrieben von Bernhard Setzwein", sagte Rickelt. In der kommenden Woche beginnen die Proben. Autor Bernhard Setzwein erklärte: "Der Stummfilm, der sich damals nicht realisieren ließ, war unsere Initialzündung für das Stück." Setzwein versicherte, dass er ordentlich recherchiert und historische Fakten mit eingearbeitet habe. "Aber natürlich habe ich mir auch einige künstlerische Freiheiten erlaubt." Weiter wurde bekannt, dass die Figur der Resl in dem Stück nicht zu sehen sein wird. "Sie wirkt eher im Hintergrund." Setzwein weiter: "Ich will Theres Neumann in möglichst vielen Facetten vorstellen und die Beteiligten zu Wort kommen lassen. Dann bleibt es dem Zuschauer überlassen, sich eine Meinung zu bilden."

"Wie weit geht die künstlerische Freiheit?", fragte Thomas Wenisch. Setzwein verwies erneut auf die eingearbeiteten historischen Fakten, sprach aber auch von einigen Ergänzungen. In dem Stück sehe er übrigens eine Chance, die Resl und ihr Leben noch bekannter zu machen, so Setzwein. Thematisiert werden auch Fritz Gerlich und der Nationalsozialismus. Till Rickelt ergänzte: "Wir wollen dem Ganzen gerecht werden, freilich wird auch Skepsis mit einfließen, denn sie gibt es ja auch." Uwe Rosner forderte dazu auf, das Theaterstück in Weiden anzuschauen, dann könne man weiter diskutieren. Schauspieler Uli Scherr bekannte, dass er unbedingt habe mitspielen wollen, "weil mich das interessiert". Das Fazit von Manfred Grüssner: "Es ist doch toll, dass auch mal so ein Thema auf die Bühne kommt." Premiere ist am Donnerstag, 14. März, um 20 Uhr in der Regionalbibliothek Weiden.

Fast fünfzig Zuhörer waren in den Gasthof Schiml gekommen, um sich sich aus erster Hand über das Theaterstück „Resl unser“ zu informieren. Bild: jr
Fast fünfzig Zuhörer waren in den Gasthof Schiml gekommen, um sich sich aus erster Hand über das Theaterstück „Resl unser“ zu informieren.
 
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