04.04.2020 - 08:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Mit Kamera und Block unermüdlich im Einsatz

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Sie stehen meist hinter der Kamera, sind durch ihre unzähligen Einsätze aber bekannter als so mancher Lokalpolitiker: Die Reporter-Zwillinge Konrad und Josef Rosner feiern am Sonntag und Montag ihren 60. Geburtstag.

Unterwegs mit Kamera und Schreibblock - so kennt man sie in der ganzen Region: Den Zwillingen Josef Rosner (links) und Konrad Rosner - hier im Bild vor der Kulisse ihres Heimatorts Konnersreuth - macht die Arbeit als Berichterstatter viel Spaß. Daran wird auch der anstehende 60. Geburtstag nichts ändern, wie sie betonen.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Dass Zwillinge im Laufe ihres Lebens die Leidenschaft zum Journalismus entdecken, obwohl sie etwas völlig anderes gelernt haben, dürfte eher eine Seltenheit sein. Bei den Rosner-Brüdern aus Konnersreuth kommt sogar noch hinzu, dass sie an verschiedenen Tagen zur Welt kamen: Konrad wurde am 5. April 1960 wenige Minuten vor Mitternacht geboren, Josef kurze Zeit später am 6. April.

Josef Rosner ist seit 2005 hauptberuflich als freier Journalist tätig, häufig im Auftrag der Oberpfalz-Medien, aber er beliefert auch die Frankenpost und andere Medien. Im "Neuen Tag" sind Berichte und Fotos mit seinem Kürzel (jr) schon seit 1988 zu finden. Zuvor hatte er als Vorstandsmitglied und Aktiver des Tischtennisclubs Konnersreuth öfter Vereinsberichte verfasst, womit er das Interesse der NT-Redaktion weckte. Erlernt hat Josef Rosner den Maurerberuf, lange Zeit arbeitete er für eine Konnersreuther Baufirma, zuletzt als Polier.

Sieben-Tage-Woche

Im Einsatz ist Josef Rosner an vielen Tagen von früh bis spät, meist in der Marktgemeinde Konnersreuth und im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, aber auch häufig darüber hinaus. "Ich habe eine Sieben-Tage-Woche, bin eigentlich immer im Dienst", sagt der Jubilar. Gemeinderatssitzungen, Frauenfrühstücks-Vorträge und Konzerte stehen ebenso im Terminkalender wie abendfüllende Vereinsversammlungen. Und auch wenn sein Telefon nachts um 2 Uhr klingelt, weil es brennt oder ein Unfall passiert ist, startet (jr) sofort los, ohne Murren und Klagen.

Auch Konrad Rosner muss man nicht zweimal bitten, wenn seine Dienste gefragt sind. Als freier Mitarbeiter schreibt er seit 1990 mit dem Kürzel (kro) für den "Neuen Tag". Weil er hauptberuflich als Kfz-Mechaniker bei einem Tirschenreuther Autohaus tätig ist, schwärmt er vor allem am Wochenende und im Urlaub als Berichterstatter aus, häufig in Richtung Kreisstadt und zum Grenzkamm. "Das ist eine schöne Abwechslung", betont der Jubilar. Wenn Not am Mann ist, besucht er auch unter der Woche abendliche Termine und schreibt darüber zum Teil noch spätnachts oder am frühen Morgen.

Dass die Rosner-Zwillinge nun die 60er-Marke überschreiten, sieht und merkt man ihnen nicht an. Und sie selbst fühlen sich auch keineswegs wie 60. "Es macht immer noch Spaß", versichern sie in Bezug auf ihre oft stressige und anstrengende Arbeit.

Bei der Frage nach Höhen und Tiefen erinnert sich Josef gerne zurück an die Feierlichkeiten zum 50. Todestag der Konnersreuther Resl: "Der ganze Markt war voller Menschen, bei herrlichem Wetter." Obwohl er Theres Neumann nicht persönlich kennengelernt hat, ist er zu einem großen Verehrer geworden. Besonders gefallen ihm Einsätze bei Hochzeiten oder Geburtstagen, wegen der guten Stimmung und der Freude der Leute darüber, dass sie in die Zeitung kommen.

Rauswurf als Tiefpunkt

Was hat sich in negativer Hinsicht eingebrannt? Dazu fällt (jr) auf Anhieb nichts ein, Kritik könne er ohnehin gut wegstecken. "Ich habe ein breites Kreuz." Auch dass er bei privaten Unternehmungen fast immer mit der Arbeit konfrontiert wird, belastet ihn nicht. Konrad hat eine besondere Vorliebe für Sportereignisse und Konzerte und findet es wie auch Josef spannend, ständig neue Menschen kennenzulernen, natürlich auch Prominente. "Man bekommt dadurch immer wieder neue Sichtweisen", berichtet Konrad. Als Tiefpunkt nennt er einen Rauswurf mit Hausverbot: Nach der Landtagswahl 2018 sollte er in Friedenfels über eine AfD-Wahlparty berichten - doch er war nicht erwünscht, obwohl er zuvor noch nie mit dem Hausherrn und der Partei zu tun gehabt hatte.

Viel Freizeit bleibt den Rosner-Zwillingen wegen ihres unermüdlichen Einsatzes als Berichterstatter nicht. Was sie sich aber nicht nehmen lassen, ist das Tischtennisspielen in Diensten des TTC Konnersreuth, den sie mit gegründet haben. Bis der Ligabetrieb vor kurzem wegen der Coronakrise beendet wurde, spielten sie im gleichen Team in einer der Bezirksklassen.

Dass die Ehefrauen seit jeher viel Verständnis für ihre "rasenden Reporter" aufbringen, versteht sich von selbst. Josef Rosner ist seit 2004 mit seiner Frau Kornelia verheiratet. Weil sie eine Tochter mit in die Ehe brachte, ist (jr) schon seit langem dreifacher Opa. 2005 schloss Konrad mit seiner Frau Brigitte den Bund fürs Leben.

Ihren runden Geburtstag wollten die Zwillinge am Sonntag eigentlich mit rund 60 Gästen groß feiern, doch wegen der aktuellen Lage mussten sie das Fest absagen. Nachgeholt werden soll es eventuell im Sommer. Und so werden sie ihre Ehrentage mit ihren Ehefrauen verbringen - nicht stillstehen dürfte aber jeweils das Telefon.

Die Redaktion wünscht den Rosner-Zwillingen trotz der ungünstigen Umstände alles Gute zum 60. Geburtstag und hofft, dass sie das Geschehen in der Region noch viele Jahre lang mit dem gewohnten Elan begleiten.

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