Einstimmig hatte der Marktgemeinderat am 6. Oktober 2016 die Forderung der SPD-Fraktion begrüßt, Grundstücke zum Anlegen von Gärten zu schaffen. Damals wurde angeregt, mit dem Geflügelzuchtverein in Verbindung zu treten oder alternativ andere geeignete Grundstücke zu suchen. Allerdings sind solche Flächen noch immer nicht vorhanden. Darauf wies Edgar Wenisch (SPD) in der jüngsten Sitzung hin und machte deutlich, dass der Bürgermeister die Beschlüsse des Marktratsgremiums zu vollziehen habe. Dies sei nicht geschehen, daher habe die SPD die Aufgabe des Bürgermeisters übernommen und nach passenden Grundstücken Ausschau gehalten. Geeignet wäre laut SPD-Fraktion das gemeindeeigene Grundstück südlich des Kreuzwegs, zwischen dem Theresianum und der Schafferkapelle.
Keine Nachfrage
Bürgermeister Max Bindl erinnerte an Gespräche mit dem Geflügelzuchtverein nach der Sitzung im Oktober 2016. Dabei habe sich herausgestellt, dass dort keine Grundstücke zur Verfügung stehen. Auch sonst habe man keine geeigneten Grundstücke gefunden. Aktuell, so Bindl, gebe es keine Nachfrage nach neuen Gartengrundstücken. Kleingärtnerische Möglichkeiten seien in Konnersreuth bereits vorhanden. Bindl verwies darauf, dass die aktuell 52 bestehenden Holzplätze auch gärtnerisch genutzt werden können.
Weiter zweifelte Bindl am SPD-Argument, wonach Gartengrundstücke eine wirksame Maßnahme seien, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken: "Es wird kein Mensch nach Konnersreuth ziehen, nur weil er die Aussicht auf einen Kleingarten am Ortsrand hat. Das ist mit Sicherheit nicht entscheidend."
Erschließung notwendig
Der Bürgermeister erklärte, dass bei einer möglichen Ausweisung von Gartengrundstücken auch Erschließungsmaßnahmen (Wasser, Abwasser und Strom) notwendig wären. Dafür müssten ein eigener Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der von der SPD nun vorgeschlagene Standort entlang des Kreuzwegs liege im ortsprägenden Außenbereich und sei daher völlig ungeeignet.
Reinhard Wurm (Freie Wähler) bestätigte, damals für die Schaffung einer Kleingartenanlage gestimmt zu haben. "Wir müssen uns aber eingestehen, dass wir derzeit keine geeigneten Flächen haben." Andreas Malzer (CSU) hielt die Fläche beim Kreuzweg schlicht und einfach für zu schade. "Wenn andere Flächen möglich sind, dann gibt es ein Einverständnis." Allerdings zweifelte auch Malzer daran, dass der Bedarf wirklich vorhanden sei.
"Ist der Bedarf an Gartengrundstücken festgestellt worden?", fragte Edgar Wenisch den Bürgermeister und gab die Antwort gleich selbst: "Nein, ist er nicht." Wenisch erinnerte weiter an eine Aussage von Städteplaner Joachim Schmitz-Klopf, der von einer "super Idee" gesprochen habe, auch hinsichtlich der Bekämpfung des demografischen Wandels. Vehement stellte sich Wenisch gegen die Meinung, wonach die Fläche beim Kreuzweg zu schade sei. "Das schießt den Vogel ab", bemerkte er zur Aussage von Andreas Malzer.
Mehrheit dagegen
Nach der kontroversen Diskussion ließ Bürgermeister Max Bindl abstimmen. Bis auf die zwei SPD-Markträte lehnten alle anderen Gremiumsmitglieder den Antrag zur Schaffung von Gartengrundstücken beim Kreuzweg ab.














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