Konnersreuth
13.06.2018 - 11:07 Uhr

Knappe Mehrheit

Auf Antrag der SPD stellt die Marktgemeinde Hundekot-Sammelbehälter auf.

Ähnlich wie in Mitterteich (Bild) sollen jetzt auch in Konnersreuth Hundekotsammelbehälter mit Tütenspendern aufgestellt werden. jr
Ähnlich wie in Mitterteich (Bild) sollen jetzt auch in Konnersreuth Hundekotsammelbehälter mit Tütenspendern aufgestellt werden.

Das war knapp: Mit 7:5 Stimmen entschied sich der Marktrat letztlich für die Aufstellung von Hundekot-Sammelbehältern mit Tütenhaltern im kommenden Jahr. Die Kosten werden in den Haushalt 2019 eingeplant. Hintergrund für die Entscheidung war ein Antrag der SPD-Fraktion. Umgesetzt wird das Ganze erst im kommenden Jahr.

Edgar Wenisch und Wolfgang Pötzl (beide SPD) verwiesen in ihrem schriftlichen Antrag darauf, dass die Marktgemeinde in der Vergangenheit die Hundesteuer erhöht habe. Hundebesitzer hätten daher ein Anrecht auf die Möglichkeit, den Unrat an Ort und Stelle entsorgen zu können und nicht damit durch die Ortschaft bis nach Hause laufen zu müssen. Gefordert wurde, Behälter mit Tütenspendern an mehreren markanten Wegen aufzustellen, auf denen Hundebesitzer gerne mit ihren vierbeinigen Lieblingen unterwegs sind. Die SPD nannte sieben mögliche Standorte in Konnersreuth und bat darüber hinaus, auch welche in den Dörfern zu prüfen.

Gleichzeitig machten die beiden Sozialdemokraten deutlich, dass natürlich die Hundebesitzer in der Verantwortung stünden, den anfallenden Kot ordnungsgemäß zu entsorgen. Die SPD rechnet mit jährlichen Kosten für Wartung und Unterhalt der Behälter in Höhe von 3000 Euro. In diesem Zusammenhang baten sie zu prüfen, ob die derzeit gültigen Bußgelder in der Höhe noch ausreichend sind.

Bürgermeister Max Bindl sagte, dass ein solches Anliegen bereits 2009 behandelt und abgelehnt worden sei. In umliegenden Gemeinden wurden aber mittlerweile solche Behälter angeschafft und aufgestellt. Bindl konnte sich drei Exemplare für Konnersreuth vorstellen. Reinhard Wurm (Freie Wähler) sprach sich für eine Umsetzung des Antrags aus, war aber auch der Meinung, dass drei Behälter ausreichend seien. Andreas Malzer (CSU) befürchtete, dass die mit Hundekot gefüllten Tüten dann irgendwo herumliegen. Er persönlich sei gegen eine Aufstellung von Behältern. Weiter fragte Malzer, was die Gemeinde bislang gegen diese Art der Verschmutzung unternommen habe. Bürgermeister Max Bindl berichtete, das Verwarnungen schon ausgesprochen worden seien. Man müsse die Leute dazu auf frischer Tat ertappen.

Edgar Wenisch erwartet sich mit der Aufstellung eine erhebliche Verbesserung in Sachen Sauberkeit und Hygiene, wenngleich man nicht ausschließen könne, dass hin und wieder Tütchen anderswo entsorgt werden. Siegfried Schiml (Freie Wähler) meinte: "Eigentlich ist doch jeder Hundebesitzer für die fachgerechte Entsorgung des Hundekotes selbst verantwortlich." Er wolle die Hundebesitzer lieber anschreiben und über die korrekte Entsorgung des Hundekots informieren. Alfons Haberkorn (CSU), Leiter des Bauhofs, sah einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand auf die Gemeindearbeiter zukommen. Edwin Pfohl (Freie Wähler) berichtete, dass es in Bad Berneck, wo er arbeitet, rund 50 solcher Behältnisse gebe. Dennoch fänden sich immer wieder gefüllte Beutel in der Natur. Dennoch versprach sich Pfohl eine Verbesserung der Situation im Falle einer Umsetzung des Antrags. Ortssprecher Richard Eckstein warf die Frage ein: „Und wie sieht es dann mit Pferdeäpfeln aus?“

Mit 7:5 Stimmen wurde die Aufstellung von Abfallbehältern grundsätzlich gebilligt. Dagegen votierten Siegfried Schiml und die CSU-Fraktion (Peter Andritzky war nicht anwesend). Bürgermeister Max Bindl kündigte an, dass die Verwaltung umgehend mit der Ausschreibung für die Behälter beginnen wird. Geplant sind zunächst drei Behälter, je nach Ergebnis der Ausschreibung könnten es auch mehr werden. Die Standorte werden noch festgelegt.

Bürgermeister Max Bindl hatte zuvor über weitere Auftragsvergaben beim Projekt Schafferhof informiert. Im zweiten Ausschreibungspaket kommen zum Zuge die Firma Rupprecht aus Wunsiedel für den Heizungsbau (81.133 Euro), die Firma Geipel aus Thiersheim für Sanitärarbeiten (53.500 Euro), die Firma Kellner aus Wiesau für die Elektroinstallation (220.000 Euro), die Firma Warkuss aus Marktredwitz für Estricharbeiten (50.000 Euro), die Firma Stöhr aus Hof für Schreinerarbeiten (knapp 85.000 Euro), die Firma Schiedeck aus Konnersreuth für den Innenputz (103.670 Euro) und Firma Fröhler aus Konnersreuth für den Trockenbau (fast 37.000 Euro).

Mit den Stimmen der Freien Wähler und der CSU wurde der Bauantrag der Marktgemeinde für den Neubau eines Pellet-Bunkers auf dem Gelände der Grundschule genehmigt. Die beiden SPD-Markträte lehnten ab.

 
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